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Genbank

Neue Kartoffelsorten züchten – wie funktioniert das?

Weltweit gibt es zwar schon über 5.000 verschiedene Kartoffelsorten, doch Faktoren wie etwa die Vorlieben der Verbraucher oder neue Erreger für Kartoffelkrankheiten sind für die Kartoffelwirtschaft täglich ein Thema. Aus diesem Grund entwickeln Kartoffelzucht-Unternehmen kontinuierlich neue, verbesserte Sorten. Warum wir davon als Ottonormalverbraucher nicht so viel mitbekommen? Nun, zum einen liegt das daran, dass viele dieser Sorten nicht für den normalen Speisekartoffelmarkt bestimmt sind, sondern für die Pommes- und Chipsherstellung oder auch die Stärkeindustrie. Zum anderen setzen sich nur die allerbesten Sorten auf dem Markt durch. Wir erklären Euch, was auf dem Weg alles passiert.

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Wofür neue Sorten?

Theoretisch kann jede Sorte mit einer anderen kombiniert werden. Grundsätzlich sind die Ziele bei Neuzüchtungen vor allem ein hoher Ernteertrag, größere Widerstandsfähigkeit gegenüber Kartoffelkrankheiten und -schädlingen, ein guter Geschmack sowie positive Verarbeitungseigenschaften. Auch Faktoren wie zum Beispiel eine gute Lagereignung und die Unempfindlichkeit gegenüber Beschädigungen sind wichtig. Für Kartoffeln, die in der Lebensmittelindustrie weiterverarbeitet werden, sind wiederum spezielle Attribute gefragt, etwa ein ideales Frittierverhalten für Pommes oder Chips. So profitieren nicht nur Produzenten und Händler von einer neuen Sorte, sondern auch der Verbraucher – zum Beispiel von extra knusprigen Pommes oder Kartoffeln, die sich lange halten und lecker schmecken.

Zuchtungsarbeit im Gewachshaus

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Die Kreuzung

Sind die gewünschten Züchtungsziele definiert, werden Elternpflanzen ausgewählt, die sich in ihren Eigenschaften optimal ergänzen. Anschließend werden diese gekreuzt, indem die Blüten der Mutterpflanze mit dem Pollenstaub der Vaterpflanze bestäubt werden. So wachsen dann tomatenähnliche Beeren an der Pflanze. In der Beere befinden sich Samen, die sich alle genetisch voneinander unterscheiden – in etwa wie Geschwister.

Neuzuchtung Bestaubung Blute 6 Fotograf F. Reinhold

Kartoffelbeere

Kreuzungsbeeren Samen

Die Auswahl

Aus mehreren Tausend dieser Kombinationen entstehen deutschlandweit pro Jahr knapp eine Millionen Sortenkandidaten, aus denen nach jahrelanger Prüfung an verschiedensten Orten die Sorten mit den besten Eigenschaften ausgewählt werden. Dabei werden sie auf Herz und Nieren geprüft – auf dem Feld, im Lager, im Labor und natürlich in der Küche.

Neuzuchtung Topfsamling Fotograf Bangemann

Neuzuchtung Feldsamlinge

Neuzuchtung Topfsamlinge Gewachshaus Fotograf Bangemann

Versuchsparzellen Fotograf Prigge

Schließlich sollen neben der Performance auch die Kocheigenschaften und der Geschmack erstklassig sein. Erst, nachdem die Knolle all diese Hürden gemeistert hat, kann sie beim Bundessortenamt angemeldet werden – von der ursprünglich knappen Million schaffen das nur zehn Sorten pro Jahr. Und erst, wenn sie dort nach zahlreichen weiteren Tests zugelassen wird, darf sie schließlich von den Züchtern auch als Pflanzgut verkauft werden. Der gesamte Prozess dauert etwa zehn bis fünfzehn Jahre, erst dann landet die neue Sorte irgendwann auf unseren Tellern.

Kartoffelturmchen

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Kartoffel Namen

Grumbiere, Ärpel, Tüffel: die Kartoffel im Dialekt

Eine Knolle, viele Namen: In unserem Blog sprechen wir ja aus diplomatischen Gründen immer von der „Kartoffel“. Tatsächlich gibt es im deutschsprachigen Raum aber so viele regionale Bezeichnungen für unsere Lieblingsknolle, dass einem ganz schwindlig davon werden kann. Mit einem kleinen sprachwissenschaftlichen Exkurs wollen wir heute deshalb mal für einen groben Überblick sorgen.

Habt Ihr Euch schon mal gefragt, warum die Kartoffel eigentlich Kartoffel heißt? Als das Gewächs sich im 18. Jahrhundert langsam, aber sicher in Sachsen und Preußen etablierte, bediente man sich am italienischen tartufulo, was soviel heißt wie „kleiner Trüffel“. Ergibt Sinn, schließlich sah beides knollig aus und wuchs unter der Erde. Über Zwischenformen wie Tartuffel wurde aus dem ersten T irgendwann ein K, und wir landeten bei der heutigen Standardbezeichnung Kartoffel.

Was der Bauer nicht kennt, muss er neu benennen

Auch in den Dialekten ging man ganz sachlich an das neue, noch zu benamsende Lebensmittel heran. Wie sieht es aus, und wo wächst es? So entstand – grob gesehen im heutigen Süddeutschland – zum einen die Kombination Erdapfel, zum anderen ­– im heutigen West- und Mitteldeutschland ­– die Grundbirne. Und damit haben wir auch schon drei Grundformen, auf die die meisten regionalen Bezeichnungen zurückzuführen sind.

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Im Sprachblog der Uni Bremen, der leider nicht mehr betrieben wird, haben wir eine schöne Karte zur Verbreitung der verschiedenen Kartoffelnamen gefunden. Ist Euer Dialekt dabei? Sagt uns Bescheid, wenn noch was fehlt!

Übrigens: Sowohl die spanischen patatas als auch die englischen potatoes sind aus einem Wort der haitianischen Indianer entstanden, batata. Das allerdings bezeichnete ursprünglich die Süßkartoffel, die ja – wie wir hier schon klargestellt haben – mit der Kartoffel gar nix zu tun hat. Und auch die Italiener sagen mittlerweile wieder patata, obwohl sie mit ihrer tartufulo ja den Grundstein für die Kartoffel gelegt haben. Alles klar ;)?

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Von mehlig bis fest: die unterschiedlichen Kochtypen

Dass es nicht nur eine Sorte Kartoffeln gibt, dürften die meisten von uns schon recht früh gelernt haben. Auch die unterschiedlichen Bezeichnungen – festkochend, vorwiegend festkochend und mehligkochend – sind geläufig. Aber worauf kommt es zu Hause beim Kochen an? Und woran wird überhaupt festgemacht, welche Kartoffel zu welcher Kategorie gehört? Antwort auf diese Fragen gibt unser kleines Kochtypen-ABC!

Bestimmt hat jeder schon mal in der Kantine oder an irgendeinem Büfett eine Kartoffel auf dem Teller gehabt, die sich im Mund etwas pampig verhalten hat – klar, denkt man da, das muss so eine mehligkochende sein. Meistens sind es aber tatsächlich einfach festkochende Exemplare, die länger garen mussten, als es ihnen lieb war. Wenn es nicht das Mundgefühl ist, woran macht man die Kategorie also fest?

Am Stärkegehalt. Und da die Kartoffel ein Naturprodukt ist, kann es hier bei jeder Ernte zu Schwankungen kommen; in der Regel verändert sich die Zugehörigkeit der verschiedenen Sorten aber nicht. Wieviel Stärke die Knollen beinhalten, wird vor dem Verpacken mit dem sogenannten Unterwassergewicht ermittelt. Hierfür werden 5 kg zunächst „trocken“ abgewogen, dann mit einer speziellen Waage noch mal unter Wasser. Je höher das Gewicht, desto höher die Dichte der Kartoffeln – und somit auch der Anteil der Stärke.

Die drei Kochtypen

Wusstet Ihr, dass es für die Kochtypen einen Farbcode gibt? So lässt sich immer schnell erkennen, was im Kartoffelsack drin ist.

Festkochend ­

Festkochend

Farbcode: Grün

Festkochende Speisekartoffeln haben ein feinkörniges, feuchtes Fleisch und sind länglich bis oval. Ihr Stärkegehalt ist relativ gering (ca 11-13 %), weshalb die Schale beim Kochen nicht aufplatzt. Sie sind deshalb für alle Gerichte geeignet, bei denen die Kartoffel in Form bleiben soll: Kartoffelsalat, Bratkartoffeln, Gratin, Rösti oder die klassische Pellkartoffel.

Wann die festkochenden Sorten geerntet werden, ist unterschiedlich – je früher im Jahr, desto milder sind sie im Geschmack. Zu den bekannten Sorten gehören zum Beispiel Allians, Belana, Goldmarie oder Princess.

Vorwiegend festkochend

Vorwiegend festkochend

Farbcode: Rot

Die vorwiegend festkochenden Sorten sind sozusagen die Sandwichkinder der Kochtypen-Familie: Sie sind mittelfest und nach dem Garen ein bisschen trockener als festkochende; ihre Schale platzt beim Kochen leicht auf. Sie sind echte Allrounder und können eigentlich für fast alles eingesetzt werden: Rösti, Salz- und Bratkartoffeln, Eintöpfe, Aufläufe oder Pommes. Besonders mit leckeren Soßen bilden sie ein perfektes Team, da sie diese richtig schön aufnehmen. Sie enthalten mit 13-15 % etwas mehr Stärke und bekommen beim Braten oder Frittieren deshalb eine schöne Bräunung. „Vorwiegend festkochend“ heißt also nicht, dass die meisten der Kartoffeln im Netz festkochend sind, sondern beschreibt die Zwischenkategorie zwischen festkochend und mehligkochend.

Zu den beliebten vorwiegend festkochenden Sorten gehören zum Beispiel Gala, Marabel, Milva oder Toscana.

Mehligkochend

Mehligkochend

Farbcode: Blau

Mehligkochende Kartoffeln sind meistens später reifend und schmecken daher kräftig und aromatisch. Das Fleisch ist grobkörniger als bei den anderen Kochtypen, eher trocken und sehr weich. Bei langer Garzeit zerfallen sie. Da sich Mehligkochende super zerkleinern lassen, eignen sie sich besonders für Püree, Gnocchi, Knödel, Suppen und Co. Sie enthalten 14-16 % Stärke. Zu den beliebten Sorten gehören u. a. Adretta, Gunda, Lilly und Lucilla.

Lust auf noch mehr Kartoffel-Wissen? In unserem Blog informieren wir euch auch über Kartoffelsorten weltweit oder die Inhaltsstoffe der Kartoffel!

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Käse aus Kartoffeln – ein Traum wird wahr

Dass Kartoffeln und Käse ein Dreamteam sind, wissen wir nicht erst seit unseren Cheddarbrötchen oder den Hasselback Potatoes. Gibt es also was, das noch besser ist als diese goldgelbe, köstliche Paarung? Vielleicht! Denn der australische Chemieingenieur Andrew Dyhin hat etwas erfunden, das wie Käse aussieht, sich wie Käse verhält und angeblich auch wie Käse schmeckt – aber einzig und allein aus Kartoffeln besteht. Wir haben uns mit ihm über seine Erfindung unterhalten.

Käse aus Kartoffeln – wie funktioniert das?

Andrew Dyhin: Durch kontrollierte Erhitzung innerhalb bestimmter Temperaturen und spezielle Prozesse versetzen wir ganz normale Kartoffeln in einen flüssigen Zustand – ohne jegliche Zusätze. Diese Masse kann wiederum in fünf Produktkategorien verwandelt werden: Verzehrfertige Mahlzeiten, wie etwa Kartoffelsalat in Blockform; lang haltbare, bis zu vier Jahren lagerfähige Lebensmittel; fett- und salzfreie Snacks, natürliche Bindemittel und eben solche, die wir aus Milch kennen: Sahne, Pudding, Eiscreme oder Käse. Deshalb haben wir unsere Erfindung CHATO genannt – ein Wortspiel aus Cheese und Potato.

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Und CHATO ist wirklich eine Alternative zu normalem Käse?

Andrew Dyhin: Ja! Der Käse wirkt wirklich wie Käse aus Milch; mit verbundenen Augen wäre es schwer, einen Unterschied zu erkennen. Er lässt sich genau so reiben, in Würfel schneiden, schmelzen oder überbacken.

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Verrückt! Wie kamst Du überhaupt auf die Idee?

Andrew Dyhin: Zunächst einmal ist es natürlich eine perfekte und leckere Alternative für Veganer und sorgt für mehr Vielfalt im Angebot. Außerdem liegt uns ein nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln am Herzen, gerade weil die Erdbevölkerung ständig zunimmt und wir immer mehr Nahrungsquellen benötigen.

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Kartoffeln erzielen nachweislich höhere Erträge pro Hektar Ackerfläche als Getreide. Der größte Anteil der Kartoffeln, die nicht im Handel verkauft werden, wird zwar in der Industrie verwertet, aber mit CHATO kann das Angebot an Lebensmitteln deutlich erweitert werden – ohne landwirtschaftlichen Mehraufwand. Es ist also eine Chance, die aussortierten Kartoffeln in etwas veränderter Form wieder in den Nahrungskreislauf zurückzuführen.

Gibt es CHATO auch schon zu kaufen?

Andrew Dyhin: Leider noch nicht, aber wir suchen derzeit nach Investoren, die uns beim Aufbau eines ersten professionellen Betriebs unterstützen. Dort wollen wir dann Produkte herstellen, die wir Kunden und Herstellern zum Testen schicken, und das Unternehmen weiter ausbauen.

 

Mehr über Andrews Projekt könnt Ihr hier nachlesen: www.potatomagic.com

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Landwirtschafts-Simulator: Das Spiel mit der Knolle

Es ist ein jedes Jahr aufs Neue ein Phänomen: Zwischen weltweit millionenfach verkauften Titeln wie FIFA, Call of Duty oder Grand Theft Auto schmuggelt sich ein Spiel aus der Schweiz in die Bestsellerlisten Deutschlands. Was kann das nur sein? Klar, wenn wir darüber berichten, muss es ja sicher irgendwas mit Kartoffeln zu tun haben. Die Antwort lautet: Teilweise ja!

Der Landwirtschafts-Simulator von den Schweizer Entwicklern GIANTS Software verkauft sich wahnsinnig gut. In dem Spiel übernimmt man die Rolle eines Landwirts, der seine Felder ganz nach Belieben bestellt. Klar, dass da auch Kartoffeln nicht fehlen dürfen. In dem Spiel gibt es keine Aliens, keinen Krieg, keinen Fußball – hier ist die Welt noch in Ordnung und bricht komplett mit den Inhalten, die die meisten Videospiele sonst so zu bieten haben.

Genau aus diesem Grund gefällt es den Fans aber so sehr: Die komplexen, aber dennoch simpel programmierten Aufgaben wie Felder zu bestellen, Solaranlagen zu bauen oder Traktor-Rennen zu fahren, haben schon fast eine meditative Wirkung auf viele der Spieler. Dabei ist die Zielgruppe gar nicht mal so leicht festzulegen: Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass es überwiegend diejenigen sind, die im Alltag ohnehin schon mit der Landwirtschaft zu tun haben. Doch gerade Stadtmenschen, die das Landleben nicht kennen, sind umso mehr fasziniert von seiner Atmosphäre.

Aktuell steht die Veröffentlichung des neuesten Teils der Serie, Landwirtschafts-Simulator 17, kurz bevor. Ab dem 25. Oktober können sich dann alle Kartoffelfans endlich wieder hinters Steuer von 250 verschiedenen Fahrzeugen schwingen und Knollen ohne Ende anbauen. Habt ihr den Bestseller schon mal gespielt oder seid sogar glühende Anhänger? Wir sind auf jeden Fall versucht, das Mysterium „virtuelle Landwirtschaft“ mal selbst zu ergründen …

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Kartoffelkraftwerk

Das Kartoffelkraftwerk – Energiequelle der Zukunft?

Der verantwortungsvolle Umgang mit Energie ist eines der Brennpunktthemen unserer Zeit. Auch für eines der größten Lebensmittelunternehmen Großbritanniens: die 2 Sisters Food Group hat sich auf die Fahnen geschrieben, in Sachen Nachhaltigkeit mit bestem Beispiel voranzugehen. Wie sie das schaffen will? Mit Kartoffeln!

Vor knapp einem Jahr wurde im englischen Carlisle das erste abfallbetriebene Kraftwerk eingeweiht, das jemals für die Lebensmittelherstellung eingesetzt wurde. Ziel von 2 Sisters ist es, mittelfristig bis zu 35.000 Tonnen Kohle pro Jahr einzusparen. Hierfür werden in der vierstöckigen Kartoffelraffinerie die Abfälle, die in den Produktionsstätten für Kartoffelpüree und Potato Pies anfallen, in Biogas und somit in Energie umgewandelt. Arbeitet das Kraftwerk auf maximaler Kapazität, ist es in der Lage, 3.500 Megawattstunden zu generieren. Das reicht aus, um 850 durchschnittliche Haushalte ein Jahr lang komplett mit Strom zu versorgen. Es lebe die Knollenkraft!

Doch für die Kartoffel ist nach so einer Prozedur noch lange nicht Feierabend: Nachdem sie die Prozesse in der Raffinerie durchlaufen haben, sind die Reste sogar noch als Dünger für die firmeneigenen Farmen einsetzbar. Das Unternehmen plant, solche Anlagen an zehn weiteren Standorten zu errichten. Bewähren sie sich über längere Zeit, könnte das Prinzip sogar für die Versorgung aller insgesamt 43 Fabriken angewandt werden, um so die Umwelt nachhaltig zu schonen.

Ist es nicht faszinierend, wofür die Kartoffel alles verwendet werden kann? Nicht nur, dass daraus leckere Mahlzeiten entstehen, sie hilft uns zusätzlich noch beim Kampf gegen den Klimawandel. Finden wir gut!


Edit: Auch in Deutschland gibt es bereits ein Kartoffelkraftwerk, wie wir durch einen aufmerksamen Leser erfuhren – und zwar im niedersächsischen Grabau. Hier nutzt die Sola Bonum GmbH die aus den Schälabfällen gewonnene Energie für die Produktion.

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Die fünf größten Kartoffel-Weltrekorde

Für uns ist die Kartoffel natürlich das Größte, das es gibt, und hält damit den Weltrekord im Supersein. Tatsächlich steht sie aber auch ganz offiziell mit einigen Einträgen im Guinness-Buch der Rekorde. Wir haben die fünf besten Kartoffel-Weltrekorde für Euch herausgesucht!

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Natürlich ist der Klassiker dabei: die schwerste Kartoffel der Welt. Diese wurde im Jahr 2021 von Colin Craig-Brown und seiner Frau Donna in ihrem Garten in Wellington, Neuseeland beim Unkrautjäten entdeckt und geerntet. Die Kartoffel wog 7,8 Kilogramm. Wahnsinn, was für ein Schwergewicht! Die Craig-Browns hoffen nun auf einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde.

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Abgesehen von diesem schon fast konservativen Weltrekord gibt es auch ausgefallene Aktionen. Dank dieses verrückten Versuchs haben wir zum Beispiel endlich eine Antwort auf die Frage, wie viel Kartoffelpüree man in 30 Sekunden essen kann: es sind 348 Gramm! Der Rekordhalter ist seit 2014 André Ortolf aus Augsburg und verteidigt den Titel sicher gerne gegen jeden Konkurrenten. André Ortolf hat übrigens nicht nur den Rekord von 30 Sekunden inne, er hat 2017 einen weiteren Rekord in 60 Sekunden eingefahren: er hat in 60 Sekunden 1120 g Kartoffelpüree gegessen. Ob Kartoffelpüree wohl seine Lieblingsspeise ist?

Kartoffel-Rekord 3

Wo wir gerade bei Kartoffelpüree sind:  Was ist eigentlich die bisher größte Portion, die jemals serviert wurde? Die gab’s 2015 in New York und wog 1,2 Tonnen. Nach 10 Stunden schälen, kochen und stampfen konnte das Kartoffel-Team, bekannt unter dem Namen „Potato Posse“, den Weltrekord für sich gewinnen. Respekt! Das Ergebnis wurde anschließend unter verschiedenen Wohltätigkeitsorganisationen und Suppenküchen der Stadt aufgeteilt.

Kartoffel-Rekord 4

Doch diese riesige Menge an Kartoffelstampf ist noch lange nichts gegen den nächsten Rekord: In Lettland hat ein Lebensmittelhersteller einen 3,2 Tonnen schweren Kartoffelsalat produziert – bestehend aus mehr als 500 Kilogramm Mayonnaise, 6.000 gekochten Eiern, 940 Kilogramm Kartoffeln und anderen leckeren Zutaten. Da ist für genug hungernde Menschen ordentlich was zusammengekommen.

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Unser letzter Rekord zeigt mal wieder, wie unglaublich variantenreich die Kartoffel ist: Die meisten verschiedenen Sorten auf einmal wurden am 27. Mai 2013 in Edinburgh (UK) präsentiert. Hier zeigten die Pflanzkartoffel-Hersteller SASA und JBA ganze 667 Sorten ­– das sind zwar nur rund 13 % von den weltweit bekannten 5.000, aber trotzdem: Stattliche Summe!

Wir verneigen uns vor allen Rekordhaltern und freuen uns schon jetzt auf die kommenden Meilensteine, die die Kartoffel aufstellen wird!

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#kartoffelliebe – das Bloggerevent

Wir schweben noch immer auf einer seligen Kartoffelwolke dahin! Am Wochenende fand unser großes #kartoffelliebe-Event in Kooperation mit chefkoch.de statt. Hier feierten wir gemeinsam mit einem Profikoch, unseren Kartoffelspezialisten und natürlich zahlreichen kreativen Foodbloggern die Vielfalt unserer Lieblingsknolle. Zusammen wurde geschält, gefachsimpelt und geschlemmt, was das Zeug hält. Neben insgesamt sechs außergewöhnlichen Gängen, die keine Wünsche übrig ließen, gab es natürlich auch exklusives Hintergrundwissen rund um den Weg vom Acker bis zur heimischen Küche …

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Warum gehören Kartoffeln nicht in den Kühlschrank? Was sind das für Pünktchen auf der Schale? Und wie macht man aus Kartoffeln fluffigen Schaum? Nur ein Bruchteil der Fragen, die am vergangenen Samstag in der Küche von chefkoch.de beantwortet wurden.

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Nach der Begrüßung bei Kaiserwetter auf der Terrasse gaben unsere fachkundigen Spezialisten den Bloggerinnen und Bloggern erst mal Einblicke in den Kosmos rund um die Knolle: Was zum Beispiel die Herausforderungen bei der Kartoffelernte sind, die nur einmal pro Jahr stattfindet. Was die drei Kochtypen (mehlig-, vorwiegend festkochend und festkochend) für die Zubereitung bedeuten. Oder wie sehr sich eine für Tiefkühlpommes-Kartoffel von einer unverarbeiteten unterscheidet.

Wasserbad und Wunderknolle

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Letzteres konnten unsere Gäste dann gleich selbst austesten. Im Kartoffeltasting verkosteten wir gemeinsam fünf verschiedene Sorten, und jeder kürte im Anschluss seine Favoriten.

Dabei wurde erneut klar: Geschmäcker sind mindestens so unterschiedlich wie Kartoffelsorten (von denen in Deutschland übrigens ungefähr 400 vertreten sind). Zwar kam die festkochende La Ratte, eine kleine, französische Sorte, gut an, doch auch mehligkochende Exemplare wurden von einigen Bloggern zum eindeutigen Favoriten erklärt.

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Anschließend starteten wir direkt in den Praxispart, bei dem Rudolf Gilbert die kulinarische Leitung übernahm. Der erfahrene und kreative Koch mit eigenem Restaurant hatte im Vorfeld ein außergewöhnliches Menü entwickelt, in dem die Kartoffel in diversen Aggregatszuständen voll zur Geltung kam. Gemeinsam machten wir uns ans Werk und zauberten in Teamwork diese Köstlichkeiten:

Trüffel-Kartoffel-Espuma auf Wildkräutersalat

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Dorade mit mediterranem Kartoffelgemüse

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Sous-vide-Kartoffel mit fermentierter Yuzu (japanische Zitrusfrucht)

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Kartoffelbaumkuchen mit Kalbsrücken sous-vide

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Lilly-Mango-Milch mit frittierten Kartoffeln (süßes Dessert)

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Wenn Euch bei diesem Anblick jetzt das Kochfieber gepackt hat: Alle Rezepte zum Bloggerevent haben wir Euch in einem separaten Eintrag zusammen gefasst!

Kartoffelkuchen Kartoffel

Zur Stärkung bei all der Kochaction gab es zwischendurch unseren Schwedischen Kartoffelkuchen mit Zitronencreme, der für echte Überraschung sorgte und fitzefatze weggeputzt wurde. Beim Dinner an der langen Tafel ließen sich schließlich alle die Früchte der gemeinsamen Arbeit schmecken – begleitet von tollen Gesprächen und ganz, ganz viel #kartoffelliebe …

Im Anschluss an das Event läuft nun ein Rezepte-Contest: Wer von unseren Bloggergästen das kreativste Kartoffelrezept einreicht, gewinnt ein Videoshooting seiner Kreation in der Küche von chefkoch.de. Auf die Ergebnisse sind wir schon gespannt wie ein Flitzebogen – wir halten Euch auf dem Laufenden! An dieser Stelle auch noch mal vielen Dank an die Teilnehmer, die mit uns an diesem Tag die Kartoffel gefeiert haben:

Ars textura

Danielas Foodblog

Colors of Food

Gernekochen.de

Holla die Kochfee

Insane in the Kitchen

Kleine, feine Köstlichkeiten

Moey’s Kitchen

Watt Gibbet?

Auf die #kartoffelliebe!

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#kartoffelliebe – die Rezepte zum Bloggerevent

Liebe Leser, natürlich wollen wir Euch nicht vorenthalten, was für tolle und außergewöhnliche Gerichte bei unserem Bloggerevent mit chefkoch.de entstanden sind. Hier findet Ihr deshalb noch einmal alle Rezepte Trüffel-Kartoffel-Espuma, Dorade mit mediterranem Kartoffelgemüse, Sous-vide gegarte Kartoffeln mit fermentierter Yuzu, Kartoffel-Baumkuchen und Lilly-Mango-Milch zum Nachkochen!

 

Trüffel-Kartoffel-Espuma

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Zutaten für 4 Portionen

250 g mehligkochende Kartoffeln (Sorte: Gunda)

250 ml Milch oder Sahne

20 g Butter

Eine Knoblauchzehe, gepresst

5 g Trüffelöl

Salz und Pfeffer

Muskat

 

Zubereitung

Die Kartoffeln waschen, schälen und klein schneiden, in Salzwasser weichkochen, abseihen, ausdämpfen lassen und anschließend durch ein Sieb streichen.

Die Milch erhitzen, Butter darin schmelzen und die Milch vom Herd nehmen.

Die Milch in die Kartoffelmasse rühren und mit den restlichen Zutaten abschmecken. Heiß in den Siphon (Sprühflasche) füllen und im Wasserbad warm halten. Zwei Patronen in den Siphon füllen.

Zum Anrichten auf Teller sprühen.

Dazu passt ein Gemüse-Mix aus Bohnen, Zuckerschoten, gelben Zucchini und Kräutersalat, der in Butter geschwenkt wurde und mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und Red Dhofar (arabische Gewürzubereitung) abgeschmeckt wurde.

 

Dorade mit mediterranem Kartoffelgemüse

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Zutaten (für 4 Portionen)

4 Doraden

Saft einer Zitrone

700 g festkochende Kartoffeln (Sorte: Belana)

Eine kleine Zucchini

2 Rispentomaten

Eine Schalotte

Olivenöl

Knoblauch, fermentiert

Je zwei Zweige Rosmarin und Thymian

Salz und Pfeffer

Fleur de Sel

 

Zubereitung

Die Doraden grätenfrei parieren, jedoch so, dass der Kopf und der Schwanz noch an den Filets bleiben (zur Videoanleitung Zubereitung einer Dorade). Bei Bedarf mit Zitronensaft beträufeln, mit Salz und Pfeffer würzen und bei 160 °C für sechs bis sieben Minuten in den Ofen schieben.

Die Kartoffeln schälen, in sehr kleine Würfel schneiden (Kantenlänge ca. 0,5 cm) und bei 110 °C vorfrittieren, bis sie gar sind. Auf Küchenpapier auslegen und abkühlen lassen. Vor dem Anrichten werden die Kartoffeln bei 160 °C frittiert, bis sie knusprig sind.

Eine kleine Zucchini in Würfel schneiden. Die Haut der zwei Rispentomaten abziehen, die Tomaten entkernen und in Würfel schneiden. Eine Schalotte in feine Würfel schneiden. Das Gemüse in Olivenöl braten, mit dem fermentierten Knoblauch und dem Thymian und Rosmarin abschmecken und die frittierten Kartoffeln unterheben.

Den Gemüse-Kartoffel-Mix in die gegarten Doraden füllen und mit etwas Fleur de Sel bestreuen.

 

Sous-vide gegarte Kartoffeln mit fermentierter Yuzu

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Zutaten

700 g festkochende Kartoffeln (Sorte: Belana)

50 g Sellerie

50 g Karotten

Eine Schalotte

10 g Yuzu, fermentiert

20 ml Gemüsebrühe

Eine Prise Zucker

Sojasoße (Yuzu-Soja)

 

Zubereitung

Die Kartoffeln schälen, in Würfel schneiden (ca. 2 cm Kantengröße), kurz in Salzwasser blanchieren und auskühlen lassen. Sellerie, Möhren und Schalotte in sehr feine Würfel schneiden.
Alle Zutaten zusammen mit der fermentierten Yuzu, der Gemüsebrühe und einer Prise Zucker kalt in einen Vakuumbeutel geben. Ein mittleres Vakuum draufgeben und bei 85 °C ca. zwei Stunden garen. Danach den Beutel öffnen und die Mischung mit etwas Yuzu-Soja abschmecken.

 

Kartoffel-Baumkuchen

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Zutaten

550 g mehligkochende Kartoffeln (Sorte: Lilly), geschält

30 g Crème Fraîche (38 % Fett)

40 g saure Sahne (10 % Fett)

3 Eier, Größe M

10 g Butter

Salz und Pfeffer

Muskat

Zubereitung

Die Kartoffeln klein schneiden, in Wasser weich kochen, abseihen, ausdämpfen lassen und durch ein Sieb streichen. Die Eier trennen und das Eiweiß aufschlagen. Die durchgesiebte Kartoffelmasse mit den restlichen Zutaten vermischen, zuletzt den Eischnee unterheben. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

Ein Blech mit Backpapier auslegen (am besten das Backpapier mit etwas Öl an das Blech kleben). Einen Teil der Kartoffelmasse so dünn wie möglich auf das Blech streichen und mit Oberhitze backen, bis sich oben eine dunkle Schicht bildet (ca. sieben Minuten bei 170 °C). Vom Blech nehmen und kurz auskühlen lassen. Den Vorgang mit der übrigen Masse wiederholen, bis die Masse verbraucht ist. Die Schichten übereinander legen und zum Anrichten schöne Portionen abstechen.

Dazu gab es einen Kalbsrücken, der sous-vide bei 59 °C gegart wurde. Dieser wurde nach dem Garen mit Glukosesirup bestrichen und scharf in der Pfanne angebraten (nur wegen der Farbe). Dazu eine reine Kalbsjus. Als Gemüsebeilage gab es einen Mix aus Bohnen, Zuckerschoten, gelben Zucchini und Kräutersalat, der in Butter geschwenkt und mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und Red Dhofar (eine arabische Gewürzmischung) abgeschmeckt wurde.

 

Lilly-Mango-Milch

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Zutaten

200 g mehligkochende Kartoffeln (Sorte: Lilly)

200 g festkochende Kartoffeln (Sorte: Belana)

Eine Mango

60 ml Milch

30 g Zucker

2 Vanilleschoten

Salz

Zitronensaft

 

Zubereitung

Die mehligkochenden Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. Die festkochenden Kartoffeln schälen, in Würfel schneiden (Kantenlänge ca. 0,5 cm) und bei 110 °C vorfrittieren, bis sie gar sind. Danach auf Küchenpapier auslegen und abkühlen lassen.

Die Mango in feine Würfel schneiden. Mehligkochende Kartoffeln und die Hälfte der Mango in der Milch mit Zucker und Vanilleschoten aufkochen lassen und kurz garen, die Kartoffeln sollen nicht zerfallen. Mit einer Prise Salz und Zitronensaft abschmecken. Die Vanilleschoten entfernen.

Aus der restlichen Mango mit etwas Zucker und Wasser ein Püree herstellen. Die vorfrittierten Kartoffelwürfel bei 160 °C frittieren, bis sie goldgelb sind, in eine Pfanne umfüllen und mit Zucker karamellisieren. Die Lilly-Mango-Milch warm anrichten und mit den karamellisierten Kartoffelwürfeln bedecken. Mit dem Mangopüree, etwas Obst und Minze dekorieren.

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