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Corona Quarantaene und Kartoffeln 2020

Corona, Quarantäne, Kartoffeln – Kochen mit haltbaren Lebensmitteln

Kartoffeln haben eine lange Haltbarkeit und sind daher ein beliebter Unterstützer in Krisenzeiten. Anlässlich der aktuellen Situation um die Eindämmung des Corona-Virus, ist das Bewusstsein einer guten Vorratshaltung wieder in den Fokus gerückt, auch jenseits der Empfehlungen vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Lange Rede, kurzer Sinn: Kartoffeln sind in aller Munde. Und damit die Fragen: Was kochen und backen aus Kartoffel in Kombination mit anderen, lang haltbaren Lebensmitteln? Wir sagen’s euch und warnen: Achtung, köstlich! 

Kartoffeln richtig lagern, so geht’s!

Damit eure Knollen besonders lang halten, solltet ihr für gute Lagerbedingungen sorgen! Dunkelheit und Kälte hemmen das Keimen der Kartoffeln. Gute Orte für euren Kartoffelsack sind die Speisekammer, ein dunkler und trockener Kelle, spezielle Tontöpfe oder ein Küchenschrank. Weitere Details in unseren 5 Tipps um Kartoffeln richtig zu lagern.

Was aus einem Kartoffelsack kochen?

Ihr habt ganz viele Kartoffeln gekauft, yeah! Und jetzt? Was kochen aus den vielen Knollen und den anderen haltbaren Zutaten, die jetzt so bei zu Hause herumstehen? Also Hülsenfrüchten, Tiefkühlgemüse, Hartkäse, Eiern (roh und hartgekocht), Mehl, Konserven und Obst und Gemüse aus dem Kühlfach und aus dem Glas? Wir empfehlen unsere Datenbank mit Kartoffelrezepten, insbesondere die Kategorie preiswert, in der die meisten Rezepte mit wenigen, günstigen Zutaten auskommen.

Kartoffelsalat und Kartoffelauflauf: Mit wenigen Zutaten zum Erfolg

Die gute Nachricht: Mit Pellkartoffeln und Salzkartoffeln kommt man schon sehr weit. Viele Klassiker, beispielsweise der schwäbische Kartoffelsalat, kommen mit nur sehr wenigen, alle sehr lang haltbaren, Zutaten aus.

Kochen mit haltbaren Zutaten Schwäbischer Kartoffelsalat

> Rezept: Schwäbischer Kartoffelsalat

Es muss aber nicht ganz so rustikal sein, denn in Kombination mit einem Glas haltbaren Pesto, etwas Hartkäse und Tiefkühlgemüse, wie Erbsen oder Edamame, gibt’s schnell Kartoffelsalat oder ein buntes Kartoffelgratin, beispielsweise mit Sauerkraut und Kasseler.

Kartoffel Sauerkraut Auflauf mit Kasseler kochen mit haltbaren Zutaten

> Rezept Kartoffel-Sauerkraut-Auflauf mit Kasseler

Gebt gerne Kichererbsen, Kidneybohnen, Mais oder Würstchen aus der Dose und hartgekochte Eier zum Salat. Oder Mayo oder eine klassische Vinaigrette aus Olivenöl und Balsamico, vielleicht sogar mit Honig und Senf. Wer’s besonders fancy mag, röstet Pinien- oder Sonnenblumenkerne und bestreut den Salat damit!

Kochen mit haltbaren Zutaten Oliviersalat Russischer Kartoffelsalat

> Rezept: Oliviersalat / Russischer Kartoffelsalat

Funktioniert auch mit haltbaren Zutaten gut: Kartoffelbrei, Kartoffelsuppe und die gute alte Ofenkartoffel

Kartoffelbrei, Kartoffeln aus dem Ofen und Kartoffelsuppen kommen mit wenigen Zutaten aus und schmecken auch ohne frische Mich, Sahne oder Butter. Ersetzt sie mit Kokosmilch aus der Dose, haltbarer Sahne aus dem Tetrapak und Margarine. In Kombination mit getrockneten Gewürzen und Kräutern aus dem Tiefkühlfach oder ein paar bunten Helfern wie Rote Beete oder Karotten wird Kartoffelbrei eine aufregendes Essen für die Kids.

Kartoffelbrei Eulen 2018

> Rezept: Lustige Kartoffelbrei-Eulen

Wer mag, kocht eine Kartoffelsuppe mit Linsen und Würstchen oder macht eine Kartoffelbreibowl, mit allem was der Kühlschrank noch so hergibt.

Aus Eiern und Kartoffeln wird die volle Dosis Protein

Auch Eier und Zwiebeln sind lange haltbar. Her mit Kartoffelpfannen, wie der Spanischen Tortilla, der Shakshuka und dem Schweizer Rösti. Her mit Reibekuchen, Röstitaschen aus dem Sandwichmaker und Quarkkäulchen, die traditionell mit Apfelmus oder einem anderen fruchtigen Kompott aus dem Glas serviert werden. Und her mit den Senfeiern!

Kochen mit haltbaren Zutaten Senfeier

> Rezept: Kartoffeln mit Senfeiern

Wer keine Eier mag, ist mit Käse gut beraten. Auch der ist lange haltbar und ergibt in Kombination mit Kartoffeln Pan Haggerty oder die französische Truffade!

Was backen aus Kartoffeln und Mehl?

Aus Kartoffeln, Eiern und Mehl entstehen fantastische Gerichte: Pfannkuchen, wie die norwegischen Potetlefse, herzhafte Waffeln mit einem Herz aus Speck oder süße Waffeln mit Kirschen aus dem Glas

Kochen mit haltbaren Zutaten Potetlefse

> Rezept: Norwegische Pfannkuchen, Potetlefse

Ihr habt noch Hefe? Macht Langos und esst sie mit Schokoladencreme, Frischkäse oder Speck!

Mit ein wenig Zeit entstehen aus einem Kartoffel-Keksteig und Marmelade leckere Bischofsmützen. Und solltet ihr zu viele Bananen gekauft und Lust auf Süßes haben: Kartoffel-Bananenkuchen mit Nüssen!

Aus Eiern, Mehl und Knolle werden leckere Knödel, Gnocchi und Schupfnudeln.

Kochen mit haltbaren Zutaten Gnocchi Schupfnudeln Knödel

> Aus Eins mach‘ Drei: Das ultimative Rezept für Knödel, Gnocchi und Schupfnudeln

Und wer’s super lecker und vegan mag, backt Brot mit Kartoffeln oder Knäckebrot aus Nüssen und Saaten und isst dazu eine leckere Brotzeit aus Dipps wie Hummus, Gurken aus dem Glas und einem Karotten-Selleriesalat, entweder aus frischen Karotten und gedünsteter Sellerieknolle oder Möhren und Sellerie aus dem Glas.

Kartoffel Cracker Knaeckebrot Backen mit haltbaren Zutaten

> Rezept Kartoffel-Saaten-Cracker mit Sonneblumenkernen, Leinsamen, Kürbiskernen und Chia

Zero Waste lernen

Gute Vorratshaltung hin oder her, man kann es nicht oft genug sagen: Wir werfen immer noch viel zu viele Lebensmittel weg. Inspiration, wie man das ändern kann, gibt’s in unseren Rezensionen von vier fantastischen Zero-Waste-Kochbüchern oder in Resteessen mit Kartoffeln.

Die längste Haltbarkeit: Einfrieren, Einkochen, Einwecken

Salzkartoffeln, Pellkartoffeln, Kartoffelsalat und Kartoffelsuppe: Sie alle kann man übrigens prima einkochen. In einem separaten Blogartikel findet ihr alles über das Einwecken von Kartoffeln und Kartoffelgerichten. Ihr wollt die Kartoffeln lieber einfrieren und wisst nicht, ob und wenn ja, wie das geht?

Eingekochte Salzkartoffeln Pellkartoffeln 10 2019

 

Kein Problem, diese Frage beantworten wir in euch in Kartoffeln einfrieren – geht das?

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Interview mit Yvonne Prufer Solanum Verpackungsgesellschaft DKHV 2020

Zum Weltfrauentag: Fünf Fragen an Yvonne Prüfer

Am 8. März ist Weltfrauentag. Zeit über Rollenklischees in der Berufswelt nachzudenken! Mal ehrlich: viele denken immer noch zuerst an Kartoffelköniginnen, die Landfrauen und vielleicht noch an Köchinnen, wenn sie an Frauen denken, die beruflich in der Kartoffelwelt zu Hause sind. Doch Frauen arbeiten in allen Bereichen der Kartoffelindustrie. Sie bauen die Knollen an und ernten sie, stehen an erster Front in der Entwicklung und Forschung, im Marketing und in der Vermarktung, sie sind Führungskräfte und Inhaberinnern von landwirtschaftlichen Unternehmen und engagieren sich in Netzwerken, wie der Kartoffel Marketing GmbH. Wir haben eine von ihnen interviewt: Yvonne Prüfer. Sie ist 31 Jahre alt und seit über zwei Jahren Geschäftsführerin der Solanum Vermarktungsgesellschaft im thüringischen Harth-Pöllnitz, einem Ort zwischen Zwickau und Jena.

Wow, Yvonne, du bist mit 28 Jahren Geschäftsführerin eines erfolgreichen mittelständischen Unternehmens geworden! Seit August 2017 leitest du die Solanum Vermarktungsgesellschaft mbH und engagierst dich zudem im Vorstand des Deutschen Kartoffelhandelsverband. Erzähl uns etwas über deine berufliche Laufbahn!

Ich habe im Sommer 2014 mein Studium der Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt auf Pflanzenbau/Agrarische Landnutzung mit einem Master of Science an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (an der Saale) abgeschlossen. Danach war ich fast ein Jahr in Neuseeland. In dieser Zeit habe ich bei der Balle Bros Group gearbeitet, ein über mehrere Standorte verteilter Abpackerbetrieb. Er wird in dritter Generation von einer Familie geführt, die neben Kartoffeln auch Zwiebeln, Möhren und anderes anbaut und international vermarktet.

 5 Fragen an Yvonne Prüfer 2020

Yvonne Prüfer 2015 in Neuseeland / Quelle: privat.

 

Wieder zurück in Deutschland bin ich als Assistenz der Geschäftsleitung bei der Solanum eingestiegen. Parallel habe ich in der Erzeugergemeinschaft Qualitätsspeisekartoffeln Ostthüringen w.V. mitgearbeitet und eine Weiterbildung zum Internen Auditor bei der Andreas Hermes Akademie absolviert.

 Kartoffelernte in Neuseeland

Kartoffelernte in Neuseeland / Quelle: privat.

 

Wie sieht ein üblicher Arbeitstag für dich aus?

Meist bin ich ab 7.00 Uhr im Unternehmen. Ich starte mit einem Betriebsrundgang in den Tag, begrüße meine Kolleginnen und Kollegen in den Abteilungen und erkundige mich nach der Qualität der vermarkteten Kartoffeln und Zwiebeln. In dieser Zeit hole ich auch Auskünfte über den laufenden Betrieb in den verschiedenen Betriebszweigen ein. Dann geht’s zurück ins Büro: Mails checken und zu Terminen mit Lieferanten- und Kunden. Im Anschluss stehen unternehmerische Kalkulationen an. Die sind wichtig, denn darauf stützt sich unsere mittel- und langfristige Unternehmensausrichtung. Je nach Jahreszeit beinhaltet dieser Teil meines Arbeitsalltags auch Feldbegehungen oder Lagerrundgänge. Zudem lasse ich mich täglich von den einzelnen Betriebsverantwortlichen über die aktuelle Tagesplanung informieren. Gegen fünf Uhr Nachmittags versuche ich meinen Arbeitstag zu beenden.

Gibt es ein Projekt, auf das du besonders stolz bist? Warum?

Unternehmen sind stets und ständig von Veränderungen geprägt. Nicht umsonst heißt es „Hier stille stehn, heißt rückwärts gehen …“ Eines meiner bisher spannendsten Projekte war der Neubau eines Kistenkühllagers und einer Abpack- und Komissionierhalle für Speisekartoffeln. Das Projekt wurde zwischen 2017 und 2019 umgesetzt und orientierte sich an Marktanforderungen, wie ein niedriger Energieverbrauch und der möglichst effektive Einsatz aller Ressourcen. Besonders freut mich, das Projekt hier am Unternehmenssitz realisiert zu haben und dass wir es mithilfe der zuständigen Gemeinde und der Behörden des Landkreises Greiz im geplanten Zeitraum umsetzen konnten. Diese Erweiterung unseres Betriebes bedeutet enormes Potenzial für künftige Aufträge in unserer Wirtschaftsregion und schafft somit auch neue Arbeitsplätze!

Kommissionierhalle für Speisekartoffeln Solanum Verpackungsgesellschaft 2020

Die neue Kommissionierhalle. Quelle: Yvonne Prüfer.

 

Welchen Rat würdest du anderen jungen Unternehmerinnen oder jungen Frauen, die eine Karriere in der Kartoffelindustrie anstreben, an die Hand geben? Gibt es Netzwerke, die du ihnen empfehlen kannst?

Die Kartoffelbranche bietet ein vielfältiges Spektrum, das sich natürlich – wie in jeder anderen Branche – am Wandel der Zeit und an den Bedürfnissen der Verbraucher orientiert. So haben sich verschiedene, sehr spezialisierte Zweige in der Kartoffelindustrie etabliert: Von der Anbautechnik bis hin zur Züchtung neuer Kartoffelsorten bestehen gerade für junge Leute viele Möglichkeiten Fuß zu fassen! Das wirklich interessante und auch spannende ist, dass kein Jahr dem anderen gleicht und man regelmäßig neue Erkenntnisse erzielt und Erfahrungen macht. Ein wichtiger Interessensvertreter ist der Deutsche Kartoffelhandelsverband e.V. (DKHV), bei dem ich seit April 2019 im Vorstand aktiv mitwirke.

Ein weiteres Beispiel ist meine Mitarbeit und nun Geschäftsführung in der Erzeugergemeinschaft Qualitätsspeisekartoffeln Ostthüringen w.V. Die Gemeinschaft hat 23 Mitglieder, alles Landwirte und Vermarkter. Die Gruppe der Landwirte beinhaltet Betriebe, die auf die Vermehrung von Kartoffeln spezialisiert sind. Sie sind dafür zuständig die verschiedenen Kartoffelsorten an die heimischen Böden zu gewöhnen. Die restlichen Mitglieder der Gemeinschaft sind Anbauer für Speisekartoffeln, die das vermehrte Pflanzgut – wenn möglich – von den Vermehrern beziehen. Es folgt jährlich ein vollständiger Pflanzgutwechsel. Die Anbaumengen werden geplant und somit auch die Vermarktungsmengen abgestimmt. Um den internen Austausch der Mitglieder zu fördern, organisiert die Erzeugergemeinschaft einmal im Jahr eine Fachexkursion für die Mitgliedsbetriebe und mehrere Workshops zu verschiedenen Themen.

Ich kann aufgrund meiner eigenen positiven Erfahrungen insbesondere Jungunternehmerinnen nur empfehlen, aktiv auf diese Netzwerke zuzugehen und sich darin zu engagieren.

Wir wären nicht die Kartoffel, wenn wir nicht nach deinem Lieblingskartoffelgericht fragen würden – also, wie isst du Kartoffeln am liebsten?

Hier kommt die Thüringerin in mir durch! Am liebsten esse ich die Kartoffel als Thüringer Kloß, natürlich von Mama. Dazu genügt Rotkraut und eine leckere Bratensoße. Einfach köstlich! Ich bin übrigens Fan eures Blogs und habe schon das ein oder andere Rezept nachgekocht – lecker!

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Kartoffel Tattoos 2020

Kartoffel-Tattoos

Liebe geht durch den Magen – wenn es um unsere köstliche Lieblingsknolle und ihren vielfältigen Einsatzzweck in der Küche geht, ist dieses alte Sprichwort besonders wahr. Neu für den einen oder anderen von euch ist vielleicht aber, dass die Kartoffel-Liebe auch unter die Haut gehen kann. Und zwar bei manchen Kartoffel-Fans im wahrsten Sinne des Wortes.

Auf Instagram gibt es knapp 400 Bilder mit dem Hashtag #potatotattoo zu bewundern. Eins dieser Kartoffel-Tattoos gehört Shelby und wir freuen uns, dass sie uns fünf Fragen zu ihrem Tattoo beantwortet hat.

Shelbys Kartoffel-Tattoo

Shelbys Kartoffel-Tattoo

 

1. Shelby, du hast ein Kartoffel-Tattoo auf deinem Arm. Was war deine Motivation, dir dieses Tattoo stechen zu lassen?

Ich habe mir das Tattoo machen lassen, weil ich Bäuerin bin und ich liebe es, Kartoffeln anzubauen und zu essen. Auf meinem anderen Arm habe ich übrigens ein Karotten-Tattoo.

 

2. Warum sind Kartoffeln für dich etwas Besonders?

Ich mag es, wie Kartoffelpflanzen wachsen, so aus kleinen Kartoffeln heraus. Sie sind unter den ersten Dingen, die wir im Frühling pflanzen und ich liebe es, sie im Sommer/Herbst auszugraben. Es ein bisschen wie eine Schatzsuche.

 

3. Wie war es, dir das Tattoo stechen zu lassen?

Es hat ungefähr 1,5 Stunden gedauert und war nicht besonders schlimm, aber ich hatte schon andere Tattoos und wusste, was passiert.

 

4. Hast du das Motiv selbst gezeichnet?

Ich habe gesagt, dass ich ein Tattoo von einer Kartoffelpflanze möchte und die Tattoo-Künstlerin hat es für mich gezeichnet.

 

5. Wie ist das Leben mit einem Kartoffel-Tattoo?

Eigentlich so wie vorher. Aber ich bekomme schon viele Komplimente. Viele Leute sagen: „Ist das eine Kartoffel? Das ist cool.“

Vielen Dank Shelby!

 

#potatotattoo auf Instagram

Hashtag „Potatotattoo“ auf Instagram

 

Und wenn ihr jetzt Lust auf ein eigenes Kartoffel-Tattoo bekommen habt, gibt es hier ganz viel Inspiration:  https://www.instagram.com/explore/tags/potatotattoo/

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Die Kartoffel und Fridays for Future 2020

Kartoffeln: Nachhaltigkeits-Star

Die Fridays for Future, auch School Strike für the Climate genannt, sind seit August 2018 in aller Munde. Damals beschloss die gerade 15-jährige Neuntklässlerin Greta Thunberg freitags nicht mehr in die Schule zu gehen und stattdessen vor dem schwedischen Parlament mit einem mittlerweile legendären Plakat gegen den Klimawandel zu protestieren. In der Zwischenzeit ist viel passiert, das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Zeit nachzudenken, wie nachhaltig eine Knolle namens Kartoffel ist.

Kartoffeln: Regional und genügsam

Die Kartoffel kommt zwar aus Südamerika, wächst aber auf dem Acker um die Ecke. Der Wasserverbrauch ist beim Anbau von Kartoffeln vergleichsweise gering.

Kartoffeln in Erde Pflanze Wurzel

Wem Nachhaltigkeit am Herzen liegt, achtet im Supermarkt auf die Herkunft von Knolle und Co. Diese wird immer auf dem Etikett deklariert. Bei losen Kartoffeln steht sie auf einem Schild, das am Karton angebracht ist.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter – keine Jahreszeit ohne die Kartoffel!

Wer nachhaltig lebt, kauft und isst mit den Jahreszeiten. Hierzulande werden Kartoffeln zwischen Juni und Oktober geerntet, sie halten sich jedoch das ganze Jahr über in hoher Qualität. Sie mit saisonalem Obst- und Gemüsesorten aus der Region zu kombinieren ist doppelt nachhaltig. 

Kartoffelsack

Satt und glücklich mit Kartoffeln

Wer unseren Blog kennt, der weiß: Kartoffeln spielen hier immer die Hauptrolle. Und das ist auch okay so, denn die Kartoffel ist ein Superfood, hat viele Vitamine und Nährstoffe und macht echt satt! Sie schmeckt hervorragend in Kombination mit allem Möglichen und passt daher rund um die Uhr auf den Speiseplan.

Also, im Sinne der Nachhaltigkeit: Wie wär’s mit Knolle zum Frühstück?!

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Kids an die Knolle 2019

Kids an die Knolle

Die meisten Kinder lernen die Kartoffel bereits im zarten Alter von sechs Monaten kennen – ist sie doch direkt nach Möhrchen oder Pastinake meist das zweite Gemüse, das als Brei verkocht gefüttert wird. Ein paar Jahre später ist die gelbe Knolle vor allem in Form von Pommes oder Chips sehr beliebt oder aber als Püree-Beilage zu Fischstäbchen.

Dass die Kartoffel noch mehr als ein leckeres Endprodukt ist, können Kinder im Schul- und Kindergartenalter jährlich im Rahmen von „Kids an die Knolle“ feststellen. Auch dieses Jahr lädt der Deutsche Kartoffelhandelsverband (DKHV) alle Schulen und Kindergärten ein, in ihren Gärten Kartoffeln anzubauen und die tolle Knolle als festen Bestandteil in ihren Alltag zu integrieren.

Kids an die Knolle

Der DKHV stellt und liefert die Kartoffelpflanzen, stellt Kontakte zu Landfrauen her und hilft bei Exkursionen in Kartoffelunternehmen. Die Kinder schreiben ein Kartoffeltagebuch und erleben live mit, wie aus Saatgut neue Kartoffeln entstehen.

Was passiert genau:

Nov 2019 – Feb 2020:

Anmeldung der Schulen und Kindergärten

Apr/Mai 2020:

Auslieferung des Saatgutes, Pflanzaktion in den Schulgärten

Jun/Jul 2020:

Die Kartoffel wird im Schul- und Kindergartenalltag besprochen, der DKHV unterstützt Projekttage und Ausflüge in Kartoffelunternehmen. Die Kinder führen ein Pflanztagebuch.

Aug/Sept 2020:

Die Kartoffeln werden geerntet und gemeinsam gekocht.

Rund 700 Schulen und Kindertageseinrichtungen nehmen jährlich bundesweit teil. In einer Zeit, in der die meisten Kinder keine Kartoffelferien mehr kennen und das Gemüse in Netzen im Supermarkt liegt, können so mit allen Sinnen wichtige Erfahrungen gemacht werden.

  • Wo und wie wachsen Kartoffeln?
  • Woran erkennt man, dass die Kartoffel erntereif ist?
  • Wie riechen frisch geerntete Kartoffeln?
  • Schmecken frische Kartoffeln anders als gekaufte?

 Kids an die Knolle

Das gemeinsame Kochen und Verzehren der vitaminreichen Knollen rundet das Projekt ab. Wie wäre es z. B. mit Kartoffelbrei-Eulen oder gebackenen Eiern im Rösti-Nest?

Die Teilnahme ist kostenlos und die Anmeldung ab sofort online möglich: www.kidsandieknolle.dkhv.org

Allen, die jetzt richtig Lust auf die Kombination Kartoffeln und Schule bekommen haben, empfehlen wir unsere Artikel-Sammlung zu dem Thema. Viel Spaß beim Stöbern!

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Resteessen mit Kartoffeln 01 2019

Resteküche mit Kartoffeln: Eine Welt voller Fantasie

Meal Prep, Zero Waste, Lebensmittelverschwendung vorbeugen – Schlagworte für einen nachhaltigen Lebenswandel. Über das ganze Jahr hinweg und insbesondere nach den Feiertagen sammeln sich viele Lebensmittel in Speisekammer, Küchenschränken und Kühlschrank. Wir retten sie vor dem Müll und verraten euch fantastische Möglichkeiten Salz-, Pell- und Ofenkartoffeln von gestern in ein festliches Essen zu verwandeln!

Lebensmittelverschwendung – Zahlen und Fakten

Fast jeder von uns hat es schon einmal gemacht – leider: Lebensmittel weggeworfen, die eigentlich noch genießbar waren. Laut einer Studie von WWF Deutschland wäre die Entsorgung der Hälfte der jährlich 7 Millionen Tonnen von Privathaushalten entsorgten Lebensmittel vermeidbar. Will heißen: Sie waren noch gut als sie in die Mülltonne wanderten! Wir finden: Das muss nicht sein. Und: Wir können das besser. Zudem stellen diese 7 Millionen Tonnen Lebensmittel aus Privathaushalten den größten Anteil aller entsorgten Lebensmittel dar. Bedeutet: Wir bewegen viel, wenn wir unser Verhalten ändern!

Welche Lebensmittel werfen wir am häufigsten weg?

Laut Auswertung der Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aus dem Jahr 2018 werden mit einem Anteil von 34 Prozent frisches Obst und Gemüse am häufigsten entsorgt, gefolgt von 16 Prozent gekochtem und selbst zubereitetem Essen und 14 Prozent Brot- und Backwaren. Auf Platz fünf (nach Getränken mit 11 Prozent) folgen Milchprodukte und „Sonstiges“ mit 9 Prozent. Dieses Wissen hilft, künftig weniger Lebensmittel zu verschwenden!

Resteküche: Eine Welt voller Fantasie

Was kochen aus einer Salzkartoffel? Wohin mit überreifen Bananen? Den drei Brokkoliröschen von gestern? Werden die trockenen Brötchen zweifelsohne zu Paniermehl oder kann ich damit etwas Aufregendes kochen? Die Eier müssen laut Karton schnell weg – und jetzt? Was nach einer Herausforderung klingt, ist eigentlich nur eine Übung in Kreativität: Macht Spaß und ist gut fürs Gehirn.

Hier zwei Ansätze:

Lebensmittel retten nach dem Königsprinzip

Beim Königsprinzip scharen sich Zutaten um Reste wie das Volk um den Hof. Die Salzkartoffeln von gestern sind der Ausgangspunkt einer aufregenden Reise durch den Kühlschrank. Kombiniert mit Fett, Salz oder Kräutern und Eiern werden sie zur Spanischen Tortilla. Oder mit Sojasoße, gehacktem Koriander und gehackten Erdnüssen zu einer asiatischen Gemüsepfanne. Zusammen mit Brokkoli, Blumenkohl und Gemüsefond, Ingwer, einer Bratwurst oder einem Schuss Kokosmilch verwandelt ihr sie in eine gesunde Suppe oder einen exotischen Eintopf. Oder ihr legt sie auf die Auflaufform oder ein Backblech und bestreut sie mit Käseresten, Bolognesesoße, Spinat und der letzten Salamischeibe. Voilà leckeres Gratin, offene Lasagne oder zu Kartoffel-Pizza. Klingt lecker, nicht wahr?

Freudestrahlend Resteessen: Küche ausmisten mit dem Geist von Marie Kondo

Inspiriert von der japanischen Ordnungsikone Marie Kondo empfehlen wir das regelmäßige Ausmisten von Küche und Kühlschrank!

Breitet dazu alle Lebensmittel aus eurem Kühlschrank und den Küchenschränken auf der Arbeitsplatte, einem Tisch oder sogar auf dem (sauberen) Fußboden vor euch aus. Zu überwältigend? Beschränkt euch auf das Gemüse- oder Fleischfach oder das Regal mit den Backzutaten und auf den Beginn einer neuen Jahreszeit.

Jetzt jede Zutat in die Hand nehmen, begutachten (riechen, tasten, schmecken) und in sinnvolle Kategorien – beispielsweise „sofort verwerten“, „einfrieren“, „bis Mittwoch gut“ , „süß“ und „herzhaft“ oder „zu verschenken“ – sortieren. Glaubt uns: Das wird ganz toll! Ihr werdet überrascht sein, welche Ideen Euch beim Sortieren kommen und wie sehr sich Verwandte, Freunde, Nachbarn, Kommilitonen und Kollegen über die Kartoffel-Kürbis-Suppe von gestern, die zu exotische Currymischung oder den vor dem Urlaub zu üppig eingekauften Käse freuen.

Wer sich regelmäßig – egal ob mit Marie Kondo oder nach dem Königsprinzip – mit den Inhalten seiner Küche auseinandersetzt, weiß bald welche Lebensmittel, besonders häufig im Müll landen. Diese kauft ihr künftig seltener oder in kleineren Mengen. Probiert’s ruhig aus!

Und wenn ich’s gar nicht essen mag und auch sonst niemand?

Es gibt sie: Nachbarn und Freunde, die Pilze hassen, vegan leben oder kein Gluten vertragen. Und Zeiten, in denen man sich keine Mühe machen kann und möchte. Verschenkt Lebensmittel über Food Sharing Portale wie foodsharing.de und Apps wie toogoodtogo sowie regionale Essensbörsen (z. B. Lebensmittelretter-Gruppen bei Facebook)! Bringt sie zu einem öffentlich zugänglichen Kühlschrank oder einer Speisekammer. Fertig! Vorteil: Der Fair-Teiler hat nach Ladenschluss geöffnet und ihr könnt euch ebenfalls bedienen und die Lebensmittel anderer retten!

Aber ich hab’ doch keine Ideen oder keine Zeit mir Gedanken zu machen!

Kein Problem! Wir empfehlen euch das Schmökern in unserer Rezeptdatenbank voller Kartoffelrezepte und unsere Suche. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat ein Portal, zugutfürdietonne.de, mit vielen Informationen eingerichtet. Es enthält Tipps und Tricks von Spitzenköchen wie Cornelia Poletto, Tim Mälzer und Sarah Wiener, Promis wie den Schauspieler Daniel Brühl und von Bloggern, beispielsweise der Küchenchaotin. Die Rezepte-für-Reste-Datenbank bietet eine zutatenbasierte Suche.

Resteverwertung mit Salzkartoffeln, Pellkartoffeln, gekochten Kartoffeln vom Vortag

Und weil wir die Kartoffel sind, verraten wir euch unsere liebsten Möglichkeiten zur Verwertung Salz-, Ofen-, und Pellkartoffeln. Schnallt euch an, es geht los!

Aus Salz- und Pellkartoffeln wird mehr als nur Bratkartoffeln

Wir finden: Die gekochten Kartoffeln von gestern machen immer noch die knusprigsten Bratkartoffeln! Mit Ei gibt’s Frittata mit allem was der Kühlschrank noch so hergibt.

Restessen mit Kartoffeln Frittata 2020

Bild: Kartoffel-Frittata mit Garnelen

Aus Pellkartoffeln zaubert man Kartoffelsalat oder Kartoffelbrei – vielleicht bestehend aus einem Teil Kartoffeln und einem Teil gekochtem Gemüse, Rohkost oder Hülsenfrüchte?

Was machen mit wenigen übrigen Kartoffeln oder einem Rest Kartoffelbrei?

Wenn nicht mehr so viele Kartoffeln übrig sind, geben wir sie in Brot- oder Kuchenteig und ersetzen einen Teil des Mehls damit.

Resteverwertung Kartoffeln Brot 2020

Bild: Kartoffelbrot Deluxe mit Röstzwiebeln

Alternativ stampft die Kartoffeln und dickt Soßen und Suppen damit an oder kocht einen Pudding. Aus Kartoffelbreiresten werden zudem Kroketten, Pfannkuchen und Bratlinge.

Warum eine Ofenkartoffel wie eine Katze ist

Katzen und Ofenkartoffeln haben eines gemeinsam: Sie haben sieben Leben. Glaubt ihr nicht? Wer denkt, mit einer Ofenkartoffel kann man nicht mehr tun, als sie aufzuwärmen, der irrt. Aus Ofenkartoffeln werden Brot, Gnocchi, Schupfnudeln, cremige Kartoffelsuppen oder Quarkkäulchen.

Resteverwertung mit Kartoffeln Kartoffelsuppe 2020

Bild: Kartoffel-Spekulatiussuppe 

Zudem sind sie die beste Basis für Quetschkartoffeln: Ein Blech mit Backpapier auslegen, die Ofenkartoffeln darauf legen, mit der Faust oder der Rückseite eines Löffels platt drücken. Mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und weiteren Gewürzen oder Kräutern eurer Wahl bestreuen. Das Ganze bei 200° C in den Ofen geben und backen, bis die Kartoffeln knusprig sind. Wer mag, gibt Gemüse, zum Beispiel Karotten, Lauch oder Zwiebeln dazu und lässt diese ebenfalls leicht anrösten. So fancy, dass es selbst die Royals begeistern würde, versprochen!

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Kartoffel und Gemuse Schnittarten 10 2019

Küchenkunde: Schnittarten für Kartoffeln und Gemüse

Rezepte lesen kann verwirrend sein. Was ist der Unterschied zwischen Hacken und Würfeln? Was bedeutet es, wenn ein Gemüse Julienne geschnitten wird? Was sind Schlosskartoffeln? Wir verraten euch alles über Gemüseschnittarten und Schnittarten für Kartoffeln – damit ihr künftig mit Wissen eines Profikochs glänzt und euer Gemüse und eure Kartoffeln immer auf den Punkt garen!

Kartoffeln und Gemüse in Scheiben schneiden: Vichy und Emincé

Kartoffeln, Karotten und Pastinaken zu runden Scheiben schneiden: Kann jeder! Die Scheiben können dick, wie Bratkartoffeln, für Kartoffelgratin und Chips dünner oder hauchdünn (gehobelt) sein. Eckige Scheiben werden aus Batons geschnitten und heißen, je nach Größe, Matignon oder Paysanne. Gemüse- und Kartoffelscheiben wird Suppen und Salaten beigefügt, als Beilage serviert und eignet sich auch für die Dekoration von Speisen.

Halbe Scheiben entstehen durch das schneiden von halbiertem Gemüse und sind meist etwas dicker.

Vichy Kartoffespiralen 10 2019

Als Emincé, Geschnetzeltes, bezeichnet man beispielsweise Zwiebeln oder Schweinefleisch die der Länge nach in feine Scheiben geschnitten wurden.

Geriffelte Kartoffel- und Gemüsescheiben: Wellenschnitt und Waffelschnitt, Demidov

Geriffelte Kartoffel- oder Gemüsescheiben heißen Demidov, die durch den Aufsatz einer Mandoline den Wellenschnitt tragen – ihr habt sicher schon Pommes oder Gemüsescheiben in dieser Form gegessen. Waffelschnitt bezeichnet dünne, geriffelte Scheiben mit Gitternetz. Tragen Kartoffelscheiben dieses Schnittmuster, heißen sie Pommes gaufrettes, also Kartoffelwaffel.

Kartoffeln und Gemüse als Stäbchen: Batons/Bâtonnets/Pommes frites/Julienne

Ein Grundschnitt für Kartoffeln und Gemüse sind Stäbchen. Mit einer Größe von ca. 5 cm Breite und und 1,5 cm Dicke – vergleichbar mit dicken Pommes – heißen größere Stäbe Bâtons, dünnere Stäbchen Bâtonnets.

Dünne Kartoffelstäbchen heißen schlichtweg wie die legendäre belgische Erfindung: Pommes frites! Für diesen Schnitt können die Stäbchen auch teilweise runde Ecken haben – entsprechend der natürlichen Form der Kartoffel!

Die dünnste Stäbchen-Variante heißt Julienne. Sie sind 5 cm hoch und 2 mm breit. Die Julienne-Schnittart verwenden Köche für Salate, Wokgerichte oder andere feine Speisen. Zwiebeln oder Fleisch können Julienne, also in sehr feine Scheiben, geschnitten werden. Wem das Schneiden in Julienne-Art zu mühsam, greift auf einen Julienneschneider zurück, der wie ein Sparschäler funktioniert. Auf Englisch heißt der Schnitt French Cut, im Französischen kennt man die dünnen Stäbchen auch als Alumette, also Streichholz.

Würfel aus Juliennestäbchen werden als Brunoise bezeichnen, ihr kennt sie aus feinen Brühen.

Und so geht’s:
Kartoffeln oder Gemüse zuerst in gleich große Stücke schneiden (z. B. oberes und unteres Ende abtrennen) und in Scheiben schneiden. Die Scheiben übereinander legen und in Stifte schneiden.

Blätter in Streifen heißen Chiffonade

Wird Blattgemüse, beispielsweise Kohl, in Streifen geschnitten, spricht man von Chiffonade.

Aus Stäbchen werden Scheiben: Matignon und Paysanne

Schneidet man Stäbchen zu quadratischen Scheiben heißen sie, etwas dicker, Matignon, und für dünner Paysanne, Französisch für „nach bäuerlicher Art“.

Kartoffelwürfel, gewürfeltes Gemüse: Mirepoix, Macèdoine, Jardinière und Brunoise

Aus Bâtonnets werden Mirepoix, zu Gemüse- oder Kartoffelwürfeln. Sellerie und Lauch gibt es oft Mirepoix, als Teil von Suppengemüse. Würfelt man Kartoffeln, heißen sie Pommes rissolèes, wortwörtlich übersetzt Bratkartoffeln, die wohl beliebteste Schnittart für Bratkartoffeln in Frankreich.

Mirepoix Macedoine Lozenge Pommes Rissolees 10 2019 02

Mittelgroße Kartoffelwürfel heißen Pommes Parmentier, benannt nach Antoine-Augustin Parmentier, einem Pharmazeut und Agrarwissenschaftler, der die Kartoffel in während einer Hungersnot in Frankreich als Grundnahrungsmittel etablierte.

Jeder Stäbchenschnitt hat ein Würfelpendant:

  • Batons: Macédoine
  • Bâtonnets: Jardinière (Französisch: nach Gärtnerinnen-Art)
  • Julienne: Brunoise – ihr kennt sie aus feinen Brühen

Und so geht’s:

Die Stäbchen übereinander legen und mit dem gleichen Abstand wie die Scheibendicke einschneiden, um Würfel zu erhalten.

Übrigens: Tomatenwürfel heißen Concassés. Die Tomaten werden nach dem Blanchieren geschält und halbiert. Nach dem Entkernen werden sie in kleine Würfel geschnitten, etwa so groß wie Jardinière.

Gemüse würfeln vs. Zwiebel und Kräuter hacken

Würfeln und Hacken sind unterschiedliche Schnitte und sollten nicht miteinander verwechselt werden. Würfeln bezeichnet eine präzise Schnittart, beim Hacken wird eher grob vorgegangen.

Und so geht’s:

Ein Zwiebel vierteln und größere Stücke schneiden. Mit einem großen Messer in gleichmäßigen Bewegungen über das Schneidebrett gleiten, dabei die Zwiebelstücke immer mal wieder zusammen scharren und erneut schneiden, bis ihr lauter kleine Zwiebelstückchen habt. Kräuter hacken geht ähnlich, man nennt es dann „Wiegen“.

Aus Kartoffeln und Karotten mach Rauten: Lozenge

Aus dicken Streifen werden Rauten geschnitten, beispielsweise aus Karotten, Zucchini, dicken Bohnen oder eben Kartoffeln. Man trennt an einem Ende des Streifens im 45° Winkel ein kleines Stück ab und schneidet dann im gleichen Winkel weiter. Voilà, Pommes Lozenge!

Kugeln und Perlen: Pommes Chateaux, Pommes Parisienne, Pommes Noisette

Kleine Kugeln aus Kartoffeln und Gemüse, auch bekannt als Gemüseperlen, werden mit einem kleinen Instrument, ähnlich einem Eisportionierer, hergestellt.

Haselnussgroße Gemüseperlen aus Kartoffeln heißen roh Pommes Parisienne. Werden sie blanchiert und in Butter gebraten, kennt man sie als Pommes Noisette. Kartoffelkugeln in Größe eines Taubeneis heißen Pommes Chateaux, Schlosskartoffeln.

Wie aus einem Guß: Kartoffeln und Gemüse tournieren

Das Tournieren, bei dem härteres Gemüse oder Kartoffeln in eine einheitliche Form gebracht werden ist mittlerweile aus der Mode gekommen, da etwas mehr Abfall anfällt.

Und so geht’s:
Das obere und untere Ende der Knolle abtrennen und mit dem Tourniermesser dicke Scheiben abhobeln. Dabei, je nach Wunsch, zu der dünnen, kleinen oder ovalen Kartoffeln tournieren.

Wird die Kartoffel rund tourniert, heißt sie Pommes (also Apfel), hat sie eine glatte Oberfläche, heißt sie Pommes nature.

Spiralen aus Kartoffeln, Zucchini und Co.

Wir stehen auf Kartoffelspiralen, die es in breit, wie für Tornado Potatoes, oder in 2 oder 3 mm Dünne (je nach Aufsatz) gibt, wie für Kartoffelspaghetti. Diese werden mit eine Spiralschneider, von denen es unterschiedliche Hersteller und Systeme gibt, hergestellt. Härtere Gemüsesorten, wie Karotten, Zucchini und rote Bete eignen sich ebenfalls für Spiralen.

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graue Holzbretter
RZ Headerbild Kartoffeln auf dem Weihnachtsmarkt 1375x773px 12 2019

Kartoffeln auf dem Weihnachtsmarkt

Jedes Jahr Ende November ist es wieder soweit. Zur Freude vieler und zum Grauen mancher schießen die kleinen Hüttchen wie Pilze aus dem Boden. Lichterketten werden angebracht, Tannen drapiert und bald schon ertönt aus allen Lautsprechern „Last Christmas“. Blinkende Nikolausmützen kommen wieder in Mode, nach der zweiten Tasse schmeckt auch der Glühwein und plötzlich ist sogar „Last Christmas“ irgendwie schön.

Und genau wie die Weihnachtsmärkte aus dem Dezember nicht wegzudenken sind, genau wie Rentier-Geweihe aus Filz und der Duft von Lakritz dazugehören, ebenso ist unsere Kartoffel nicht wegzudenken von den großen und kleinen Weihnachtsmärkten im Land.

Als Pommes, Reibekuchen und Ofenkartoffel hat sie sicher jeder von euch schon mal verzehrt. Kartoffel-Spiralen und Kartoffelbrei mit verschiedenen Toppings erfreuen sich ebenso seit einigen Jahren großer Beliebtheit.

Auch die Peruanische Kartoffel „Papa Rellena“ ist dank des legendären Standes auf dem Essener Weihnachtsmarkt mittlerweile eine bekannte Größe.

Wir möchten an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, mit euch eine kleine kulinarische Reise durchs Land zu unternehmen und euch ein paar weihnachtliche Kartoffelgerichte vorzustellen, die noch nicht – Achtung Wortwitz – in aller Munde sind.

Kartoffeln auf dem Weihnachtsmarkt

Griene Klitscher

Diese leckeren Reibekuchen aus Kartoffeln, Quark und Kümmel sind eine Spezialität des Erzgebirges. Im Gegensatz zu anderen Kartoffelpuffer-Varianten werden weder Eier noch Mehl benötigt.

Kartoffelwurst

Auf dem Sachsenhäuser Weihnachtsmarkt in Frankfurt können Besucher diese ganz besondere Art der Kochwurst probieren. Kartoffelwurst besteht zu etwa gleichen Teilen aus Kartoffeln und Fleisch, verfeinert mit Zwiebeln und Gewürzen.

Dinnende

Wie eine kleine Pizza oder ein kleiner Flammkuchen sieht sie aus, diese schwäbische Spezialität, nur der Boden ist etwas dicker und zusätzlich mit Kartoffelscheiben belegt.

Sächsische Quarkkeulchen

Sind es kleine Pfannkuchen oder vielleicht Kräppelchen? Nein, es sind sächsische Quarkkeulchen! Die süße Leckerei mit dem Teig aus Kartoffeln und Quark wird nach einem alten DDR-Rezept auf vielen sächsischen Weihnachtsmärkten angeboten.

Kartoffel-Brot aus dem Holzofen

Auf dem Paderborner Weihnachtsmarkt bietet Fridolin Engel schon seit 2003 sein frisch gebackenes Kartoffelbrot an. Zubereitet wird es im selbstgebauten Holzofen nach einem alten Rezept aus seiner oberschwäbischen Heimat.

Bleibt nur die Frage: Wie viele Kartoffeln habt ihr dieses Jahr zwischen Glühwein und Weihnachtsschmuck schon verzehrt?

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Teelicht aus Kartoffeln basteln 12 2019

Statt Kürbis schnitzen: Kartoffel-Teelicht basteln

Es ist kalt und herbstlich. Zeit, es sich zu Hause mit einer Tasse Tee und ein paar Keksen gemütlich zu machen. Immer mit von der Partie: Das sanfte Flackern von Kerzenschein. Und Basteln mit Kartoffeln. Wir schnitzen aus Kartoffeln stimmungsvolle Teelichter!

Für 5 Kartoffel-Teelichter

5
große Kartoffeln
5
Schnittmuster (z. B. Herz, Stern oder ein Tannenbaum)
1
scharfes Messer oder Kürbis-Schnitzset
1
Filzstift
5
Teelichter
Tannenzweige oder Rosmarinzweige für die Deko

Und so geht’s!

Die Kartoffeln waschen und gut abtrocknen.

Mit dem scharfen Messer das untere Ende der Kartoffeln kurz abschneiden, sodass die Kartoffel steht, ohne umzufallen. Das obere Ende der Kartoffel ebenfalls abtrennen. Den Deckel aufbewahren, den brauchen wir später!

Das Schnittmuster auf die Front der Kartoffel legen und mit einem Filzstift beispielsweise Augen und einen Mund einzeichnen. Die Umrisse des Schnittmusters mit dem scharfen Messer oder dem Kürbis-Schnitzset entfernen.

Den Umfang des Teelichts mit einem Kugelschreiber in das obere Kartoffelende einzeichnen und einen zweiten, um zwei Zentimeter größeren Kreis um das Teelichtmuster skizzieren. Jetzt mit dem scharfen Messer oder dem Kürbis-Schnitz-Set sowie ggf. einem Teelöffel die Kartoffel aushöhlen. Achtet beim Entfernen des Kartoffelinneren darauf, dass die Kartoffelwand nicht zu dünn wird. Sie fällt sonst ein!

Kartoffel Teelicht 12 2019

Wenn ihr mögt, könnt ihr die Kartoffel noch mit Tannen- und Rosmarinzweigen dekorieren.

Dann das Teelicht anzünden und in die Kartoffel legen und das Deckelstück auf die Kartoffel legen. Fertig!

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