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Interview mit Food Marketing Expertin Meura Luxmykanthan Bohmer Gruppe 2020

Marketing für die Superknolle: 5 Fragen an Meura Luxmykanthan

Meura Luxmykanthan arbeitet seit sechs Jahren in der Marketingabteilung der BÖHMER Gruppe in Mönchengladbach. Die Hans Willi BÖHMER Verpackung und Vertrieb GmbH und Co. KG vermarktet Kartoffeln und Zwiebeln in ganz Deutschland. Warum das Marketing von Kartoffeln spannend ist, welche Kompetenzen man als Anwärter einer solchen Stelle mitbringen muss und wie sich die Corona-Krise die Einstellung der Verbraucher zu Lebensmitteln verändert hat, erzählt euch Meura im Interview.

Liebe Meura, vor sechs Jahren hast du bei der BÖHMER Gruppe eine Stelle im Marketing angetreten. Was hat Dich an der Vermarktung der Kartoffel gereizt? Welche Fertigkeiten/Kompetenzen aus den vorherigen beruflichen Stationen waren bei Deinem Einstieg besonders wichtig?

Ich finde Kartoffeln spannend! Genauso vielseitig wie die kulinarischen Möglichkeiten der Knolle ist auch die Kartoffelbranche. Bei meinem Einstieg bei der BÖHMER Gruppe haben mir meine vorherigen beruflichen Stationen in der Lebensmittelbranche besonders geholfen. Beispielsweise habe ich Praktika bei Unternehmen im Food-Bereich absolviert. Dort habe ich erste Einblicke in unterschiedlichen Marketingabteilungen und die Besonderheiten des Food-Marketings erhalten, die ich im neuen Job sehr gut einbringen konnte.

Während meiner Praktika durfte ich bei Produkt-Shootings mit professionellen Food-Stylisten und Fotografen mit dabei sein. Echt spannend! Im Marketing bei funny-frisch habe ich sogar einen TV-Spot mit vorbereitet. Man glaubt gar nicht was für ein Aufwand betrieben wird für einen Spot von 30 Sekunden! 

Ebenso habe ich die Entwicklungen von Verpackungslayouts und Verkaufsförderungstools unterstützt. Das gefiel mir damals schon besonders gut. Heute gehören Verpackungen zu meinem Alltag. Ich liebe es, Verpackungen zu gestalten und diese anschließend im Markt zu entdecken. Aber auch ganz klassische Marketing-Aufgaben wie Produkt-, Markt- und Wettbewerbsanalysen gehörten zum Alltag einer Marketing-Praktikantin im Food Bereich.

Um eine Brücke zu meiner jetzigen Tätigkeit zu schlagen: Man dreht in der Kartoffel-Welt vielleicht nicht jedes Jahr einen TV-Spot, aber viele der Aufgaben von damals gehören heute tatsächlich zu meinem Alltag.

Wie hat sich Dein Tätigkeitsbereich und euer Marketing über die Jahre entwickelt? Inwiefern hat die Corona-Krise eure Arbeit verändert?

Bisher hat kein Jahr in meinem Job dem anderen geähnelt. Ich habe immer wieder etwas Neues dazu gelernt! Das liegt vor allen Dingen daran, dass die Bedürfnisse und Trends der Verbraucher einem stetigen Wandel unterworfen sind. Bio-Produkte, Kartoffeln aus regionalem Anbau, der Low-Carb-Trend und die zunehmende Anzahl der Menschen in Deutschland, die vegane Ernährung für sich entdecken, verändern den Markt und unsere Art zu kommunizieren.

Und weil der Food-Markt so vielen Veränderungen unterworfen ist, gibt es kein typisches Marketingjahr. Als ich 2014 bei der BÖHMER Gruppe angefangen habe, gab es Instagram gerade mal vier Jahre. Und Influencer-Marketing, wie wir es heute kennen, steckte noch in den Kinderschuhen. Und jetzt ist es derzeit aus einem modernen Marketing-Mix nicht mehr wegzudenken!

Auch die Idee des Content-Marketing hat sich in dieser Zeit fest im Food-Bereich und im Marketing allgemein etabliert: Werbung soll sich nicht mehr wie Werbung anfühlen, sondern als Mehrwert und willkommene Information wahrgenommen werden. Somit haben sich nicht nur unsere Themen verändert, sondern auch die Tonalität.

Die gestiegene Bedeutung von Content-Marketing kommt vor allen Dingen davon, dass immer mehr Konsumenten sich bewusster ernähren und darauf achten, was in ihren Lebensmitteln steckt. Viele wünschen sich Produkte mit einem funktionellen Mehrwert. Andere suchen ein komplett neues Geschmackserlebnis oder sie wollen Produkte mit rein natürlichen Zutaten. Im Trend liegen Mehrwerte für Körper und Gesundheit. In diesem Zusammenhang sind einzelne Zutaten und Lebensmittelgruppen in den Fokus gerückt: Nüsse, Gemüse und Saaten.

Teil unserer Arbeit als gute Marketingabteilung ist es, solche Trends zu erkennen, um dann auf die sich stetig ändernden Bedürfnisse der Endverbraucher mit der Entwicklung neuer Vermarktungskonzepte zu reagieren.

Gefühlt sind auch die Themen, in denen eine Marketingabteilung in der Lebensmittelbranche Kompetenzen vorweisen müssen, über die Jahre umfangreicher geworden. Zumindest setze ich mich immer mehr mit digitalen Themen auseinander als das noch früher der Fall war. Beispielsweise beschäftige ich mich nun auch mit Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization, SEO), Suchmaschinenwerbung (Search Engine Advertising, SEA) und mit der Analyse unseres eigenen Webauftritts. Und auch wir spüren, dass die sozialen Netzwerke boomen und so haben wir in den vergangenen Jahren immer häufiger mit Bloggern zu tun gehabt. Im digitalen Raum wird viel über die Kartoffel kommuniziert und tolle Gerichte zubereitet!

Ich sehe mich also Jahr für Jahr mit jeweils neuen, spannenden Herausforderungen konfrontiert. Ja, klar, ich arbeite jeden Tag daran, die eine Kartoffel zu vermarkten, aber durch den Wandel der Zeit entwickeln wir immer wieder neue Strategien und erzählen neue Geschichten und auch die eine Kartoffel ist längst nicht mehr dieselbe, die sie 2014 war. Für mich bleibt das Tagesgeschäft also auch nach sechs Jahren in der gleichen Firma interessant!

Wer sind eure Zielgruppen? Gibt es Veranstaltungen, die in diesem Zusammenhang aus deiner Sicht besonders wichtig sind und wenn ja, warum?

Unsere direkte Zielgruppe sind die Einzelhandelsketten. Gemeinsam mit unseren Kunden organisieren wir Events wie „Ein Tag auf dem Lande“. Das ist ein informatives, praxisbezogenes und unterhaltsames Format, mit dem wir den Fachkräften und Marktmanagern aus den Märkten unsere Aktivitäten und unsere Produkte näher bringen. Diese Landtage vermitteln ein Bewusstsein für die Nahrungskette und schärfen somit das Wissen unter den Verkäufern, die dann auch die Kunden vor Ort besser beraten können.

Für den B2B-Bereich kann ich berichten, dass unsere Kunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel immer häufiger den Wunsch nach Produkt-Schulungen äußern. Sie möchten mehr über Themen wie Anbau, Ernte, Lagerung oder die Verpackung erfahren. Sie wünschen sich auch verstärkt Hof-Rundgänge bei den Landwirten.

Vortrag mit Food Marketing Expertin Meura Luxmykanthan Böhmer Gruppe 2020

Meura Luxmykanthan im Jahr 2018 bei „Ein Tag auf dem Lande“ in Rheinbach. Quelle: BÖHMER Gruppe.

 

Der Grund: Kartoffeln sind ein regionales Produkt mit einem hohen Identifikationswert. Das trifft gleichermaßen für den Landwirt wie auch den Endverbraucher zu. An dieser Stelle schlagen wir als Marketingabteilung eine kommunikative Brücke zwischen den beiden Seiten.

Und wie sollte es anders sein: Auch die Pandemie hat die Einstellung der Verbraucher und somit den Markt erneut verändert! Das Bewusstsein für den tatsächlichen Wert der Nahrungskette ist enorm gewachsen. Ich hoffe sehr, dass wir als Gesamtgesellschaft auch im Anschluss an die Krise weiterhin sorgfältiger und bewusster mit Lebensmitteln umgehen werden.

Wenn es um die Kartoffel geht: Welche Verkaufsargumente zählen deiner Meinung nach?

Die Kartoffel gehört mit zu den wichtigsten und beliebtesten Grundnahrungsmitteln – nicht nur in Deutschland. Mit Kartoffeln kann man sich richtig schön satt essen, denn sie enthalten hauptsächlich Kohlenhydrate, die Energie liefern. Viele Menschen unterliegen leider noch immer dem Irrlauben, dass die Kartoffel deshalb dick macht. Doch die Knolle enthält kaum Fett. Zum Beispiel: 100 g gekochte Kartoffeln haben etwa 70 Kalorien. Zum Vergleich: 100 g Reis enthalten etwa 120 Kalorien.

Kartoffeln Verpackungen Interview Food Marketing Expertin Meura Luxmykanthan Böhmer Gruppe 2020

Saisonales Sortiment: BÖHMER Spargelkartoffeln und BÖHMER Raclette Kartoffeln. Quelle: Meura Luxmykanthan, BÖMER Gruppe. 

 

Das Argument, dass momentan am meisten zieht ist wahrscheinlich, das die Kartoffel ein echtes Superfood ist. Neben ihrem hohen Gehalt an Vitamin C, Magnesium und Eisen hat sie verschiedene B-Vitamine und ist reich an Fluorid und Phosphor. Sie kann also mit Nüssen, Saaten und Gemüse locker mithalten!

Damit diese Argumente auch ankommen, legen wir sehr viel Wert auf den direkten Kontakt mit unseren Kunden. Wir bieten und nehmen an zahlreichen Events und Verkostungen im Markt teil, damit wir vor Ort unsere Superknolle repräsentieren können. Wir legen aber auch Wert auf Content Marketing und erarbeiten gemeinsam mit unseren Kunden „regionale Kampagnen“, die wir mit unserem Kartoffel-Know-How als Experten begleiten.

Was würdest du Anderen raten, die kurz vor Abschluss ihres BWL-Studiums stehen und über eine Karriere in der Kartoffelindustrie nachdenken?

Im Marketing-Studium lernt man zwar eine ganze Menge an Marketing-Theorien und Modelle. Doch die Kernaufgabe des Marketings ist es, die Bedürfnisse der Kunden zu erkennen und diese zu befriedigen. Das ist gar nicht so einfach, denn an einem Tag verlassen sich die Kunden auf ihr Bauchgefühl und ihre Erfahrung, an einem anderen hören sie auf Fakten, dann wiederum wollen sie das haben, was die Mehrheit möchte.

Interview Marketing Expertin Meura Luxmykanthan Böhmer Gruppe 2020

Meura Luxmykanthan 2016 beim Feldtag in Bayern. Quelle: BÖHMER Gruppe.

 

Es ist keine leichte Aufgabe, hierbei zu durchblicken und die wahren Erwartungen des Kunden zu befriedigen. Auf diese Situation kann man sich auch nicht mit der weltbesten Marketing-Theorie vorbereiten. Dafür braucht man einfach die Praxis und einen Berufsalltag – Erfahrung also!

Da die Kartoffel ein Grundnahrungsmittel ist und die Branche ein gutes Marketing vorweisen kann, wird ihre Popularität in nächster Zeit voraussichtlich nicht abflauen. Von dieser Warte aus, kann ich die Kartoffelindustrie nur empfehlen. Die Branche bietet für Absolventen der Betriebswirtschaftslehre – egal ob Bachelor oder Master – vielseitige Arbeitsbereiche und einen sicheren Arbeitsplatz. Insbesondere in der aktuellen Corona-Krise haben sich die Vorteile, in der Lebensmittelindustrie zu arbeiten, besonders bemerkbar gemacht.

 

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Kartoffel Adressen GB 2020

Kartoffel-Reise durch Großbritannien

Hast du Lust, uns auf einen Road Trip quer durch UK zu begleiten? Fünf Stopps, fünf interessante Kartoffel-Adressen in England, Wales, Schottland und Nordirland. Bereit? Dann geht es los.

 London: „The dish to beat!“

Wir beginnen unsere Reise in London und zwar im mehr als 150 Jahre alten Quality Chop House im Stadtteil Clerkenwell unweit von St. Pancras. Die Karte für Lunch und Dinner ist exquisit, aber berühmt ist das Quality Chop House für eine ganz besondere Beilage, die der Koch Shaun Searley 2013 dort kreiert hat: Confit Potatoes. Die Kartoffeln werden in Scheiben geschnitten, gebacken, in Form gepresst und anschließend frittiert, bevor sie mit Maldon-Salz und Senfsauce serviert werden. Die Confit Potatoes im Quality Chop House wurden erst Anfang 2020 noch zu einem der besten Kartoffelgerichte Londons gewählt.

Birmingham: Der Name ist Programm.

Von London aus fahren wir 200 km nördlich in Richtung Birmingham. In der zweitgrößten Stadt Englands, dem Zentrum der West Midlands, haben wir ein ganz besonderes Pub für Kartoffelfreunde gefunden: Das Sack of Potatoes auf dem Campus der Aston University. Das Sack of Potatoes ist ein typisch britisches Pub mit Bleiglasfenstern und altem Holzboden. Auf der Karte findet der Reisende Pub Food vom Feinsten, z. B. Beef & Ale Pie mit Kartoffelpüree, Fish & Chips, Ofenkartoffeln (Jacket Potatoes) oder panierte Scampi mit Pommes und Erbsen.

Aberystwyth: Walisisches Potato-Makeover.

Jetzt geht es weiter Richtung Westen. Wir umfahren die Shropshire Hills und genießen die unfassbare Aussicht, überqueren die Landesgrenze nach Wales und fahren weiter, bis wir fast ins Meer fallen, denn unser nächster Stopp ist der kleine Küstenort mit dem schweren Namen: Aberystwyth. Hier finden wir das Restaurant TATWS, das berühmt für seine Kartoffelgerichte ist. Täglich außer samstags bekommen wir im TATWS Jacket Potatoes mit diversen Füllungen und Gourmet Pommes mit vielen verschiedenen Toppings, z. B. Rote Beete und Feta, Knoblauch-Pilze und Parmesan, Mexican Style mit Jalapeños, Guacamole und Bohnen-Mais-Salsa. Die ganze Karte eignet sich gut für Vegetarier und Veganer.

Edinburgh: Klein aber fein.

Unsere nächste Etappe verlangt uns Einiges ab. Mehr als 500 km geht es in den Norden. Wir verlassen Wales, lassen Liverpool links liegen und genießen die atemberaubende Schönheit im Lake District National Park. Die Landschaft hier ist geprägt von hohen Bergen und klaren Gletscherseen. Bei Gretna Green überqueren wir die Grenze zu Schottland und knapp zwei Stunden später kommen wir endlich in Edinburgh an, der kompakten, hügeligen Hauptstadt des Landes, über der das alte Schloss thront. Wir machen uns direkt auf den Weg in die Altstadt und dort, unweit der High Street liegt der winzige, recht unscheinbare Baked Potato Shop. Für wenig Geld bekommt der Reisende hier eine Ofenkartoffel mit einer Vielzahl an selbst zusammenstellbaren Füllungen. Der kleine Schnellimbiss mit seinem einen Tisch für Gäste hat es über die Grenzen Schottlands hinaus zu Ruhm gebracht und ist insbesondere bei Veganern und Vegetariern sehr beliebt. Nach einer Führung durch das unterirdische Edinburgh, die man auf keinen Fall auslassen sollte, machen wir uns wieder auf den Weg.

Belfast: „Farm to Fork.“

Wir fahren westlich bis Glasgow und wenden uns dann in Richtung Süden. Es geht immer die Küste entlang, vorbei an grünen Hügeln und hellen Stränden. Unser Ziel ist der Hafen in Cairnryan. Von hier startet fünf Mal täglich die Fähre nach Nordirland. Zwei Stunden lang lassen wir uns jetzt den frischen Wind der Sea of Moyle um die Nase wehen, bevor wir uns noch einmal kurz für das letzte Stück hinters Steuer setzen. Unser Ziel ist das Morning Star, gegründet 1810 und somit eins der ältesten Pubs Belfasts. Das Morning Star ist in Familienbesitz und verfügt über Bar und Restaurant. Die Zutaten für die Gerichte werden nach dem Motto „Farm to Fork“ regional bezogen – bevorzugt von Farmern, die ihr Land nachhaltig bewirtschaften. Der Reisende kann hier z. B. Traditional Steak & Guinness Stew, Local Seafood Chowder, Grilled Mackerel Salad mit Crushed Potatoes oder Burger mit Pommes genießen.

Wir sind am Ende unseres Road Trips angekommen und haben neben Reiselust auch direkt noch Hunger bekommen. Wenn es dir auch so geht, haben wir hier ein paar britisch angehauchte Rezept-Tipps für dich:

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Interview Victoria Fuchs Fuchsteufelswild Oktober 2020

Fuchsteufelswild: 5 Fragen an Spitzenköchin Viktoria Fuchs + Rezept

Viktoria Fuchs führt seit vier Jahren die traditionsreiche Küche im Romantik Hotel & Restaurant Spielweg im Münstertal im Schwarzwald. Viel früher als erwartet kam sie 2015, nach fast zehn Jahren Arbeiten in unterschiedlichen Sterneküchen, zurück in die badische Heimat. Karl-Josef Fuchs, Vater von Viktoria leitete damals die Küche im Spielweg und fiel krankheitsbedingt aus. Viktoria sprang für ihn ein und leitet seit dem, gemeinsam mit ihrer Schwester und Hotelmanagerin Kristin, den Familienbetrieb.

Zum Spielweg gehören – neben Hotel und Restaurant – eine Käserei, eine Wurstproduktion, eine Backstube sowie ein Kräuter- und Gemüsegarten. Hier wird also noch sehr viel selbstgemacht! Von der ganzen Familie: Während Viki in der Küche steht, stellt Viktorias Vater Käse und Wurst her, backt Brot und gibt Kochkurse. Für Naschereien beim Nachmittagskaffee und auf der Dessertkarte ist Konditor und Koch Johannes, Viktorias Freund, zuständig. Mutter Sabine verantwortet den Kräutergarten. Und Großmutter Josefine sorgt sich auch weiterhin für das Wohl der Gäste. Bei allem, das im Spielweg verarbeitet wird, wird großen Wert auf Herkunft und Qualität gelegt. Die meisten Produkte werden regionalen Produzenten bezogen, die sogar namentlich auf der Speisekarte erwähnt werden. Über allem wachen die Augen der Hunde Pino und Zorro, die auch mal Gäste auf ihren Wanderungen durch den Schwarzwald begleiten.

Kein Wunder also, dass Viktoria seit 2018 Mitglied bei den Jeunes Restaurateurs d’Europe ist, einem Netzwerk für junge Spitzenköche. Sie setzen sich für kulinarische Standards, dem Mut zur Innovation und der Pflege regionaler Kochtraditionen ein. Die Mitgliedschaft ist fast selbsterklärend, denn Viktoria und ihr zwölfköpfiges Küchenteam stehen für eine einzigartige, moderne und junge Wildküche: #FUCHTSTEUFELSWILD. Ihre Handschrift: Typische Wildgerichte des Schwarzwalds mit asiatischem Twist. Und natürlich wird auch hier selbst Hand angelegt: Karl-Josef und Viktorias Freund, der Konditor Johannes Schneider, erlegen gemeinsam mit befreundeten Jägern das Wild, das im Spielweg serviert wird!

Im September ist Vikis erstes Kochbuch erschienen: Fuchsteufelswild – das Wildkochbuch. Dort sind auf fast 250 Seiten Viktorias fuchsteufelswilde Rezepte sowie Klassiker und Geschichten aus dem Spielweg dargelegt. Wir haben sie gefragt, wie sie all diese spannenden Projekte managt, welche Strategien ihr dabei helfen und welche Tipps sie für andere junge Gastronomen hat. 

Übrigens: Einen Vorgeschmack auf die tollen Inhalte in Vikis Kochbuch erhaltet ihr am Ende des Artikels – wir veröffentlichen exklusiv ihr Rezept für Rehrücken, rosa gebraten inklusive der legendären Schupfnudeln aus dem Spielweg!

Liebe Viktoria, wir sind voller Bewunderung für deine Energie und deinen Innovationsgeist! Wie organisierst du dich und behältst du bei so vielen verschiedenen Aufgaben und Ansprechpartnern den Überblick? Und ist es nicht manchmal kompliziert oder gar anstrengend so eng mit der eigenen Familie zusammenzuarbeiten, Stichwort Lagerkoller?

Ohne eine gescheite Organisation ist nichts machbar! Ich weiß, dass ich nicht alles alleine machen kann. In der Küche habe ich neben meinem Freund Johannes ja auch noch meine linke und rechte Hand: Sous-Chef Christoph und Lisa, die für das Küchenmanagement zuständig ist und beispielsweise alle Veranstaltungen plant. Im gesamten Hotelbetrieb arbeiten langjährige Mitarbeiter, von denen einige hier schon länger sind, als ich hier lebe, und die selbstredend sehr zuverlässig und engagiert sind.

Als Familie sind wir gut organisiert. Wir haben festgestellt, dass es nichts bringt, wenn wir zu fünft etwas entscheiden. Klar, entscheiden wir als Familie auch mal Dinge gemeinsam, aber jeder hat seinen eigenen Verantwortungsbereich und eine eigene Wohnung, zwei feste freie Tage in der Woche und ein Recht auf Urlaub! Wir sind auch mal nicht da und auch dann muss der Betrieb laufen – die anderen halten ihm oder ihr den Rücken frei. Dabei helfen klare Strukturen und auch festzulegen, wer zuständig ist, wenn es mal nicht so läuft. Ein Beispiel: Aktuell ist meine Schwester im Urlaub. Da kümmere ich mich mit um den Service und Johannes hält mir in der Küche den Rücken frei.

Insgesamt finde ich es sehr bereichernd mit meiner Familie zusammenzuarbeiten. Klar, streiten wir uns auch mal und dann wird es vielleicht auch mal kurz laut, aber dann sprechen wir uns aus. Denn am Ende ist es so: Wir alle wissen, denken und wollen alle dasselbe!

 

Familie Viktoria Fuchs Spielweg Hotel Restaurant

Spitzenköchin Viktoria Fuchs und ihre Familie (von rechts nach links: Freund Johannes Schneider, Mutter Sabine, Schwester Kristin und ihr Freund Daniel sowie Vater Karl-Josef). Foto: © Vivi d’Angelo / Südwest Verlag

 

Bevor du im Jahr 2015 relativ spontan die Küche im Spielweg übernommen hast, warst du sieben Jahre lang unterwegs. Du hast eine Lehre im „Hirschen“ bei Douce Steiner in Sulzburg gemacht. Dann hast du im „Le Canard“ bei Ali Güngörmuş in Hamburg, im „Landhaus St. Urban“ bei Harald Rüssel in Naurath und im „Luce D’Oro“ bei Mario Paecke auf Schloss Elmau gearbeitet. Inwiefern haben dich diese Stationen für das Management deiner eigenen Küche vorbereitet? Und wenn du anderen jungen Köchinnen in einer ähnlichen Situation wie damals deiner einen Rat geben könntest – beispielsweise wie sie sich in der männerdominierten Welt der Spitzenköche behaupten können – welcher wäre es?

Ich bin mit 16 in die Lehre gegangen und über die vielen beruflichen Stationen hinweg habe ich mein Handwerk einfach gelernt. Wenn man sein Handwerk beherrscht, dann vereinfacht das den Umgang mit anderen sehr. Denn dann wir einem auch Respekt entgegengebracht.

Als ich nach all den Jahren ins Spielweg zurückkam, war meine Schwester schon da. Ich bin ja nicht in ein Restaurant gekommen, das ich nicht kenne, sondern in die Umgebung, in der ich aufgewachsen bin. Ich bin auch nicht hierhergekommen und wollte alles verändern, sondern habe erst einmal ein Jahr lang alles angeschaut, ehe ich kleine Änderungen an der Speisekarte vorgenommen habe, um zu schauen, wie sie den Gästen schmecken.

Vor allen Dingen hatte ich Respekt vor den langjährigen Mitarbeitern, vor meiner Mutter, die das alles mit aufgebaut hat. Man kann ja nicht daher kommen und sagen „Alles Alte war schlecht“. Dann sind alle anderen, die das schon dreißig Jahre lang gemacht haben, natürlich vor den Kopf gestoßen. Man kann nicht in einem Jahr die ganze Welt verändern, das klappt einfach nicht! Man kann aber eine Idee vorschlagen und sagen „Hey, das würde ich gerne mal ausprobieren“ oder „vielleicht müssen wir uns mal weiterentwickeln.“ Wenn man sein Handwerk beherrscht, sehen die anderen, dass man weiß, wovon man spricht und dann haben sie auch Spaß daran und sagen „Hey, hier passiert etwas Cooles, da mache ich mit!“ Ich bin also nicht mit der Brechstange reingegangen, sondern habe im Dialog versucht, eigene Vorstellungen einzubringen und alle mit an Bord zu holen. Meine Schwester und ich haben erst meine Mutter mit ins Boot geholt. Als Rheinländerin ist sie extrem gut darin eine ehrliche Meinung zu kommunizieren. Sie war auch immer bereit, uns zu unterstützen, wenn wir beide der Meinung sind, dass etwas eine gute Idee ist, selbst wenn sie die Idee vielleicht selbst nicht so gut fand. Und das finde ich eine große Leistung meiner Mama, dass sie sagt „Okay, ich gehe das alles so mit“. Natürlich war es am Anfang mal schwierig und manchmal habe ich mich schon gefragt „Oops, was mache ich hier eigentlich?“ – aber ich bin sehr pragmatisch erzogen worden und weiß, man muss Geduld haben! Jetzt nach vier Jahren habe ich so langsam das Gefühl, angekommen zu sein und dass es richtig gut läuft.

Und welchen Rat ich für jemanden in einer solchen Situation habe? Nicht aufgeben. Nicht zu emotional sein. Ab und an Mal Abstand zur Arbeit suchen – auch mal frei machen und in den Urlaub fahren. Und klar, man muss viel arbeiten, aber man muss auch auf sich selbst aufpassen. Jeder Betrieb zu Betrieb ist unterschiedlich und ein Hotel unterscheidet sich auch von einem Restaurant. Aber insgesamt sind ehrliche Berater wichtig. Letztlich braucht man Mut und Innovationskraft, das kann einen über Krisen tragen. Nur so erhält man die Anerkennung, die jeder Koch gerne hat. Denn wir tun, was wir tun, weil wir die Produkte lieben, aber auch um die Gäste glücklich zu machen.

In diesem Sinne ist fuchsteufelswild entstanden. Mein Vater ist Jäger und auch alle meine Freunde. Sie brachten wirklich viele Wildschweine, Rehe und Hirschen aus dem Wald und hingen sie mir in die Küche. Damit musste ich erst einmal klarkommen und überlegen, was ich damit mache. Das Problem war gar nicht, dass die Gäste das nicht gegessen haben, sondern, dass ich das nicht für mich machen wollte. Ich mag nämlich keine schweren Gerichte. Ja, ich kann mal eine Rinderroulade essen, aber ich lebe jetzt nicht dafür, wie so andere. Ich finde Frischlingsleber gut, aber die will ich nicht die nächsten vierzehn Jahre für mich kochen. Ich wollte nicht jeden dritten Tag einen Schmoransatz mit Wildschulter machen. Mir war klar: Ich muss etwas anders machen. Ich muss eine Wildküche finden, die ich selbst gerne koche!

Also haben wir mit neuen Aromen experimentiert. Und dann kam eine Küchenparty, die hieß Fuchsteufelswild und ein fuchsteufelswildes Wochenende. Langsam hat sich herauskristallisiert, fuchsteufelswild ist einzigartig, anders, asiatisch und jung. Fuchsteufelswild war also ein Prozess, eine Weiterentwicklung und irgendwann sind wir auf das Kochbuch gekommen. Und ich bin mir vollkommen im Klaren: Das wird einigen Jägern nicht gefallen, weil ich ihr waldmännisches angreife. „Was soll der rosa Rauch auf dem Titelbild? Was soll das Körbchen da?“ – ich bin mir sicher, diese Fragen werden kommen!

Aber: ich verkaufe geschmortes Wildschwein an junge Leute, durchschnittlich 45 Portionen am Tag. Und: Wer isst denn heutzutage geschmortes Wildschein? Eben! Kein Mensch will Wild essen, weil sie alle denken, das schmeckt nicht! Aber wenn man Wild anders verarbeitet, und es nicht ewig abhängt, dann schmeckt es auch anders. Das ist bei regulärem Steak auch so. Ein Dry Aged Steak schmeckt ja auch ein klein wenig vergoren. Und ist jetzt schon so, dass ich sage, dass ich nun dreißig geworden bin, dass das Kochbuch gerade herausgekommen ist und ich gespannt bin, was nun folgt!

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus? Gibt es so etwas wie einen Feierabend oder eine Work-Life-Balance für Johannes, euren Hund Pino und dich?

Für mich ist Koch-Sein ein Job, der sich oft nicht nach Arbeit anfühlt. Ich bin an erster Stelle Gastgeberin – und ich fände es falsch zu sagen, dass man als Koch immer so viel arbeitet. Denn vieles was man Arbeit nennt, ist ja auch sehr schön, beispielsweise wenn man mit den Gästen zusammen sitzt und gemeinsam noch einen trinkt. Und wenn wir einen jungen Anwalt fragen, der in einer Kanzlei Partner werden möchte: Der arbeitet auch viel!

Interview Spitzenköchin Victoria Fuchs Spielweg

Viktoria Fuchs mit Kräutern aus dem spielwegeigenen Garten. Foto: © Vivi d’Angelo / Südwest Verlag

 

Montag und Dienstag habe ich meist frei, manchmal arbeite ich schon am Dienstagabend, jedoch eher selten. Ab mittwochs komme ich jeden Tag so gegen neun Uhr in die Küche, nach dem Mittagessen mache ich eine Stunde Mittagsschlaf und dann beginnt der Abendservice. Die Familie isst Mittags und Abends jeweils eine halbe Stunde gemeinsam. Wann ich Feierabend mache, hängt davon ab, wer alles da ist und was nach Küchenschluss passiert. Manchmal gehe ich um neun hoch in meine Wohnung, manchmal erst nach elf.

Vegan, glutenfrei und low-carb – sehr genaue Vorstellungen über die eigene Ernährung, wachsendes Bewusstsein über Lebensmittelunverträglichkeiten und für Tierrechte beeinflussen die Art und Weise wie wir essen. Sicher gibt es auch im Spielweg Gäste, die sehr individuelle Anforderungen an ihr Essen stellen. Wie geht deine Küche mit diesen Wünschen um?

Ich habe auf meiner Karte vier vegetarische Gerichte, ich habe zwei vegane Gerichte und wir können immer etwas machen, wenn der Gast sich äußert. Eine gute Kommunikation ist an der Stelle sehr wichtig. Ich mache da überhaupt kein Theater draus. Wenn jemand Veganer ist oder glutenfrei lebt, dann ist es meine Aufgabe das zu respektieren, weil er bei mir zu Gast ist und diese zu erfüllen, beispielsweise indem ich immer ein wenig glutenfreies Brot da habe.

Viel wichtiger finde ich zu erwähnen, dass der Trend dahin geht, weniger Fleisch zu essen und die vegetarischen Gerichte auf unserer Karte – sei es eine ganze Aubergine, ein Curry oder unsere Frischkäseravioli aus der eigenen Käserei – immer beliebter werden. Die Leute sagen sich „ich esse von fünf Tagen nur noch an drei Tagen Fleisch“ oder „ich esse nur noch Fleisch, das aus einer nachhaltigen Landwirtschaft oder von der Jagd kommt“. Und daran halten sie sich. Ein Eindruck ist, dass bei der breiten Masse tatsächlich ein Umdenken stattfindet, das die Art und Weise des Fleischkonsums infrage stellt.

Wir haben sehr viele Gäste, die genau deswegen zu uns kommen, weil wir Wild servieren. Und dennoch schreiben wir uns die Wildküche nicht unbedingt auf die Fahnen. Denn: Das Spielweg hat zwar ein Restaurant, aber es ist vorwiegend ein Hotel. Das bedeutet: Die meisten Gäste bleiben vier, fünf Tage oder auch mal eine Woche bei uns. In dieser Zeit essen sie jeden Abend bei uns, weil wir sind hier, so ungefähr, am „Arsch der Heide“. Das heißt also: Ich biete dem Gast keine Menüs an, sondern Essen à la Carte. Unsere Karte ist sehr offen gestaltet, damit dem Gast nicht langweilig wird und jeder bestellen kann, worauf er gerade Lust hat. Wir machen ja so viel selbst: das Brot, den Käse, viele der Schinkenprodukte – alles ist hausgemacht und hat die gleiche Wertigkeit. Daher gibt es keine getrennten Stuben für Hotelgäste und Restaurantgäste, sondern eine Speisekarte für alle – auch weil wir den Gast, der nur einmal bei uns einkehrt, eher selten vorfinden.

 

Fuchsteufelswild Blick Romantik Hotel Spielweg

Das Romantik Hotel & Restaurant Spielweg im Münstertal. Foto: © Vivi d’Angelo / Südwest Verlag

 

Stell dir vor, du kreierst ein Gericht namens „Kartoffel(n) à la Viktoria Fuchs“ in der die Knolle gemeinsam mit dir die Hauptrolle spielt. Wie sieht dieses Gericht aus? Welche Zutaten, Aromen, Farben und Texturen beinhaltet es und wie würde es schmecken?

Kartoffeln im Spielweg sind immer Lagerkartoffeln. Die finde ich geschmacklich nämlich besser als Frühkartoffeln. Wir haben extra einen Kartoffelkeller gebaut, wo immer so zwölf bis fünfzehn Säcke lagern, auch über den Winter lagern wir Kartoffeln ein.

Ich mag insbesondere eine vorwiegend festkochende Sorte, mit der ich fast alles mache: die Schupfnudeln, die wir zum klassischen Rehrücken reichen, unseren Kartoffelstampf oder auch das Kartoffelrösti, das wir zur Leber servieren. Ich liebe aber auch Pellkartoffeln mit Quark oder Bratkartoffeln.

Daher fällt es mir schwer, mich für ein Gericht zu entscheiden. Aber: Wir haben letztens kleine Mais-Kartoffelpuffer mit Kaffirlimette gemacht, wie man sie aus der indonesischen Küche kennt. Dazu gab’s ein Lachs-Sashimi. Auch ein Hirsch-Tartar würde super dazu passen!

Victoria Fuchs Fuchsteufelswild Das WildKochbuch

Das Cover von Fuchsteufelswild. © Vivi d’Angelo / Südwest Verlag

 

Fuchsteufelswild – Das Wildkochbuch / Viktoria Fuchs / Südwestverlag / ISBN: 978-3-517-09917-0

 

Exklusiv auf dem Kartoffel-Blog:
Rezept für Vikis Rehrücken, rosa gebraten – mit Schupfnudeln, Erbsen, Pfifferlingen und Eisenkraut

 

Fuchsteufelswild Schupfnudeln Rehrücken Pfifferlinge Eisenkraut Erbsen Viktoria Fuchs

Rehrücken, rosa gebraten mit Schupfudeln, Erbsen, Pfifferlingen und Eisekraut – das Rezept gibt’s im Buch! Foto: © Vivi d’Angelo / Südwest Verlag

 

Zutaten für 4 Portionen

Für die Schupfnudeln:

  • 500 g Pellkartoffeln vom Vortag
  • 150 g Weizenmehl
  • 1 Ei
  • 1 Eigelb
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Muskatnuss
  • Weizenmehl zum Bearbeiten
  • 2 EL Butter

Für den Rehrücken:

  • 800 g Rehrückenstränge ohne Knochen
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 3 EL Sonnenblumen
  • etwas Butter
  • 1 Zweig Rosmarin

Für die Jus:

  • 2 rote Zwiebeln
  • Abschnitte vom Rehrücken
  • etwas Sonnenblumenöl zum Anbraten
  • 1 Zweig Thymian
  • 1 Zweig Rosmarin
  • Mélange Noir (Pfeffermischung)
  • 1 Sternanis
  • 150 ml roter Portwein
  • 150 ml Johannisbeersaft
  • 1,5 l Wildjus
  • Salz bei Bedarf
  • etwas Soßenbinder bei Bedarf

Für die Pfirsiche:

  • 2 EL Zucker
  • 100 ml Weißwein
  • 2 Weinbergpfirsiche

Für das Gemüse:

  • 200 g Pfifferlinge
  • 300 g frische Erbsen aus der Schote
  • Salz
  • etwas Öl zum Anbraten
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Zucker
  • Eisenkraut zur Dekoration

 

Zubereitungszeit: 1,5 Stunden

 

Zubereitung: 

Für die Schupfnudeln die gepellten Kartoffeln durch eine Kartoffelpresse drücken und mit allen Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Nun einen Teil der Masse nehmen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit beiden Handflächen zu einem langen Strang formen. Davon nun mit einer Teigkarte gleichmäßig circa 1 Zentimeter breite Stücke schneiden und diese zu kleinen Kugeln formen. Diese Kugeln mit der Handinnenfläche schupfen., sodass gleichmäßige Schupfnudeln entstehen. Diese in Salzwasser circa 5 Minuten kochen.

Den Rehrücken von Sehnen und Silberhaut befreien, mit Salz und Pfeffer würzen und in einer heißen Pfanne mit etwas Öl von beiden Seiten eine Minute lang anbraten. Bei 160 °C circa 6 bis 8 Minuten in den vorgeheizten Backofen geben. Wenn das Fleisch eine Kerntemperatur von 46 °C erreicht hat, herausnehmen und an einem warmen Ort ruhen lassen.

Zwiebeln schälen und klein schneiden. Zusammen mit den Abschnitten vom Rehrücken in einem Topf mit etwas Sonnenblumenöl anbraten. Thymian, Rosmarin, Mélange Noir und Sternanis kurz mitrösten.

Mit Portwein ablöschen und einkochen lassen. Mit Johannisbeersaft auffüllen und zum Jus hinzugeben. Die Sauche um ein Drittel reduzieren. Abschmecken, wenn nötig leicht salzen und gegebenenfalls mit etwas Saucenbinder abbinden. 

Zwei Esslöffel Zucker in einem kleinen Topf karamellisieren, mit Weißwein ablöschen und köcheln lassen. Die Weinbergpfirsiche halbieren und vom Kern befreien. In Ecken schneiden, in die Weißwein-Karamell-Masse geben und vom Herd nehmen.

Die Pfifferlinge putzen und die Erbsen aus der Schote pulen. Die Erbsen in reichlich gesalzenem Wasser blanchieren. Die Pfifferlinge in einer heißen Pfanne mit etwas Öl anschwitzen, Erbsen dazugeben, mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. 

Die Schupfnudeln in einer Pfanne mit schäumender Butter leicht anbraten. 

Den Rehrücken in einer heißen Pfanne mit einer Flocke Butter und einem Zweig Rosmarin nachbraten. 

Das Gemüse auf einen Teller geben, die Schupfnudeln daneben anrichten. Die Weinbergpfirsiche auf das Gemüse legen. Den Rehrücken aufschneiden und ebenfalls auf dem Gemüse anrichten. Mit Eisenkraut garnieren.

 

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Stadtalm im Werksviertel Munchen Almschule 2020

Ausflugstipp für Kitas und Schulen: Die Almschule in München

Eine Alm und eine Almschule mitten in der Millionenstadt? Auf 60 Metern Höhe? Aber natürlich! Heute: ein Blick auf die Almschule auf dem Dach des WERK3 im Werksviertel-Mitte am Ostbahnhof in München. Dort bringen Kartoffeln, Bienen und Schafe Kindern und Jugendlichen beispielsweise gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit näher. Wir sind tief beeindruckt von der außergewöhnlichen Atmosphäre und dem tollen Flair dieses zauberhaften Ortes über den Dächern der bayrischen Hauptstadt und hoffen, dass ihr es auch sein werdet! Übrigens: die Almschule ist eine tolle Ergänzung für den Lehrplan aller Kitas und Schulen, die mit dem Schulgartenprojekt des Deutschen Kartoffelhandelsverband e.V. (DKHV) Kids an die Knolle kooperieren!

WERK3: Kreatives Zentrum in München

Werksviertel Mitte Stadtalm München Tageslicht

Der Eingang zum Werksviertel bei Tageslicht. Quelle: ©URKERN2020/ Ivana Bilz

 

Das Werksviertel ist vielen Münchnern noch als das Pfanni-Gelände geläufig. Dort wo früher Kartoffelmehl für Knödel und andere Fertiggerichte hergestellt wurden, steppt heute – zumindest im übertragenen Sinne – der geistreiche Bär. Daher auch der Name, der aus der Werkhalle mit der schnöden Nummer drei das hippe WERK3 macht. Heute ist das Werksviertel-Mitte Dreh- und Angelpunkt der Münchner Kreativbranche. In den Büroflächen des riesigen Gebäudes arbeiten Kommunikations- und Digitalagenturen, Dienstleister der Kulturszene. Begleitet werden sie von einer ganzen Reihe hipper Fresstempel, die von der obligatorischen Bratwurst über die hawaiianisch inspirierte Bowl bis hin zum mexikanischen Burrito alles abdecken.

Eingang Werk3 Stadtalm München bei Nacht

Das Werksviertel-Mitte in München bei Nacht. Quelle: ©URKERN2020/ Ivana Bilz

 

Auf der Stadtalm: Hasen, Schafe, Bienen, Kartoffeln und eine Almschule

Völlig unbehelligt vom Trubel in den sechs Etagen darunter, erstreckt sich auf dem Dach des WERK3 über 2,500 Quadratmeter die Stadtalm. Dort steht auch die von der Stiftung Otto Eckart geförderte Almschule. Zur Stadtalm gehören – neben Kartoffeln und anderen Nutzpflanzen – eine Schar Hühner, mehrere Bienenstöcke, eine Kolonie Hasen sowie eine Herde Walliser Schwarznasenschafe.

 Stadtalm Almschule München schwarznasenschafe

Die Schwarznasenschafe der Stadtalm im Werksviertel-Mitte. Quelle: ©URKERN2020/ Ivana Bilz

 

Das mag alles etwas verrückt klingen, aber: Urban Gardening, Vertical Gardening und Rooftop Gardening liegen in Großsstädten weltweit voll im Trend. Kein Wunder, in den Millionenmetropolen wird der Wohnraum immer knapper und teurer. Jeder Zentimeter Grün muss sich behaupten, alles wächst daher nun aufwärts in die Unendlichkeit des Himmels!

Stadtalm Almschule Werksviertel Muenchen Huehner

Hühner auf dem Dach des WERK3. Quelle: ©URKERN2020/ Ivana Bilz

 

In der Almschule kommen Kinder – vom Vorschulalter bis ins Gymansium hinein – einen Tag lang in Kontakt mit dem Anbau von Obst und Gemüse. Gegen einen Unkostenbeitrag von 10 Euro pro Person belegen sie ein Tagesmodul, das um 9:30 Uhr beginnt und 2,5 Stunden (exklusive Pause) dauert. Die Kurse vermitteln den artgerechten und ressourcenschonenden Umgang mit der Natur und der Pflanzenwelt, das Konzept der Nachhaltigkeit und Themen der gesunden Ernährung und Bewegung. Letztlich geht es darum, den Schülern Wertschätzung für die Landwirtschaft und das Handwerk näher zu bringen.

Stadtalm Almschule Werksviertel Muenchen Bienen

Die fleissigen Bienchen von der Stadtalm. Quelle: ©URKERN2020/ Ivana Bilz

 

Die Almschule ist barrierefrei zu erreichen, die Teilnehmer steigen dennoch am Tagesanfang über die Treppen in den sechsten Stock. Je nach gebuchtem Schwerpunkt – Ernährung und Bewegung, Mensch und Natur oder Landwirtschaft und Handwerk – setzen beschäftigen sich die Kinder mit Inhalten, die ihren regulären Lehrplan ergänzen. Auch Zeit, die Stadtalm auf eigene Faust zu erforschen, bleibt. In den Pausen wird die selbstmitgebrachte Brotzeit verspeist und ein Blick über die Münchner Skyline geworfen. Schulklassen, die in der Erntezeit auf der Almschule vorbei schauen, kommen zudem in die glückliche Situation, die Knollen zu ernten. Sie dürfen die Kartoffeln mit nach Hause nehmen und in der eigenen Küche nach Belieben zubereiten!

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5 Fragen an Kartoffelforscherin Delphine Inghelandt HHU Dusseldorf PotatoTools 2020

Forschen an der Kartoffel: 5 Fragen an Dr. Delphine van Inghelandt

Dr. Delphine van Inghelandt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team für Quantitative Genetik und Genomik der Pflanzen, einer Forschungsgruppe an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, die auch am Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln aktiv ist. Dort forscht sie u. a. am PotatoTools-Projekt, das 2019 initiiert wurde und mit einer Förderung von 2,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Züchtung von Kartoffeln etwas vorhersehbarer gestalten und somit langfristig verbessern soll. Wir haben Delphine gefragt, wie sie Pflanzenforscherin geworden ist, wie ihr Arbeitsalltag aussieht und mit welchen Fragen sie sich im Zusammenhang mit PotatoTools beschäftigt.

Liebe Delphine, seit über vier Jahren arbeitest du im Team für Quantitative Genetik und Genomik der Pflanzen. Erzähl uns doch etwas über deinen Werdegang und wie es dazu kam, dass du dich beruflich, neben Mais und Gerste, mit Kartoffeln beschäftigst?

Bereits während meiner Schulzeit am Gymnasium in Frankreich habe mich für Genetik interessiert. Da ich gerne an der frischen Luft und mit Pflanzen arbeiten wollte, habe ich nach Abschluss der Classe preparatoire (Anmerkung der Redaktion: Vorbereitungskurse für die Universität nach dem Baccalaureat, dem französischen Abitur) entschieden, am Ecole Nationale Superieure d’Agronomie (deutsch: Hochschule für Agrarwissenschaften) mein Studium fortzuführen. In dieser Zeit habe ich den Beruf des Pflanzenzüchters kennengelernt, der alle Aspekte beinhaltete, die ich mir für meine berufliche Laufbahn wünschte: Genetik, Pflanzen und viel Zeit draußen an der frischen Luft!

Studienbegleitend habe ich mehrere Praktika absolviert, von denen zwei besonders wegweisend waren: Ein Aufenthalt in einem Forschungszentrum in Island und die Mitarbeit bei einer Pflanzenzüchtungsfirma in Südfrankreich. In beiden Phasen habe ich mich mit der Verbesserung pflanzlicher Eigenschaften beschäftigt. Danach war ich mir endgültig sicher, dass ich genau in diesem Bereich weiter arbeiten möchte. Also habe ich als Maiszüchterin bei einem Züchtungsunternehmen angefangen und erst in Frankreich und dann in Deutschland gearbeitet. Parallel habe ich am Institut für Pflanzenzüchtung, Saatgutforschung und Populationsgenetik  an der Universität Hohenheim promoviert und später als Senior Maize Breeder gearbeitet.

Nach 16 Jahren in der Praxis wollte ich in die akademische Forschung zurückkehren und mich, neben Mais, mit anderen Spezies beschäftigen. Ich wollte auch gerne mein Wissen und meine Begeisterung für die Pflanzenzüchtung an Studierende weitergeben. Deshalb habe ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Quantitative Genetik und Genomik der Pflanzen der HHU angefangen. Es gibt viele Pflanzenforschungsinstitute in Deutschland, aber nur wenige davon beschäftigen sich mit Kartoffeln. Das wollte ich ändern. Da ich Kontakt mit Kartoffelzüchtern hatte und schon lange mit der Familie der Solanaceae arbeiten wollte, hat unser Institut gemeinsam mit seinen Industriepartnern ein Forschungsprojekt für Kartoffeln beantragt: PotatoTools.

Verrätst du uns etwas über die Inhalte, Ziele und Fortschritte von PotatoTools?

Kartoffeln werden für unterschiedliche Zwecke – zum Beispiel als Speisekartoffeln oder zur Gewinnung von Stärke – angebaut. Ziel der Züchtung ist jene Sorten zu entwickeln, die den besten Erfolg verspricht. Das ist unter den verschiedenen klimatischen Bedingungen in den geografisch sehr diversen Regionen der Welt, mit Blick auf die Herausforderungen von Schädlingen oder des Klimawandels nicht immer ganz einfach. Die Eigenschaften, welche die Züchter verbessern wollen, sind komplex und werden von mehreren Regionen im Genom kontrolliert. Der Verbesserungsprozess ist daher langsam.

Mittels molekularer Marker und neuer statistischer Methoden ist es möglich, den Selektionsgewinn für komplexe Merkmale pro Zeiteinheit zu erhöhen. Man nennt es genomische Selektion. Diese Vorgehensweise wird schon in anderen Kulturarten angewendet.

Hauptziel von PotatoTools ist die Entwicklung und Bereitstellung von genomischen Ressourcen und optimierten Züchtungsstrategien, die zum Einsatz genomischer Selektionsverfahren in Kartoffeln nötig sind. Am Ende wird es erstmals möglich sein, nicht nur einfache (monogen vererbte) Merkmale – wie einzelne Resistenzgene – , sondern auch komplexe (quantitativ vererbte) Merkmale – beispielsweise den Stärkeertrag – mit molekularen Methoden zu verbessern. Damit soll möglich werden, das genetische Potenzial zukünftiger Sorten unter Einbezug von tausenden im Erbgut verteilten molekularen Markern vorherzusagen.

Wie sehen dein Arbeitsplatz und dein Arbeitsalltag aus? Siehst du auch mal „echte“ Kartoffeln oder beschäftigst du dich eher mit reinen Daten? Gibt es Organisationen, Abteilungen, Kooperationspartner, Kollegen oder Mitarbeiter, die in deinem Tagesgeschäft eine besondere Rolle spielen?

Viel Zeit verbringe ich tatsächlich am Computer. Bei PotatoTools betreue ich zwei Aufgabebereiche: Zum einen die Anpassung der Modelle genomischer Selektionsverfahren anderer Kulturarten an die Besonderheiten der Kartoffel. Das heißt: viel Statistik. Und zum anderen bin ich für die Optimierung von Züchtungsprogrammen unter Einsatz genomischer Selektion zuständig. Vereinfacht ausgedrückt: Ich forsche, wie die Züchter diese neuen Verfahren am besten in ihre Züchtungsprogramme einbringen sollen. Das bedeutet: viele Simulationen! In diesem Zusammenhang betreue ich eine Doktorandin, die über PotatoTools finanziert wird. 

Unser Institut arbeitet für das PotatoTools-Projekt mit drei Züchtungsunternehmen zusammen. Sie führen die Feldversuche mit Kartoffelklonen durch, denn sie sind dafür die Profis!

5 Fragen an Delphine Inghelandt PotatoTools Feld 2020

Versuchsfeld bei einem der Projektpartner vom PotatoTools-Projekt. / Quelle: Dr. Delphine Van Inghelandt, Heinrich-Heine-Universität.

 

Wir haben dennoch Kartoffelpflanzen hier am Institut: Wir kultivieren sie, um ihre DNA zu extrahieren.

5 Fragen an Delphine van Inghelandt Forschung Kartoffelpflanze HHU

Kartoffelpflanzen für die DNA-Extraktion / Quelle: Dr. Delphine Van Inghelandt, Heinrich-Heine-Universität.

 

Wir treffen uns zweimal im Jahr mit allen Projektpartnern. Die Treffen finden entweder bei uns oder bei den Züchtern statt. Und natürlich tauschen wir uns auch zwischen den Treffen viel aus: telefonisch, per E-Mail oder in Video-Konferenzen. Am Ende des Projekts sollen allgemein anwendbare Werkzeuge und Methoden entstanden sein.

Das Kartoffelprojekt ist aber auch nur einer meiner Arbeitsbereiche. Ich bin oft auf unseren Versuchsfeldern in Köln für Projekte im Bereich Mais und Gerste, betreue die Abschlussarbeiten von Studierenden in den Bachelor- und Masterstudiengängen, schreibe wissenschaftliche Publikationen und halte selbstverständlich auch Vorlesungen am Institut.

Wissen wir schon alles über die Kartoffel oder gibt es noch unbekannte Aspekte, an denen gezielt geforscht wird?

Es ist noch lange nicht alles erforscht!

Aufgrund verschiedener genetischer und biologischer Faktoren kann Solanum tuberosum, die Kartoffel, schwerer und langsamer durch klassische Züchtung verbessert werden als andere Kulturpflanzen. Dies liegt zum einen daran, dass die Kulturkartoffel tetraploid ist, ihr Erbgut also jeweils vier Chromosomensätze enthält. Zum Vergleich: Der Mensch ist diploid und besitzt einen doppelten Chromosomensatz. Man könnte also sagen, dass die Kartoffel genetisch komplexer ist als der Mensch.

Die vier Chromosomensätze bei der Kartoffel bedeuten also, dass an jedem Genort vier verschiedene Versionen, sogenannte Allele, vorliegen können. Dies macht es er Forschung erheblich schwieriger, die leistungsfähigste Kombination von Allelen zu erstellen. Schon rein mathematisch sind viel mehr Kombinationen möglich, als bei anderen wichtigen Kulturpflanzen, wie Mais, Weizen oder Gerste.

Außerdem haben Kartoffeln einen – im Gegensatz zu den anderen Kulturpflanzen – einen geringen Vermehrungskoeffizienten. Sie erwirtschaften also eine kleinere Anzahl von Knollen, die pro Pflanze geerntet werden können. Alle diese Faktoren verlangsamen den Züchtungsfortschritt. Ökonomisch interessante Merkmale können nämlich erst gegen Ende eines Züchtungszyklus erfasst werden – hier ist also auch etwas Geduld gefragt. Genau dazu tragen wir mit unserer Forschung bei: mit Hilfe molekularer Marker und genomischer Modelle werden die Züchter viel früher im Züchtungsprozess diese Merkmale selektieren können!

Um mittels genomischer Selektion gewünschte Eigenschaften erfolgreich aus den Kartoffeln zu selektieren, fehlen bislang wichtige genomische Ressourcen. So gibt es noch keine Referenzgenomsequenz der Kulturkartoffel. Auch gibt es keine Möglichkeiten, um unterschiedliche Genotypen (der Genotyp umfasst die gesamte genetische Ausstattung eines individuellen Lebewesens) von Kartoffeln im Hochdurchsatzverfahren mittels sogenannter SNP-Arrays zu charakterisieren. Ebenfalls ist noch unklar, wie der Ablauf von Kartoffelzüchtungsprogrammen verändert werden muss, um die Vorteile der genomischen Selektion optimal zu nutzen.

Alle diese offenen Fragen geht das PotatoTools Projekt an.

5 Fragen an Delphine van Inghelandt Forschung Kartoffelpflanze HHU Potoato Tools02

Kartoffelpflanzen für die DNA-Extraktion / Quelle: Dr. Delphine Van Inghelandt, Heinrich-Heine-Universität.

 

Welche Kompetenzen sind deiner Meinung nach insbesondere für junge Absolventinnen eines Masterstudiums wichtig, wenn sie erfolgreich Fuß in der Pflanzenforschung fassen möchten?

Die Absolventinnen sollten neugierig sein und sich für die Forschung begeistern können! Denn die Forschung ist ein immens großes und breites Feld, auf dem sich alles sehr schnell weiterentwickelt. Ein ausgeprägter Beobachtungssinn ist ebenfalls sehr wichtig und auch Genauigkeit. Liebe zu Pflanzen und für die Natur sind auch Voraussetzung. Und letztlich muss man als Pflanzenzüchter natürlich etwas für Genetik und Statistik übrighaben!

PotatoTools Heinrich Heine Universität Düsseldorf Genomik Kartoffelforscherin Delphine Inghelandt

Dr. Delphine Van Inghelandt / Quelle: Britta Hoffmann, Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung.

 

 

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Kartoffel Stempel 09 2020

Der rollende Kartoffelstempel

Ein rollender Kartoffelstempel erfordert mehr Fingerspitzengefühl und Bastelfertigkeit als ein normaler Kartoffelstempel. Herausforderung angekommen?

Super! Ihr braucht:

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dicke Kartoffel (mit grünen Stellen oder Keimansätzen, die kann man nämlich nicht mehr so gut essen)
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Schaschlik-Spieß oder Zahnstocher
Postkarten oder dickes Papier
Acrylfarben
Pinsel
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gute Motiv-Idee

Zuerst einmal schält ihr eure Kartoffel und schneidet sie in drei bis vier in Scheiben. Diese Scheiben sollten alle rund sein und den gleichen Durchmesser haben.

Der rollende Kartoffelstempel: Kartoffeln in Scheiben schneiden und aufspießen

Anschließend spießt ihr die Scheiben auf einen Schaschlik-Spieß und bepinselt die Außenseiten der Scheiben mit Acrylfarbe. Wir haben uns dafür entschieden, Postkarten mit einem Regenbogen-Druck zu erstellen.

Der rollende Kartoffelstempel: Kartoffeln mit Farbe bepinseln

Jetzt können wir den Stempel über das Papier rollen – und das erfordert wirklich eine Menge Fingerspitzengefühl, insbesondere damit die Farben nicht verschmieren. Nach ungefähr einer Drehung müsst ihr die Farbe auf den Außenseiten auffrischen

Wichtig ist, dass ihr hier dickes Papier oder sogar Pappe nehmt, da große Kartoffelstempelflächen viel Feuchtigkeit an den Untergrund abgeben.

Der rollende Kartoffelstempel: Stempel über die Postkarte rollen

Wir haben beschlossen, zu unserem rollenden Regenbogen-Stempel noch eine Sonne im klassischen Kartoffeldruck zu gestalten. Hierfür nehmen wir eine Scheibe Kartoffel, pinseln sie gelb an und pressen sie anschließend auf unsere Postkarte. Die Strahlen malen wir per Hand.

Der rollende Kartoffelstempel: Sonne aus Kartoffeldruck

Aus hellblauer Klebefolie haben wir jetzt noch eine Wolke ausgeschnitten und aufgeklebt. Fertig sind unsere selbstgemachten Regenbogen-Postkarten aus Kartoffel-Druck!

Der rollende Kartoffelstempel: Regenbogen-Postkarten mit Kartoffeldruck

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Tag der Kartoffel 9 uberraschende Fakten uber Knolle

9 überraschende Fakten über die Kartoffel

Wir wissen wirklich viel über die Kartoffel, glaubt uns! Trotzdem sind wir immer wieder erstaunt, wie abwechslungsreich und interessant sie ist. Denn auch uns überrascht sie immer wieder neu. Anlässlich des heutigen Weltkartoffeltags, der jedes Jahr am 19. August gefeiert wird, teilen wir heute die krassesten Infos rund um unsere Lieblingsknolle mit euch!

Kartoffelschalen machen die besseren Kartoffelchips

Wir haben sie noch nie im Handel gesehen und finden sie ganz allgemein unterschätzt und unterbewertet: Kartoffelchips aus Kartoffelschalen! Da selbst in Restaurants und in Imbissen diesen tollen Snacks eher selten auf der Karte stehen, machen wir sie weiterhin selbst.

überraschende Fakten über Kartoffeln Chips aus Kartoffelschalen 2020

Kartoffelchips aus Kartoffelschalen sind knusprig und ein überraschender Nutzen für etwas, das eigentlich weggeworfen wird!

In diesem Zusammenhang: die ungeahnten Qualitäten von Kartoffelschalen sind gut gehütete Geheimnisse der Kartoffel. Recherchiert! Es lohnt sich!

Kartoffeln gelten als DIE Geheimzutat für Brot

Richtig gelesen! Im Brotteig ersetzt unsere Lieblingsknolle gerne mal bis zu einem Drittel des Mehlanteils.

Backen mit Kartoffeln Cracker mit Saaten

Aus Kartoffeln entstehen vegane Cracker oder Knäckebrot mit Saaten.

Manche Bäcker geben Kartoffelstücke in den Teig. Wir lieben Brot und Kartoffeln gleichermaßen und haben ein Bratkartoffelbrot-Rezept entwickelt. Natürlich backen wir auch Kuchen, Kekse und Plunder mit Kartoffeln! Oder hättet ihr etwas anderes von uns erwartet?

Ja, Ofenkartoffeln sind die besseren Eclairs

Was französische Patissiers wohl davon halten? Wir wissen es nicht und es ist uns auch egal. Denn die Idaho Eclair, Liebesknochen aus Kartoffeln sind im Kartoffel-Universum definitiv der letzte Schrei! Die Ofenkartoffel wird ausgehöhlt, frittiert, in Zimtzucker gewälzt und mit Vanillecreme gefüllt. Zum Abschluss einen Klecks Heidelbeermarmelade oder Schokoladensoße, fertig ist die vegane, glutenfreie Nascherei.

Überraschende Fakten Kartoffel Kartoffel Liebesknochen Kula Connection Idaho Eclair

Ja, Idaho Eclairs sind eine echt originelle Idee, weswegen es sie in Deutschland leider noch nicht zu kaufen gibt. Wer die Reise auf sich nehmen will besucht den veganen Streetfood Stand der The Kula Connection in Boise, Idaho in den USA.

Von Goethe bis Louis Armstrong: Kartoffeln sind Musen

Die Kartoffel inspiriert seit Jahrhunderten Künstler und Künstlerinnen! Es gibt ein Theaterstück für Kinder namens Druntenunten. Und nach Shakespeare haben viele weitere Schriftsteller Gedichte mit Kartoffeln geschrieben. Auch Musiker lieben  Kartoffeln und setzen ihnen musikalische Denkmäler Songs. So mancher Tätowierer hat schon ein Kartoffel-Tattoo gestochen! Selbst Van Gogh war großer Kartoffelfan und verewigte sie in mehreren Gemälden, darunter die berühmten Kartoffelesser.

Kartoffeln richtig aufbewahren ist nichts für Anfänger

Weder im Kühlschrank noch auf dem Küchentresen oder im Gemüsekorb liegen sie richtig! Kartoffeln wollen richtig gelagert werden. Nur dann hat man sehr lange Freude an ihnen. Richtig heißt vor allem kühl, dunkel und trocken. Ist eigentlich ganz einfach, meint ihr nicht auch?

Mit der Kartoffel kann man putzen

Glaubt ihr nicht? Wir haben populäre Haushaltstipps mit Kartoffeln für euch zusammen gefasst! Wer schon im sauberen zu Hause sitzt, macht einfach Wellness – natürlich mit Kartoffeln, denn Kartoffeln machen schön!

In der Kartoffel kann man übernachten

Etwas eng und dunkel ist es darin schon und dennoch: Das Big Idaho Potato Hotel ist und bleibt ein wichtiges Ziel für Kartoffelfans in aller Welt. Auf einem großen Feld in Idaho steht die überdimensionale Kartoffel und wartet auf Gäste. Für das Badezimmer war im knolligen Tiny Hotel kein Platz, daher geht man nebenan in das luxuriös umgebauten Getreidesilo. Nebenan wohnt Dolly, eine sehr zutrauliche Kuh, die irgendwie auch zum Kartoffelhotel gehört!

Kartoffeln sind Hoffnungsträger

Im Kampf gegen den weltweiten Hunger steht die Kartoffelforschung an vorderster Front. Biofortifizierte Kartoffeln heißt das Zauberwort, einem Prozess bei denen der Eisen- und Zinkgehalt in den Kartoffeln durch Züchtung erhöht wird. Auch wenn es um das globale Plastikproblem geht, werden große Hoffnungen auf die Stärke der Kartoffel gesetzt, aus der Bioplastik hergestellt werden kann.

Man kann sich mit Kartoffeln zuprosten

Dass Wodka aus Kartoffeln gemacht wird, wissen viele – doch nur wenige sind sich auch bewusst, dass das Trendgetränk Gin aromatisierter Wodka ist. Demzufolge wird Gin auch aus Kartoffeln gemacht! Und Cocktails!

Kartoffelwodka Pink Potato Cocktail

Unser Cocktail mit Kartoffel: Pink Potato.

Im Biergarten kommt man an der Kartoffel ebenfalls nicht vorbei, zumindest die Klosterbrauerei in Neuzelle in Brandenburg schwört auf ihr Kartoffelbier. Also dann: Cheers, auf die Kartoffel!

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Interview Manuela Hierl Qualitaetsmanagerin Kartoffelindustrie

Adlerauge für Kartoffeln: 5 Fragen an Manuela Hierl Qualitätsmanagerin

Manuela Hierl arbeitet bei der Agropa Handels GmbH in Brunnen, Bayern. Sie ist 38 Jahre alt, verheiratet und Mutter eines vierjährigen Sohnes. Seit über 20 Jahren ist Manuela beruflich in der Kartoffelindustrie zu Hause und hat sich in dieser Zeit auf Qualitätsmanagement spezialisiert. Das heißt: Sie stellt sicher, dass die Kartoffeln, die bei der Agropa vom Band laufen und später im Supermarkt zu finden sind, den gesetzlichen Mindestanforderungen entsprechen und darüber hinaus den äußerst strengen Auflagen verschiedener Zertifikate für Lebensmittel genügen und die hohen individuellen Anforderungen der Kunden erfüllen. Wir wollten mehr über Manuelas Werdegang und ihren Arbeitsalltag wissen und haben nachgefragt, was eine Qualitätsmanagerin den ganzen Tag so macht und welche Themen sie dabei beschäftigen.

Liebe Manuela, erzähle uns doch etwas über deinen Werdegang und wie es dazu kam, dass Qualitätsmanagement dein Steckenpferd wurde?

Im Jahr 2000 habe ich meine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau in einem Kartoffelabpackbetrieb erfolgreich abgeschlossen und bin im Anschluss im Qualitätsmanagement gelandet.

Das Thema Zertifizierung steckte damals noch in den Kinderschuhen, entwickelte sich aber danach rasant weiter, sodass wir ab 2002 Qualitäts-Schulungen für unsere Landwirte organisiert haben. Parallel bauten wir unser firmeneigenes QM-System auf. Seit 2004 ist die Agropa nach verschiedenen internationalen und regionalen Standards zertifiziert, bei IFS Wholesale, QS – Qualität & Sicherheit, GQB – Geprüfte Qualität Bayern und BIO.

 Manuela Hierl Kartoffelstrasse Agropa Qualitätsmanagement

Quelle: Manuela Hierl, Agropa Handels GmbH.

 

Ich habe das wichtige Gebiet der Qualitätssicherung also ab der ersten Stunde betreut und über die verschiedenen Entwicklungsphasen hinweg begleitet und mich in dieser Zeit in alle Prozesse und Strukturen mit meinem Wissen einbringen können.

Mein Engagement für hochwertige Kartoffeln geht aber auch über meine Position als Qualitätsmanagerin hinaus. Beispielsweise bin ich über den Deutschen Kartoffelhandelsverband Mitglied von Ausschüssen und Arbeitsgemeinschaften, die sich mit Qualitätsmanagement befassen. So bringe ich meine Expertise in Netzwerken ein und lerne zudem von Kollegen und Kolleginnen in anderen Betrieben!

Die Agropa Handels GmbH sitzt in Brunnen in der Nähe von Ingolstadt in Bayern. Jeden Tag erfasst, lagert, verpackt und vertreibt ihr Kartoffeln und Zwiebeln für die Auslieferung im Bundesgebiet und nach ganz Europa. Welche Rolle spielt dabei das Qualitätsmanagement?

Die Agropa Handels GmbH hat ihren Hauptsitz im Kartoffel-Anbaugebiet Donaumoos. Das Unternehmen existiert seit 1926 und wird von der Familie Dittenhauser geführt, die mittlerweile in der 4. Generation in der Kartoffelindustrie zu Hause ist. Zur Firma gehören drei bayerische Standorte – in Brunnen, Straubing und Grasheim – und 79 Mitarbeiter. Alle sind auf das Abpacken, den Im- und Export von Speisekartoffeln und -zwiebeln sowie Pflanzkartoffeln spezialisiert. Wir beliefern den Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland, sowie Verarbeitungsbetriebe und Großhändler in ganz Europa mit Speisekartoffeln, Speisefrühkartoffeln und Zwiebeln.

Qualitätsmanagement Kartoffelbetrieb Agropa Manuela Hierl

Quelle: Manuela Hierl, Agropa Handels GmbH.

 

Natürlich verlassen sich unsere Kunden darauf, dass unsere Waren sie stets in einwandfreiem Zustand erreichen. Mein Job ist es, sicherzustellen, dass wir diesen Anforderungen entsprechen.

Konkrete Beispiele: Die Kunden im Supermarkt kaufen Kartoffeln vielleicht nach Kochtypen. Sie beurteilen die Knollen aber zu allererst nach der Optik. Überzeugen die Kartoffeln äußerlich nicht, werden sie nicht gekauft. Teil meiner Arbeit (und die unseres Außendienstes) ist daher die Beratung der Landwirte – und zwar bevor die Saatkartoffeln überhaupt gepflanzt werden, beispielsweise bei der Auswahl des optimalen Bodens.

Geerntete Kartoffeln werden nach sogenannten Waschfarben kategorisiert. Erreichen die Kartoffeln die Waschfarbe 1-2, erhält der Landwirt entsprechende Qualitätsaufschläge.

Bei der Agropa Handels GmbH werden die Kartoffeln mithilfe modernster Technik sortiert und nach Größe kalibriert. Das Ziel: Eine optisch ansprechende und harmonisch aussehende Kartoffelpackung, die den Endkunden anspricht und überzeugt. 

Mein Tagesgeschäft ist also die ständige Überwachung und Verbesserung unserer Arbeitsabläufe und Prozesse. Nur so können wir dem Versprechen an die Kunden und den hohen Anforderungen, die das Gesetz, die Zertifizierungsstandards und wir selbst an uns und unsere Ware stellen, gerecht werden.

Das Qualitätsmanagement begleitet die Kartoffeln also über ihren gesamten Lebensweg: von der Erde bis in den Kochtopf!

Welche Aufgaben gehören sonst noch zum Qualitätsmanagement?

Da wären einmal die klassischen Aufgaben, wie die Begleitung unserer internen und externen Audits oder verschiedene Schulungen der Mitarbeiter an allen Standorten. Ich organisiere aber auch Laborproben für Rückstandsuntersuchungen und das Reklamationsmanagement.

Ein weiteres wichtiges Thema, das ich betreue, sind Insekten und deren Lebensräume. In diesem Zusammenhang arbeiten wir eng mit unseren Landwirten zusammen, die jährlich Blühflächen anbauen für die wir das Saatgut zur Verfügung stellen.

Darüber hinaus betreue ich das Warenwirtschaftsprogramm, das 2019 unter meiner Leitung neu eingerichtet wurde. Meine langjährigen Erfahrungen in den Abläufen unserer Firma haben mir dabei sehr geholfen. Das System verwaltet alles! Von den Zertifikaten der Landwirte über den Druck der Verpackung und der Weiterleitung wichtiger Informationen an unsere Verpackungsmaschinen: Es ist immer präsent. Es ist also überhaupt nicht übertrieben zu sagen, das Warenwirtschaftssystem und die komplette dazugehörige IT eine unserer wichtigsten Schnittstellen ist.

Ich finde mein Aufgabenspektrum sehr interessant und vor allen Dingen abwechslungsreich!

Wie sieht ein durchschnittlicher Arbeitstag im Qualitätsmanagement eines Kartoffelbetriebs denn so aus?

In einer normalen Woche fange ich gegen 8:30 Uhr an. Ich spreche mit den Kollegen im Büro und der Produktion über das Tagesgeschäft und eventuell auftretende Probleme, schreibe Mails, erledige Büroarbeiten und nehme Termine wahr.

Qualitätsmanagerin Manuela Hierl Kontrolle Kartoffeln

Manuela Hierl bei der Kontrolle einer Carry-Fresh Verpackung mit Kartoffeln , die soeben verkausfertig vom Band gelaufen ist. Quelle: Manuela Hierl, Agropa Handels GmbH.

 

Ebenso mache ich regelmäßig Betriebsrundgänge mit Kontrollen, zum Beispiel der Reinigung, der Dokumentation der Prozesse und der Produktauszeichnung. Mein Arbeitstag endet um 13:30 Uhr. Der Nachmittag gehört meinem Sohn!

Welchen Tipp würdest du anderen jungen Frauen – beispielsweise Ingenieurinnen oder Frauen mit einer Ausbildung, die vergleichbar ist mit deiner – für ihre persönliche und berufliche Laufbahn geben?

Ich würde ihnen zu einer Ausbildung raten! Gerade mittelständische Betriebe suchen händeringend nach geeigneten Bewerbern, die langfristig auch nach der Lehrzeit im Betrieb bleiben, sich weiterbilden und beruflich aufsteigen möchten. Das mögen vielleicht viele nicht auf den ersten Blick erwarten, aber familiengeführte Unternehmen wie die Agropa Handels GmbH bieten gerade Frauen eine hervorragende Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Denn natürlich gibt es trotz Teilzeitstelle auch mal längere Tage für mich. Beispielsweise wenn ganztägige Sitzungstermine anstehen oder ich unsere Zweigstelle in Straubing besuche. Hier bedarf es etwas Organisation und Flexibilität meinerseits, aber dafür kommt mir das Unternehmen beispielsweise auch mit Home-Office-Regelungen entgegen. So erledige ich auch mal außerhalb der regulären Bürozeiten oder im Zug auf dem Weg zu einem Termin das ein oder andere.

 

 Manuela Hierl Qualitätsmanagerin Agropa Handels GmbH

Quelle: Manuela Hierl, Agropa Handels GmbH.

 

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Kochen mit Insekten 2020

Kochen mit Kartoffeln und Insekten

Das Essen von Insekten ist ein heikles Thema. Doch während wir noch wohlig vor Ekel schaudern, wenn im Dschungelcamp mal wieder ein D-Promi eine dicke Made verspeist, zeigt der Blick in andere Kulturen ein ganz anderes Bild. Denn weltweit essen geschätzt 2 Milliarden Menschen regelmäßig Insekten.

Es gibt sogar ein eigenes Wort für den Verzehr von Insekten durch Menschen: Entomophagie.

Welche Insekten eignen sich als Lebesmittel?

Wenn von Insektenküche die Rede ist, meinen wir nicht Regenwürmer und Heuschrecken aus dem Garten, sondern spezielle Speiseinsekten, bei deren Aufzucht alle Hygienebestimmungen für Lebensmittel eingehalten werden.

Diese Speiseinsekten wie Mehlwürmer, Buffalowürmer oder Heuschrecken liefern viele gesunde Proteine, Vitamine und Mineralstoffe – z. B. alle essentiellen Aminosäuren, Vitamin A und B12, Calcium, Zink und Eisen. Weiterhin ist die Aufzucht von Insekten sehr ressourcenschonend, brauchen sie doch viel weniger Platz, Futter und Pflege als Kühe, Schweine oder Hühner. Das Risiko einer Zoonose, d. h. die Übertragung von Infektionskrankheiten von Tiere auf Menschen, ist bei Insekten ebenfalls sehr gering.

 

Wümer anbraten

 

Welches Insekt für welches Gericht?

Der erste Schritt zu einem gelungenen Insektenmahl ist die Auswahl der richtigen Insekten. Insekten, die unter den zulässigen und kontrollierten Bedingungen herangezogen werden, bieten unter anderem Snack Insects, Catch Your Bug oder Eat More Bugs an.

Dann steht die Suche nach dem passenden Rezept auf dem Programm. Den mutigen Erstkontakt mit Speiseinsekten kann Schokolade versüßen. Das nussige Aroma von knusprig angebratenen Mehlwürmern zum Beispiel eignet sich hervorragend für süße Desserts.

Was kann ich aus Kartoffeln und Insekten kochen?

Doch auch als afrikanisches Streetfood-Gericht mit geraspelten Kartoffeln und Eiern sind die Speisewürmer interessant oder aber in dieser modernen Interpretation klassischer österreichischer Küche.

Wer es deftig mag und keine Berührungsängste hat, kann es direkt mit unseren Kartoffel-Insekten-Knödeln probieren. Mit Insektenmehl im Teig und Buffalowürmern als Füllung sind die Klöße richtige Protein-Wunder. 

Du bist immer noch nicht so richtig überzeugt? Hmmm… wusstest du eigentlich dass unsere Vorfahren vor 500 Jahren ähnlich verhalten auf Kartoffeln reagiert haben? Und jetzt sind sie aus unserer Küche nicht mehr wegzudenken – oder kannst du dir eine Welt ohne Kartoffelbrei, Bratkartoffeln und Kartoffelgratin vorstellen?

In diesem Sinne: Guten und mutigen Appetit!

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