graue Holzbretter
5 Fragen an Sarah Digel Auszubildende Wild Eppingen 2020

Ausbildung in der Kartoffelindustrie: Interview mit Sarah Digel

Eine Ausbildung in einem Kartoffelbetrieb ist vielleicht nicht die bekannteste Möglichkeit von allen, seine Lehrjahre zu verbringen. Wir waren neugierig und wollten wissen, welche Ausbildungsberufe in der Kartoffelindustrie angeboten werden. Als Teil unserer Interview-Reihe mit Frauen, die beruflich mit Kartoffeln zu tun haben, haben wir mit Sarah Digel, die 22 Jahre alt ist, gesprochen.

Sarah hat zwischen 2017 und 2020 bei der Firma Wild in Eppingen im Landkreis Heilbronn die Ausbildung zur Industriekauffrau durchlaufen. In den letzten Wochen hat sie, trotz der vielen coronabedingten Veränderungen, ihre schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfungen abgelegt und wartet nun auf die Ergebnisse.

Wir wollten von Sarah wissen, wie sie auf die Idee kam eine Ausbildung in der Kartoffelbranche zu absolvieren, wie sie die einzelnen Stationen bei der Firma Wild erlebt hat und wie sie ihre berufliche Perspektive nach der Ausbildung einschätzt.

Über den Ausbilder:

Das inhabergeführte Familienunternehmen Wild wurde 1955 gegründet und beschäftigt aktuell 155 Mitarbeiter. Im Jahr 2018 hat das Unternehmen einen Umsatz von 57 Millionen Euro erwirtschaftet. Von Kartoffeln und Zwiebeln im Netz über Garkartoffeln für die Gastronomie bis hin zum Feinkostsalat aus Kartoffeln, Gurken oder Weißkraut aus der Kühltheke im Supermarkt – die Produktpalette des schwäbischen Unternehmens ist vielfältig und abwechslungsreich.

Ausbildung Kartoffelindustrie Wild Eppingen Sarah Digel

Das Hauptgebäude der Firma Wild in Eppingen.

 

Hallo Sarah, erzähl uns etwas über dich, die Firma Wild und warum du dich für eine Ausbildung in der Kartoffelindustrie entschieden hast. Gab es etwas, das dich an der Ausbildung zur Industriekauffrau besonders angesprochen hat?

Nach dem Fachabitur war ich auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle im Landkreis Heilbronn und eine Freundin hat mir die Firma Wild empfohlen. Sie hat mir die Ausbildung in dem familiengeführten Unternehmen ans Herz gelegt, weil sie in der Region einen guten Ruf hat. Deswegen hatte ich von Anfang an ein gutes Gefühl.

Ich habe also eine schriftliche Bewerbung mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen eingereicht und wurde auch bald zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Beim persönlichen Gespräch hat sich mein gutes Bauchgefühl über einen positiven ersten Eindruck bestätigt. Ich habe verstanden, dass bei Wild eine qualitativ hochwertige und abwechslungsreiche kaufmännische Ausbildung angeboten wird. Natürlich habe ich mich dann sehr gefreut, als ich die Zusage für die Stelle erhielt und als ich wenige Monate später meinen ersten Arbeitstag angetreten habe!

Heute, drei Jahre später, bin ich mit der Ausbildung zur Industriekauffrau fast fertig. Ich warte momentan nur noch auf meine Noten und bin schon ganz gespannt auf die Ergebnisse der einzelnen Prüfungen!

Und ja, die letzten Monate waren durchaus anders, als ich das vor drei Jahren erwartet hätte. Durch die Corona-Pandemie hat sich viel verändert. Beispielsweise, bin ich nicht mehr in die Berufsschule gegangen, sondern habe den Unterrichtsstoff alleine online erarbeitet. Das war nicht immer leicht. Die Berufsschullehrer haben meinen Jahrgang bei den Prüfungsvorbereitungen in dieser Zeit jedoch sehr gut unterstützt. Deswegen fühlte ich mich trotz dieser unerwarteten Situation gut auf die Prüfungen vorbereitet.

Welche Stationen hast du in den vergangenen drei Jahren bei der Firma Wild durchlaufen? Gibt es Highlights?

Es gibt einiges, das ich in drei Jahren Ausbildungszeit bei der Firma Wild erlebt habe! Ich habe in Abteilungen gearbeitet: Pforte, Empfang, Produktentwicklung, Qualitätssicherung, Produktion, Bestellannahme, Buchhaltung, Vertrieb, Marketing, Agra und Einkauf. Meine Ausbilder bei der Firma Wild legten sehr viel Wert darauf, dass ich die Zusammenhänge zwischen den Abteilungen verstehe und alle Arbeitsschritte innerhalb der Abteilung nachvollziehen kann.

In allen Stationen ist mir natürlich auch immer wieder die Kartoffel begegnet: Von der wachsenden Kartoffelpflanze bis hin zur Kartoffelsalatherstellung weiß ich jetzt so ziemlich alles! Den meisten Kontakt zur Kartoffel hatte ich im Rohwaren Einkauf und in der Agrar Abteilung. Dort hat man mir viel über den Anbau und die Pflege der Kartoffelpflanze bis hin zur Ernte beigebracht. Natürlich bin ich auch in all den Jahren öfter Mal aufs Feld gefahren, um die Entwicklung unserer Pflanzen in verschiedenen Stadien live zu sehen und hautnah mitzuerleben!

Interview Sarah Digel Acker Wild Eppingen

Traktor auf einem Acker in Eppingen. Quelle: Wild Kartoffel- und Zwiebelmarkt GmbH. 

 

Zu meinen persönlichen Highlights gehören die Mitarbeit an zwei Projekten:

Für Kids an die Knolle, einem Projekt des Deutschen Kartoffelhandelsverbands (DKHV), versenden Landwirte aus ganz Deutschland jedes Frühjahr Pakete mit Pflanzkartoffeln an teilnehmende Grundschulen im gesamten Bundesgebiet. Die Lehrer und Kinder bauen diese an, pflegen die Kartoffelpflanzen, ernten die Knollen und bereiten sie bei einem Kartoffelfest gegen Ende des Sommers gemeinsam zu. Kids an die Knolle war das erste Projekt, das ich im Rahmen meiner Ausbildung bei der Firma Wild selbständig durchführen durfte. Mir liegt das Projekt auch am Herzen, weil es Kindern, die nicht auf dem Land leben, die Kartoffel und landwirtschaftliche Themen näher bringt. Ein weiterer schöner Aspekt des Projekts ist, dass die Kinder lernen, was man alles leckeres aus der Kartoffel machen kann!

Am letzten Augustwochenende jeden Jahres findet seit 1998 der Eppinger Kartoffelmarkt statt. Dieses Event ist mir ebenfalls sehr ans Herz gewachsen. Die Firma Wild hat auf dem Markt jedes Jahr einen Stand, bei dem Kartoffeln und Zwiebeln für den guten Zweck verkauft werden.

Sarah Digel Kartoffelmarkt Eppingen Wild Kartoffel

Sarah Digel und weitere Ausbzubildende beim Eppinger Kartoffelmarkt. Quelle: Wild Kartoffel- und Zwiebelmarkt GmbH. 

 

Der Stand wird vor allem durch Azubis besetzt. Zu unseren Aufgaben zählt nicht nur der Verkauf; wir beraten die Besucher über die Kartoffel, beispielsweise über die unterschiedlichen Kochtypen. Das macht immer sehr viel Spaß!

Du bist von der Firma Wild übernommen worden und ab August fest in der Buchhaltung angestellt sein. Welche Aufgaben warten dort auf dich? Mit welchen Abteilungen wirst du die meisten Berührungspunkte haben?

Mein Arbeitstag beginnt meist um 07:45 Uhr. Ich arbeite zuerst meine E-Mails durch und starte dann mit dem Tagesgeschäft. Dazu gehört das Prüfen und Kontieren von Rechnungen, Abrechnungen usw. In der Buchhaltung arbeiten wir eng mit der Logistik und dem Rohwareneinkauf zusammen.

Hast du einen persönlichen Bezug zur Kartoffel?

Ja – auch schon vor meiner Ausbildung! Ich bin auf dem Land aufgewachsen. Meine Familie baut im kleinen Umfang Kartoffeln für den Eigenbedarf an. Seit meiner Kindheit war ich daher immer vom Kartoffel stecken bis zur Ernte mit dabei!

Würdest du trotz der aktuellen Situation um Corona anderen jungen Menschen eine Ausbildung bei einem Kartoffelbetrieb empfehlen? Welche Fertigkeiten sollten sie deiner Meinung nach mitbringen? 

Ich kann die Ausbildung in der Kartoffelbranche nur empfehlen! Kandidaten, die sich für eine Ausbildung in diesem Bereich interessieren, sollten eine gewisse Neugier für die Landwirtschaft und ihre Themen mitbringen. Zumindest kann es nie schaden!

Die Branche bietet sehr viele verschiedene und interessante Arbeitsbereiche, in denen man sich verwirklichen und neue Ideen einbringen kann. Ich habe durchaus den Eindruck, dass es viele Aufstiegsmöglichkeiten gibt – auch für junge Menschen, die gerade ins Berufsleben starten. Das liegt sicher auch daran, dass die Kartoffel ein Grundnahrungsmittel ist. Ich empfinde meine Firma und meinen Arbeitsplatz als krisensicher!

 

Mit freundlicher Unterstützung

Rentenbank

 

+
graue Holzbretter
Kartoffeln schaelen oder nicht 2020

Kartoffeln schälen oder nicht

Während unsere Omas noch vorwiegend mit Salz- oder Pellkartoffeln gekocht haben, ist es in der modernen Küche gang und gäbe, unsere Lieblingsknolle in der Schale zu servieren – z. B. als Rosmarinkartöffelchen oder Quetschkartoffeln vom Blech. Hartnäckig hält sich auch der Glaube: Unter der Schale sitzen doch die meisten Vitamine. Aber stimmt das eigentlich wirklich? Und gibt es handfeste Argumente für oder gegen das Schälen von Kartoffeln?

ungeschälte Kartoffeln

Fakt ist, die Kartoffel ist ein Nachtschattengewächs und enthält als solches neben vielen Vitaminen und Nährstoffen auch giftige Glykoalkaloide wie z. B. Solanin. Diese Pflanzengifte sind ganz normal und schützen die Kartoffel vor Schädlingen. Die Konzentration der Glykoalkaloide ist an Schale, Keimstellen und grünen Stellen besonders hoch und im Inneren der Knolle gering.

Das bedeutet jetzt allerdings nicht zwangsläufig, dass „Team Schälen“ den richtigen Riecher hat und „Team Schale“ sich hinten anstellen muss. Denn:

Ob eine Kartoffel eine hohe oder niedrige Konzentration an Solanin enthält, hängt unter anderem auch von ihrer Lagerung ab.

Kalt und dunkel gelagerte Kartoffeln, z. B. in einem Leinenbeutel im Kühlschrank, sind hierbei die klare Empfehlung. Des Weiteren ist Solanin zwar hitzebeständig, aber wasserlöslich, das heißt: Kochen schadet dem Solanin nicht, aber ein Teil davon löst sich ins Kochwasser.

Fazit: Ihr könnt problemlos die Kartoffelschalen mitessen, es empfiehlt sich jedoch, grüne Stellen und Keimstellen vorher zu entfernen.

geschälte Kartoffeln

Aber sind Kartoffelschalen auch gesund? Jein. Die Schale schützt zwar das wertvolle Vitamin C in der Kartoffel, hat aber an sich kaum Nährwerte. Eine gute Alternative zu Salzkartoffeln sind daher in der Tat Pellkartoffeln. Und die kann man mit einem ganz einfachen Trick sogar ziemlich schnell pellen.

Nährwerte und Vitamine hin oder her sind Kartoffelschalen zu gut zum Wegwerfen. Besonders lecker schmecken sie als Chips.

+
graue Holzbretter
Kartoffel Plastik 2020

Bioplastik aus Kartoffeln – eine nachhaltige Alternative?

Aus Kartoffeln Plastik herstellen – das geht? Wir waren neugierig und haben für euch herausgefunden, was es mit Bioplastik auf sich hat und wie Plastik aus Kartoffeln gemacht wird. Natürlich hat uns auch folgende Frage beschäftigt: Werden Plastikfolie, Kaffeebecher oder sogar Autoteile künftig aus unserer Lieblingsknolle hergestellt?

Knolle vs. Erdöl: Wer ist nachhaltiger?

Wir leben in einer Welt aus Plastik. Sei es der praktische Coffee-to-go-Becher in der City, die schnelle Pommes mit der kleinen Plastikgabel auf die Hand oder die in Folie eingeschweißte Gurke im Supermarkt – am Ende bleibt Plastikmüll, der entsorgt werden möchte. Die Diskussion um Mikroplastik ist schon seit mehreren Jahren entbrannt. Wäre es da nicht schön, es gäbe etwas, dass die Vorteile von Kunststoffen mit einer umweltfreundlichen rückstandslosen Entsorgung vereint?

Bioplastik heißt das Zauberwort, das genau dieses Versprechen einhalten soll. Darunter werden Kunststoffe verstanden, die meist auf Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt werden und zudem in wesentlich kürzerer Zeit vollständig biologisch abgebaut sind. Zur Herstellung werden beispielsweise Cellulose, aber vor allem auch Stärke aus der Kartoffel verwendet. Die Basis für herkömmliche Kunststoffe hingegen besteht bisher überwiegend aus Erdöl. Heißt: Konventionell produziertes Plastik braucht einen fossilen Rohstoff, der nicht nur nicht-erneuerbar ist, sondern zudem mehrere Jahrzehnte – zum Teil Jahrhunderte – braucht, bis es abgebaut ist. Hier beginnen die Vorteile von Bioplastik. 

Wie aus einer Kartoffel Plastik entsteht 2020

Woraus besteht Bioplastik? Welche Vorteile hat Plastik aus Kartoffeln?

Kunststoffe aus pflanzlicher Produktion gelten als Bioplastik, wenn diese sich innerhalb von drei Monaten zu 90 Prozent zersetzt haben. Dabei ist Bioplastik genauso beständig wie herkömmliches Plastik aus „chemischer“ Produktion. Plastik aus Kartoffeln kann als klimaneutral bezeichnet werden. Das heißt, dass diese Kunststoffe nach dem Gebrauch auch nur soviel CO2 freisetzen, wie die benutzten Pflanzen während ihrer Wachstumsphase verbraucht haben. Insbesondere Kartoffelstärke hat dabei den Vorteil biologisch schneller abbaubar zu sein.

Bei Bioplastik handelt es sich jedoch heutzutage mit einem Marktanteil von ca. 11,6 Prozent noch um ein reines Nischenprodukt. Die Produktion ist kostspielig und die Qualität kommt auch noch nicht an konventionell produzierte Kunststoffe heran. Demgegenüber spielen Kartoffeln zunehmend eine größere Rolle als Industrierohstoff zur Kunststoffherstellung. Der Prozess der Stärkegewinnung ist allerdings aufwendig.

Wie wird Kunststoff aus Kartoffeln hergestellt?

Hierzulande sind von weltweit ungefähr 5.000 Kartoffelsorten ca. 250 zugelassen. Diese werden in Speise- und Wirtschaftssorten unterschieden. Letztere verfügen über einen höheren Stärkegehalt und werden unter anderem in der Kunststoffproduktion verwendet. Dabei werden die Kartoffeln nach gründlicher Wäsche in speziellen Maschinen kleingerieben und ein sogenannter Stärkesaft gewonnen. Nach dem Entzug von Wasser entsteht Stärkemehl, das wiederum als Grundstoff in Kombination mit anderen Zutaten zu Kunststoffen verarbeitet werden kann. Doch tatsächlich ist es auch möglich, zuhause selbst Plastik aus Kartoffeln herzustellen. Wie das geht könnt ihr bei der Schülerinitiative für Chemische Technik und Biotechnologie nachlesen.

Wie aus einer Kartoffel Plastik entsteht Plastik und Mehl 2020

Die Zukunft von Bioplastik: Eine Prognose

Doch noch ist es ein langer Weg bis Bioplastik aus Kartoffeln zum Standard wird. Der Anteil an biologischen Kunststoffen ist bisher noch verschwindend gering. Prognosen sagen, dass durch weitere technische Innovationen und hohe Erdölpreise starke Zuwächse an Kunststoffen aus pflanzlicher Herstellung zu erwarten sind und künftig bis zu 70 Prozent der Verpackungen in Zukunft aus Bioplastik bestehen könnten. Wir dürfen also noch hoffen, dass die Kartoffel zum Helden wird und einen großen Anteil an der Rettung unseres Planeten übernimmt.

Bis es soweit ist, gibt es schon jetzt sehr viel, das wir tun können, um unseren Plastikkonsum zu reduzieren. Nicht nur der wiederverwendbare Stoffbeutel beim Einkauf und der Thermobecher für unterwegs sind in diesem Zusammenhang gute Ideen! Auch der Einkauf von regionalen, saisonalen Produkten statt Fertiggerichten vermeidet Plastikmüll. Für alle, die sich mit dem Thema Plastik vs. Bioplastik auseinander setzen möchten, empfehlen wir einen Blick auf die Informationen zu biobasierten und biologisch abbaubaren Kunststoffen des Umweltbundesamtes oder den Podcast von DLF Nova mit dem Titel Gefährlich Praktisch – Unser Leben mit Plastik.

+
graue Holzbretter
Headerbild Kartoffel Theater 2020

Kartoffeln und Kunst: das Kindertheaterstück „Besuch im Druntenunten“

Die Bäuerin Faira Frischvomfeld hat dieses Jahr viele Möhren und Zwiebeln geerntet, nur leider gab es gar keine Kartoffeln. Da taucht plötzlich der Regenwurm Buddelpieter auf. Er ist Meisterdetektiv und hat Annabelle, den kleinen Ackersegen und die anderen irgendwo gesehen. Nur wo? Buddelpieter und Faira begeben sich auf der Suche nach den Kartoffeln ins Druntenunten – in diesem lustigen und nachhaltigen Theaterstück für Kindergarten- und Schulkinder.

Wir haben mit Marion Bihler-Kerluku (Faira Frischvomfeld) vom Luk Puppentheater und der Regisseurin Andrea Bleikamp über „Besuch im Druntenunten“ gesprochen.

 

„Besuch im Druntenunten“ ist ein wirklich zauberhaftes Stück über unser Essen und die Umwelt. Wie kam es dazu?

Das Thema Nachhaltigkeit, vor allem im Bezug auf Ernährung und Umwelt, ist uns sehr am Herzen gelegen. Wo kommt unser Essen her? Das haben wir auch schon bei unseren vorletzten Stück „Die Sendung mit der Nudel“ gemerkt. Essen ist Sinnlichkeit. Über eine Kita, in der wir seit Jahren auftreten, habe ich von dem wunderbaren Nachhaltigkeitsprojekt ERNA® für Kita-Kids erfahren und habe ihnen unser Stück angeboten. Da sind wir wohl genau im richtigen Moment gekommen.

 

Bühnebild "Besuch im Druntenunten"

Teil des Bühnenbildes

 

Habt ihr das Stück selbst entwickelt?

Wir schreiben unsere Stücke immer selber. Da wir schon länger den Kontrast dunkel/hell, oben/unten für ein neues Theaterstück reizvoll fanden, manchmal liegen die Themen einfach in der Luft, kam uns die spannende Idee etwas Geheimnisvolles aber nicht Gruseliges unter der Erde zu entwerfen. Als Theatermacherinnen ist es uns sehr wichtig, nicht nur als Wissensvermittler tätig zu sein, sondern die Phantasie der Kinder zu beflügeln und alles in ein sinnliches, kindgerechtes Mitmachstück zu verpacken. Auf diesem spannenden Weg erreichen wir, dass die Kids unsere Welt und Umwelt besser kennenlernen und auch verstehen können. Gerade das Thema Regional-Saisonal ist so wichtig. So bekommen die Kids direkten Kontakt und Vorfreude aufs Essen. 

 

Was ist das Besondere an Kindertheater?

Kinder reagieren immer unmittelbar. Und die Kinder können während des Theaterschauens so schön loslassen und sich auf die Geschichte einlassen. Durch die Suche nach den verschwundenen Kartoffeln entsteht einiges an Spannung. 

 

Bühnebild "Besuch im Druntenunten"

Teil des Bühnenbildes

 

Neben der weinenden Zwiebel und der kullernden Kartoffel fällt besonders euer Bühnenbild auf, das die Zuschauer tief ins Druntenunten führt.

Die Spannung wird durch unser wunderbares Bühnenbild unterstützt, das wir gemeinsam mit den Kindern nach und nach entdecken. Inspiriert wurden wir durch die Buchreihe „Licht an“. Daran hat uns auch der Nachhaltigkeitsgedanke gefallen, Licht auf ein Bild zu werfen ohne Taschenlampenstrom, einfach mit einer Hinterleuchtung durch weißes Papier. Zum Glück konnten wir die Illustratorin Grazyna Ostrowska-Henschel für unsere Idee gewinnen. Sie hat mit viel professioneller Kreativität ein Bühnenbild illustriert, das zu unserer Geschichte passt, mit einer weinenden Zwiebel, einer tanzenden Möhre und den kartenspielenden Kartoffeln

 

Wo kann man sich das Stück anschauen?

Das Stück „Besuch im Druntenunten“ wird momentan in den Kitas gespielt, die am Projekt ERNA® für Kita-Kids teilnehmen. Gerne kann sich jede Kita dafür bewerben. Das Projekt besteht aus drei Teilen: Schulung der Erzieher, Schulung der Projektkinder und der Aufführung des Theaterstücks. Wenn das Projekt im Juni 2021 ausläuft, wird unser Stück in öffentlichen Theatern und auf Festivals gezeigt. 

 

Bühnebild "Besuch im Druntenunten"

Teil des Bühnenbildes

 

„Besuch im Druntenunten“ ist Teil des Nachhaltigkeitsprojektes ERNA®, das Kindern im Kita- und Grundschulalter die Themen Ernährung und Nachhaltigkeit praxisorientiert und altersgerecht nahebringt. ERNA® ist gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen.

Erna Logo 2020

+
graue Holzbretter
Kartoffel Autokino 2020

Kartoffel-Snacks fürs Autokino

Lange war es aus der Mode gekommen und hatte, wenn überhaupt, nur noch einen gewissen Retro-Charme: das Autokino.

Doch das neuartige Coronavirus hat unsere Gesellschaft verändert. In unserem Bestreben, einen Spagat zwischen Risikominimierung, Viruseindämmung und sozialem Leben zu schaffen, ist das gute alte Autokino plötzlich wieder en vogue – bietet es doch eine schöne Möglichkeit, kontaktlos auszugehen, in Gemeinschaft und doch auf Distanz etwas zusammen zu erleben. 

2019 gab es nur noch 20 stationäre Autokinos in ganz Deutschland, Anfang Mai 2020 zählte der Verband der Filmverleiher (VdF) 270 Autokinos. Neben den klassischen Kinofilmen werden mittlerweile sogar Live-Konzerte in Autokinos gespielt.

Gerade an lauen Sommerabenden ist der Besuch im Autokino eine schöne Abwechslung. Und was gibt es Besseres, als zum Film ein paar köstliche Kartoffel-Snacks im Gepäck zu haben?

 

Der knusprige Klassiker: Chips

Chips sind von einem gemütlichen Kinoabend kaum wegzudenken. Kartoffel-Chips könnt ihr zu Hause ganz einfach vorbereiten – und wir haben sogar eine fettfreie Resteverwertungsvariante aus Kartoffelschalen für euch im Angebot. Hier geht’s zum Rezept.

 

Zweierlei Sorten Kartoffelchips
Zweierlei Sorten Kartoffel-Chips

 

Urlaubsgefühle to go Teil 1: Tattie Scones

Tattie Scones, die pikanten schottischen Bratpfannen-Scones aus Kartoffeln machen aus dem Abend im Autokino ein echt britisches Erlebnis. 

 

Tattie Scones

Tattie Scones

 

Urlaubsgefühle to go Teil 2: Kartoffel-Foccacia

Das Herz schlägt eher für Italien als Großbritannien? Dann ist die Kartoffel-Foccacia genau euer Snack für den Filmabend. Für den Beifahrer gern auch mit einem Gläschen Rotwein. 

 

Der deftige Snack für den kleinen Hunger: Fish-Cakes

Die handlichen Frikadellchen aus Kartoffeln und Fisch sind schnell gemacht, schmecken auch kalt und eignen sich hervorragend als Finger Food. Profis nehmen zum Dippen Remoulade und Ketchup in kleinen Tüpperchen mit. 

 

Fish Cakes

Kartoffel-Fisch-Bällchen

 

Für den süßen Zahn: Kartoffel-Donuts

Zugegeben, bei diesen Kartoffel-Donuts darf man keine Angst vor Krümeln haben. Dafür sind sie ein wirklich leckerer süßer Snack und wecken gleichzeitig das typisch amerikanische Autokino-Feeling.

 

Der fancy Snack fürs erste Date: Kartoffel-Erdnussbutter-Konfekt

Die Fahrt ins Autokino ist das erste Date? Dann empfehlen wir einen ausgefallenen Snack, der Eindruck hinterlässt – wie unser Kartoffel-Erdnussbutter-Konfekt. Bei diesen köstlichen Schoko-Trüffeln schmilzt jeder dahin.

 

Und wer jetzt voll und ganz auf den Kartoffel-Geschmack gekommen ist, dem können wir an dieser Stelle noch das köstliche Kartoffelbier aus Brandenburg ans Herz legen. Aber vorsichtig: Don’t drink & drive!

+
graue Holzbretter
Beikost mit Kartoffeln 2020

Beikost mit Kartoffeln

Als „Beikost“ wird gemeinhin die Nahrung bezeichnet, die Säuglinge zusätzlich zur Mutter- bzw. Flaschenmilch bekommen. Zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat ist es meist so weit: Das Baby beginnt, sich für Essen zu interessieren. Wenn es mit seinen Augen den Löffel verfolgt oder sogar danach greift, ist ein guter Zeitpunkt, mit der Beikosteinführung zu beginnen.

Den Anfang macht hier in der Regel ein einfacher Gemüsebrei, der die Mittagsmilch ersetzt. Empfohlene erste Gemüse sind Karotten, Pastinaken oder Kürbis. Bei manchen Kindern führt Karottenbrei zu Verstopfung – dann einfach das Gemüse wechseln. Wer auf orangene Flecken auf der Kleidung verzichten möchte, greift am besten direkt zur Pastinake. 😉

Das Gemüse deiner Wahl wird dampfgegart und püriert. Am besten füllst du es dann in eine Eiswürfelform und taust in der erste Woche jeden Tag ein oder zwei Würfel auf. Wenn dein Baby nicht essen möchte, stress dich nicht. Mach einfach eine Pause und probiere es in ein oder zwei Wochen nochmal.  

Manche Kinder haben auch ganz einfach Probleme, das Essen vom Löffel zu bekommen. Beim Erlernen dieser neuen Esstechnik hilft ihnen ein flexibler Löffel. Er entleert sich, sobald die Zunge des Babys von unten an den Löffel kommt. Das weiche Material stülpt sich um und der Brei landet im Mund.

Nimmt dein Baby das Essen gut an, ist es in der zweiten Woche so weit, eine weitere Zutat in den Brei zu integrieren: die Kartoffel!

Kartoffeln bestehen zu 78 % aus Wasser und zu 18 % aus Kohlenhydraten in Form von Stärke. Diese ist nicht nur ein wichtiger Energielieferant für dein Kind, sondern bindet auch Säure. Außerdem liefert die Kartoffel wichtige Mineralstoffe wie Kalium und Phosphor.

Zusätzlich helfen die Ballaststoffe in der Kartoffel bei der Verdauung – eine wahre Wunderknolle und die perfekte Ergänzung für euren ersten Gemüsebrei. Übrigens: Damit dein Baby die Nährstoffe gut aufnehmen kann, gibst du jetzt auch ein paar Tropfen Öl zum Brei. Bio-Rapsöl oder Bio-Sonnenblumenöl eignen sich hier perfekt.

Rezept für eine Mahlzeit Kürbis-Kartoffel-Brei

130 g
Kürbis (gerne auch TK)
65 g
Kartoffeln (gerne mehligkochend)
3 EL
Wasser
1 EL
Rapsöl

Kürbis und Kartoffeln waschen, schälen und dampfgaren oder kochen. Anschließend mit etwas Wasser pürieren. Rapsöl hinzufügen, umrühren, abkühlen lassen und füttern.

 Ein Baby lernt essen

 

Ist der Kartoffel-Gemüse-Brei fest etabliert, kannst du ab der dritten Woche Fleisch hinzugeben. Rind und Huhn (gerne in Bio-Qualität) sind hier die erste Wahl. Zusätzlich solltest du einmal pro Woche das Fleisch durch fetten Seefisch wie z. B. Lachs ersetzen.

 

Zum Brei biete deinem Baby stilles Wasser zum Trinken an. Die meisten Babys sind übrigens begeistert, aus einem echten Glas zu trinken. Achte nur darauf, dass es ein dickes Glas ist, das nicht aus Versehen bricht.

 

Auch die fleischfreie Ernährung ist möglich. In diesem Fall solltest du dich jedoch vorher ausführlich informieren und mit deinem Kinderarzt sprechen. Du kannst nicht einfach nur das Fleisch weglassen – du musst dafür sorgen, dass dein Baby auf alternativem Weg alle Nährstoffe erhält.

 

Bei einer fleischfreien Beikostgabe musst du z. B. genügend pflanzliche Eisenquellen wie Hirse oder Hafer in den Speiseplan integrieren. Pflanzliches Eisen wird vom Körper schlechter aufgenommen als tierisches, daher solltest du auch ein Vitamin-C-haltiges Obst oder Gemüse in deinen Brei mischen (z. B. ein paar Löffelchen Orangensaft). Vitamin C hilft dem Körper, pflanzliches Eisen aufzunehmen. Wenn du auch auf Fisch verzichten möchtest, achte darauf, ein Omega-3-haltiges Beikostöl zu nehmen. Bio-Leinöl ist hier eine gute Wahl, aber auch Bio-Rapsöl.

 

Gelegentlich wird empfohlen, bei allergiegefährdeten Babys die Beikosteinführung mit Kartoffeln zu starten und nicht mit Gemüse. Hierfür nimmst du am besten mehligkochende Kartoffeln, kochst diese als Pellkartoffeln, ziehst die Schale ab und zerdrückst sie mit der Gabel. Vermischen kannst du den Kartoffelbrei mit etwas Muttermilch, das erhöht die Akzeptanz beim Baby. Es gibt keine Studien, dass diese Herangehensweise das Allergierisiko wirklich maximiert, aber sie schadet auch nicht.

 

Generell haben sich die strengen Beikost-Regeln von früher heute ohnehin sehr gelockert. Mit dem Baby-led Weaning z. B. ist eine ganz andere Art von „Beikost bei Bedarf“ in Mode gekommen. Die Kinder bekommen hier nicht nach festen Plan Brei mit einem Löffel, sondern ihnen werden, sobald sie sechs Monate alt sind und mit am Tisch sitzen können, gegarte Stückchen Kartoffeln und Gemüse, Obst oder Brot zum Selberessen angeboten. Mit diesem Fingerfood kann das Baby selbstbestimmt entscheiden, was es essen möchte und Eltern können die Püree-Phase überspringen.

 

Und natürlich beeinflussen auch die jeweiligen lokalen Gepflogenheiten, welches Lebensmittel Babys zuerst zu essen bekommen. In Italien ist dies meist eine angedickte Gemüsesuppe mit Parmesan, in Schweden ein Kartoffelbrei, in China spielt Reis eine wichtige Rolle, bei Inuit-Babys von den Eltern vorgekauter Fisch.

 

Wir wünschen dir eine gute und erfolgreiche Beikost-Einführung und falls du zwischendurch verzweifelst, helfen dir vielleicht zwei Gedanken:

  • Irgendwann essen sie alle.
  • Immerhin musst du keinen Fisch vorkauen.
+
graue Holzbretter
K wie Kartoffel 2020

5 Fragen an Alper Aksoy von K wie Kartoffel

Leckere Snacks und gesunde Ernährung – das vereinen Alper Aksoy und sein Geschäftspartner in K wie Kartoffel. Als Teil dieses Low-Fat-Food-Konzepts gibt es kreatives aus Kartoffeln, also Kartoffelspaghetti oder Backkartoffeln mit ausgefallenen Toppings. Also mit Bolognese, Pulled Turkey oder getarnt als „Kino Knolle“ – mit Nachos, Käsesauce, Salsa und Jalapeños!

Nacho Knolle von K wie Kartoffel

Nacho Knolle mit Nachos, Käsesoße, Salsa und Jalapeños. Quelle: K wie Kartoffel.

 

Für Alper und sein Team stand nach Gründung von K wie Kartoffel zuerst ein Jahr im mobilen Food Truck und im Pop-Up Store an. Im gesamten Ruhrpott, u.a. an der Reinoldikirche in Dortmund, auf dem Weihnachtsmarkt in Essen-Steele und am Ruhr Park in Bochum, servierten sie die Knollen an durchweg begeisterte Kunden. Seit Januar 2020 hat K wie Kartoffel endlich eine eigene Heimat: Im Flagshipstore im Herzen der Bochumer Innenstadt. Wir waren neugierig, was die beiden bewegt hat aus Kartoffeln ein Business zu machen – und woher sie Inspiration für ihre patentierten K-Spaghetti und immer neue und immer verrücktere Toppings bekommen. Hier unser Interview mit Alper!

Hallo Alper, wie kommt man auf die Idee ein Restaurantkonzept rund um die Kartoffel zu konzipieren?

Der Grundgedanke war simpel. Wir haben uns gefragt, warum es die leckere Standard-Backkartoffel mit Kräuterquark nur auf dem Weihnachtsmarkt oder auf der Kirmes gibt. Warum sollte man sie nicht ganzjährig essen?! Schneller, effizienter, gesünder und nachhaltiger wird man doch nicht satt! Insbesondere nicht mit dem ungesunden Einheitsbrei, der meist auf solchen Veranstaltungen angeboten wird.

Kartoffelspaghetti mit Schafskäse von K wie Kartoffel

Bild: K-Spaghetti mit Rataouille. Quelle: K wie Kartoffel.

 

In nächtelangen Tüfteleien in der heimischen Küche ist unser Alleinstellungsmerkmal entstanden: der patentierte „K-Stampf“. Hier treffen heiße Kartoffelspaghetti auf geriebenen Mozzarella. Dieser ist, neben der klassischen Ofenkartoffel, Grundpfeiler der Speisekarte.

Alper Aksoy von K wie Kartoffel auf dem Zeltfestival Ruhr 

Bild: Alper Aksoy vor dem K wie Kartoffel-Stand auf dem Zeltfestival Ruhr.

 

Nach einem zweitägigen Testlauf im Juni 2018 in Herne-Wanne wussten wir, dass K wie Kartoffel viel Potenzial hat und den Sprung aus der Street-Food-Nische schaffen kann, getreu dem Motto: „Wat hier funktioniert, kann überall funktionieren!“ Mittlerweile macht K-Stampf 90 Prozent unserer Verkäufe aus.

Was war Euch wichtig, als Ihr die Speisekarte für K wie Kartoffel entworfen habt?

Eine Auswahl an frischen, warmen, kalten und klassischen Toppings. Zudem wollten wir eine vollwertige Mahlzeit anbieten, die gut auf die Hand passt und sich in einem studentenfreundlichen Preissegment bewegt. Beim Aufsetzen unserer Speisekarte war uns wichtig eine breite Masse Geschmäcker abzudecken. Also fruchtig, knackiges Grillgemüse mit mediterranem Hummus und frischen Kräutern für die Veganer. Und unser aktueller Bestseller Hühner-Filettis mit geschmorten Rahmchampignons, frischem Parmesan und knusprigen Röstzwiebeln für die Freunde der herzhaften Küche.

Hühnerfilettis mit Rahmchampignons von K wie Kartoffel

Bild: Backkartoffel mit Hühner-Filettis mit geschmorten Rahm-Champignons. 

 

Übrigens: Wir nehmen Rücksicht auf Allergiker. Wir bieten daher fast alles glutenfrei und wahlweise laktosefrei an. Fragt einfach vor Ort nach, was möglich ist!

Welches ist das beliebteste Topping?

Die Beliebtheit der Toppings liegt an Jahreszeit und der Tagesform der Kunden. Im Sommer liegt beispielsweise der Sommersalat (bestehend aus Rucola, einer Mischung aus Tomaten, Gurken und roten Zwiebeln, würzigem Bulgur, Schafskäse und Joghurt-Minz-Topping) vorn.

Sommersalat-Topping von K wie Kartoffel

Bild: K-Spaghetti mit Sommersalat. Quelle: K wie Kartoffel.

 

Plant Ihr künftig noch weitere Kartoffelformate?

Wir haben noch die ein oder andere Kartoffelüberraschung in der Pipeline, die nach der Eröffnung unseres Flagshipstore im Februar in der Bochumer Innenstadt das Licht der Welt erblicken werden. Und egal was kommt, unser Motto wird immer bleiben: Iss lecker, iss besser, iss hier!

K wie Kartoffel Store

Bild: K wie Knolle Pop-Up-Store im UCI in Bochum. Quelle: K wie Kartoffel.

 

Außer im Flagshipstore in Bochum: Wo sehen wir K wie Kartoffel überall im Jahr 2020?

Unser Veranstaltungskalender 2020 wird wieder sehr aufregend. Wir freuen uns auf diverse Festivals wie das Zeltfestival Ruhr in Bochum, das Hurricane in Scheesel und weitere tolle Events! Die genauen Termine geben wir auf unseren Facebook- und Instagramseiten rechtzeitig bekannt, also seid gespannt!

+
graue Holzbretter
5 Fragen an Ruben Frey Kaesesommelier 2020

Zum Dahinschmelzen: Interview mit Ruben Frey, Käsesommelier

Käse und Kartoffeln: ein unschlagbares Dreamteam! Das finden nicht nur ASMR-Youtuber, die Kartoffeln und Käse in Massen essen, sondern auch ihr! Kein Wunder, dass einer unserer beliebtesten Artikel im Blog von Käse aus Kartoffeln handelt. Und nicht zu vergessen, die Franzosen, die sich das Erfinden von Pommes Aligot, einem käsigen Kartoffelbrei, der Truffade, eine Kartoffelpfanne voller Käseglück, und des überall auf der Welt bekannten Kartoffelgratin, dem mit Käse überbackenen Kartoffelauflauf, auf die Fahne geschrieben haben. Wir wollten das spannende Duo näher erforschen und haben dazu einen Experten befragt: Ruben Frey, zertifizierter Käsesommelier aus Detmold.

Hallo Ruben, erzähl uns etwas über Dich! Wie wird man Käsesommelier – und warum?

Mein Vater ist Fleischer. Das war mir einfach irgendwann zu viel Fleisch auf dem heimischen Tisch. Da brachte ich einfach mal Käse mit nach Hause! Inspiriert von meiner Tätigkeit in der Käseabteilung im Handel beschloss ich den Lehrgang zum Diplom-Käsesommelier zu absolvieren, um mein Käsewissen zu erweitern und um meine Kunden besser beraten zu können.

Den Titel „Käsesommelier“ wurde mir 2015 vom Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) in Österreich verliehen. Ich erhielt den Titel im Anschluss an einen zweiwöchigen Kurs und nach bestandenen Prüfungen am European Cheese Center in Hannover. Zwei Wochen lang alles Käse! Wir haben die Geschichte, Traditionen und das Käsehandwerk bis hin zu Schnitttechniken, Foodpairing und Wertschätzung für dieses hochwertige Lebensmittel gelernt. 

Der Käse hat mir also bisher sehr schöne berufliche Erfahrungen gebracht!

 

Ruben Frey diplomierter Käsesommelier Detmold

Quelle: Ruben Frey.

 

Rezepte, die Speck, Käse und Kartoffeln kombinieren, sind in unserem Kartoffelblog der Renner. Weißt Du, warum so viele Menschen gerne Kartoffeln und Käse zusammen essen?

Ich bin mir nicht sicher, habe aber eine Vermutung: Da Bauern früher überwiegend Selbstversorger, hatten also Kartoffeln im Keller und eine Kuh vorm Haus. Käse und Kartoffeln sind beide lagerfähig. Damals bestanden Mahlzeiten aus Kohlenhydraten und Proteinen: also Käse! Da Käse hergestellt wird, um über die kalte Jahreszeit  zu kommen, kam eine junge Bäuerin auf die Idee die vielfältig einsetzbare Kartoffel mit dem geschmackvollen Käse zu kombinieren und zauberte so eine leckere und deftige Mahlzeit.

Welche Käsesorten würdest Du zu Kartoffeln empfehlen? Gibt es Favoriten?

Zum Schmelzen empfehle ich Schweizer Emmentaler, das ist ein wirklich toller Käse! Und Käse nach Gouda Art. 

Zum Gratinieren empfehle ich Hartkäse. Beispielsweise Parmesan. Der hat einen geringeren Fettgehalt als Emmentaler oder Gouda und wird deswegen im Ofen knuspriger.

Käse aus Rohmilch? Unbedingt! Die verwendete Milch ist naturbelassen und enthält ein großes Spektrum Vitamine und Mineralstoffen. Diese gehen weitgehend verloren, wenn die Milch pasteurisiert oder homogenisiert wird – sie sterben durch die Hitze. Rohmilchkäse wird von kleinen Betrieben hergestellt und kein Käse ist dem anderen gleich. Das sorgt für ein große Bandbreite an Vielfalt und Geschmack. Hier gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken!

Kaeseplatte von Ruben Frey Käsesommelier

Quelle: Ruben Frey.

 

Zu Tapas empfehle ich natürlich was Spanisches: Käsesorten aus handwerklicher Herstellung, die man am Label „artesanal“ oder „artesano“ erkennt, beispielsweise den Klassiker Manchego. Passend auch Käse aus den Pyrenäen, egal ob Spanien oder Frankreich!

Wenn Du einen Käse-Kartoffelsalat zubereiten müsstest, wie würdest Du vorgehen? Gibt es Zutaten, die Dir wichtig wären?

Mein Kartoffelsalat beinhaltet nur beste Zutaten! Für mich gehört dazu Bergkäse, beispielsweise das Meisterstück 1862 von der Firma Baldauf aus dem Allgäu. Dazu gibt’s rohe Zwiebelringe, gekochtes Ei in Scheiben und festkochende Kartoffeln. Verfeinern würde ich den Salat mit Olivenöl und gegrillten Oliven von der Firma Oelich sowie schönen Kräuter aus der Provence. Wer möchte kann noch natürlich noch etwas Südtiroler Speck hinzugeben!

Welches Gericht mit Kartoffeln hast Du in Deiner Kindheit am Liebsten gegessen?

Ich habe spanische Wurzeln. Deswegen liebe ich Tortilla de Patata, das Kartoffelomlette. Meine Mutter hat über die Jahre hinweg immer wieder mit diesem Klassiker der spanischen Küche experimentiert und Variationen davon zubereitet. Mein Liebling: Omelette aus Kartoffeln und Zucchini!
+
graue Holzbretter
Kartoffeln richtig lagern 2020

Kartoffeln richtig aufbewahren

Die ideale Aufbewahrung von Kartoffeln lässt sich mit einem Satz auf den Punkt bringen: Kartoffeln mögen es dunkel, trocken und kühl.

Von unseren Eltern und Großeltern kennen viele sicher noch die Kartoffelkiste im Keller – eine Konstruktion aus Holz, die von unten Luft an die Knollen gelassen hat. Dunkel war es im Kartoffelkeller, und die Aufgabe, Kartoffeln fürs Familienessen zu holen, war unter den Kindern unbeliebt.

Kartoffelkiste

Heute werden Kartoffeln oft im Supermarkt im praktischen 5-Kilo-Netz gekauft und anschließend im Gemüsekorb in der hellen Küche aufbewahrt. Das ist nicht gut, da die Kartoffel so schneller keimt, schrumpelt und das Pflanzengift Solanin sich in der Kartoffel vermehrt.

Aber wie lagert der normale Durchschnittshaushalt von heute denn nun Kartoffeln am besten?

Fakt ist …

  • Die Wohlfühltemperatur der Kartoffel liegt zwischen 4 und 10 °C.
  • Gelagerte Kartoffeln brauchen Luft.
  • Werden Kartoffeln im Keller oder in einer Kiste gelagert, müssen sie regelmäßig gewendet und faule entfernt werden.
  • Kartoffeln sollen nicht zusammen mit Birnen, Äpfeln, Pflaumen oder Bananen aufbewahrt werden. Diese sondern Ethylen ab, das Kartoffeln nachreifen lässt.
  • Kartoffeln, die zu kalt gelagert werden, schmecken süßer. Durch die Kälte wird die Stärke der Kartoffel in Zucker umgewandelt.
  • Frühkartoffeln eignen sich nicht zur „Lagerung“. Sie können nur eine Weile aufbewahrt werden und sollten daher zeitnah verspeist werden.

Gut gelagert sind Kartoffeln also in der Tat in einer luftigen Kiste im dunklen, trockenen Keller. Ebenso gut ist es, sie in einem Leinenbeutel oder Weidenkorb in der Speisekammer aufzubewahren. Wenn beides nicht existiert und zur Lagerung nur die Küche bzw. der Kühlschrank zur Verfügung stehen, dann ist das Gemüsefach des Kühlschranks für eine kurze Zeit die bessere Wahl. Wickelt die Kartoffeln aber in Zeitungspapier oder ein Küchenhandtuch ein.

Übrigens: So werden Kartoffeln im großen Stil gelagert.

Und wer abseits der Lagerung einen Weg sucht, Kartoffeln lange haltbar zu machen, dem können wir gefriergetrocknete Kartoffeln oder eingeweckte Kartoffeln ans Herz legen!

+