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big potato by harmony small

Kartoffelmuseum Idaho: Taters for non-staters

Wer an Amerika denkt, dem kommen wahrscheinlich erst mal andere Sachen als eine umfassende Kulturgeschichte in den Sinn. Trotzdem gibt es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten immer noch mehr Museen als McDonalds- und Starbucks-Filialen zusammen.­­ Damit wäre der Glaube an die Menschheit zunächst wieder hergestellt. Zu den zahlreichen Museen gehören auch, und das völlig zu Recht, Kartoffelmuseen.

Gigantische Kartoffelchips

Im Bundesstaat Idaho, der in den Vereinigten Staaten für seine berühmten Knollen bekannt ist, steht das Idaho Potato Museum. Das Museum befindet sich in einem alten, umgebauten Bahnhof und sieht von außen recht unscheinbar aus ­­– mal abgesehen von einer fünf Meter großen Knolle vor dem Eingang. Innen reiht sich allerdings Exponat an Exponat und bietet sämtliche Informationen, Daten und Fakten, die man sich über das Nachtschattengewächs nur vorstellen kann ­– unter anderem eine große Ausstellung über die Anfänge des Kartoffelanbaus in Amerika, inklusive antiken Ackerfahrzeugen und uralten Fotos. Wer gerne Knabberzeug futtert, freut sich bestimmt über den größten Kartoffelchip der Welt, der sogar einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde hat. Damit diese fiesen Vorurteile, dass Kartoffeln ungesunde Dickmacher wären, endlich aus der Welt geschafft werden, arbeitet das Museum auf Hochtouren dagegen an. Aus diesem Grund sind überall kleine Informationstafeln verteilt, die knallharte Fakten über die tolle Knolle liefern.

Auch wenn Amerika ungefähr 35.000 Museen hat, taucht das Kartoffelmuseum in vielen Top-50-Listen auf. „Warum denn das?“, werdet Ihr vielleicht fragen. Wir fragen stattdessen: Warum nicht gleich auf Platz 1?! Wenn Ihr also mal ganz zufällig in Blackfoot, Idaho unterwegs seid, dann schaut doch mal vorbei. Oder Ihr bucht direkt einen Flug in einen der kartoffelfreundlichsten Staaten der Welt!

PS: Wenn Euch das zu weit weg ist – wir haben auch ein Kartoffelmuseum, und zwar in München. Das zieht allerdings gerade um und bleibt daher voraussichtlich bis 2017 geschlossen. Wir halten Euch natürlich auf dem Laufenden 😉

 

Bild: © Idaho Potato Museum

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Bonnottes

La Bonnotte – die teuerste Kartoffel der Welt

Um uns regelmäßig mit Kartoffeln einzudecken, müssen wir Gott sei Dank nicht sehr tief in die Tasche greifen. Bei der Sorte mit dem klingenden Namen La Bonnotte sieht das anders aus: Die ist so besonders, dass für ein Kilo auf Auktionen bis zu 500 Euro gezahlt wird. Das liegt daran, dass sie eine echte Rarität ist – die echte Bonnotte wird nämlich nur auf der kleinen französischen Insel Noirmoutier angebaut, und die ist gar nicht so einfach zu erreichen.

Passage Gois

Exklusive Luxusknolle

Um auf die rund 50 Quadratkilometer große Insel zu kommen, gibt es nämlich nur zwei Optionen: Eine Brücke an der unteren Spitze und eine Passage, die nur bei Ebbe befahrbar ist, also ca. 2 mal 3 Stunden pro Tag. Den Rest der Zeit steht sie unter Wasser. Das sagt schon einiges darüber aus, wie sehr Noirmoutier vom Meer abhängig ist, und da liegt auch der Schlüssel zu der Kartoffelkostbarkeit. Die Erde, in der die Bonnotte angebaut wird, bekommt als Dünger nämlich Algen aus dem Atlantik. Die lockern die Erde auf und verleihen der Sorte ihren besonderen Geschmack: süßlich bis nussig und auch ein kleines bisschen nach Meer.

Champ bonnottes

Bonnottes 2

Zur Exklusivität der kleinen Sorte trägt auch bei, dass es sie traditionell nur 14 Tage lang zu kaufen gibt, und zwar im Mai. Insgesamt werden auf der Insel jedes Jahr durchschnittlich 100 Tonnen geerntet (zum Vergleich: Deutschland produziert jährlich zwischen 10 und 11 Millionen Tonnen). Und das Ganze in Handarbeit, denn die zarten Knollen hängen so fest am Kartoffelkraut, dass sie regelrecht „gepflückt“ werden müssen. Auch danach sind sie ziemlich empfindlich. Aus diesem Grund gibt es sie auch erst seit rund zwanzig Jahren wieder, die Kosten für die Produktion waren den Landwirten schlichtweg zu hoch. Heute wird die Bonnotte vom örtlichen Bauernverband vertrieben; auf der Insel kostet ein Kilo etwa vier Euro – immerhin schon doppelt so viel wie bei anderen Sorten. Aber auch französische Spitzenköche vom Festland reißen sich um die kulinarische Seltenheit und freuen sich jedes Jahr wie blöd darauf. So kann es schon mal vorkommen, dass Gourmets bis zu 500 Euro für ein Kilo der Delikatesse hinblättern.

Übrigens: Kenner verspeisen die Bonnotte als Dessert, fein gehobelt, mit einer schaumigen Vanillecreme oder Schokolade und Erdbeeren. Natürlich würden wir diese Exklusivität auch gerne mal probieren – aber für den Alltag sind wir mit unseren leckeren deutschen Normalokartoffeln völlig zufrieden, oder nicht :)?

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Kartoffeln schaelen reinhard sester

Kartoffeln blitzschnell schälen

Wir geben es zu: Manchmal kann es etwas mühsam sein mit der Kartoffel – wenn es ums Schälen geht. Klar, die zarte Schale von Frühkartoffeln kann man schon mal mitessen, aber bei den anderen Sorten sollte man sie eher vorher entfernen. Dafür muss man aber nicht zum Sparschäler greifen oder sich die Pfoten verbrennen! Wir haben den Lifehack für euch, mit dem ihr die Knollen ratzfatz von der Schale befreien könnt.

Tipp: Kartoffeln schälen leicht gemacht

Der Trick ist simpel, aber effektiv: Bevor ihr die Kartoffeln aufsetzt, ritzt ihr sie einfach ringsrum mit einem scharfen Messer ein. Achtung: Nicht zu tief schneiden, es soll nur die Schale geteilt werden.

Anschließend ganz normal in kaltem Salzwasser aufsetzen und kochen. Wenn sie gar sind, das Wasser abgießen und die Kartoffeln in einer Schüssel mit eiskaltem Wasser ordentlich abschrecken.

Tadaaa! Wenn ihr jetzt an der Schale zieht, flutscht sie ganz leicht ab und ihr könnt euch direkt ans Futtern machen. Einfach, oder?

Hier gibt’s das Ganze noch mal als Video des Life Hack Kanals auf YouTube:

kartoffeln schälen lifehack

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Kartoffelmaschine Polke1

Sigmar Polkes verrückte Kartoffelmaschine

Wie kommt die Kartoffel ins renommierte Museum of Modern Arts in New York? Mit dem Prädikat „künstlerisch wertvoll“, natürlich. Verliehen hat ihr das ein ganz Besonderer: Sigmar Polke. Im Werk des wunderbar ironischen Künstlers, der sich nie in einer Schublade ausruhte, war die Knolle ein Dreh- und Angelpunkt – und das ist ganz wörtlich zu nehmen …

Die eine Kartoffel liegt auf dem Fußboden, die andere hängt drüber, mit einem dicken Draht an einer Art Hocker befestigt. Wirft man den Motor an, hat man genau das, was der Titel der Installation erklärt: einen „Apparat, mit dem eine Kartoffel eine andere umkreisen kann“. Klingt völlig sinnfrei? Ist es auch! Aber gerade die Verrücktheit Sigmar Polkes, der 2010 gestorben ist, macht seine Kunst so interessant. Er machte sich nur zu gerne über die Bedeutungsschwere lustig, die in seiner Zunft so oft zelebriert wurde – aber immer mit ironischem Feinsinn und klugen Hintergedanken. Einer seiner großartigen Gemäldetitel lautet zum Beispiel: „Höhere Wesen befahlen: rechte obere Ecke schwarz malen!“ Die allgegenwärtige Verdrängungshaltung der Wohlstandsbürger in den 1960er-Jahren war ihm übrigens ebenfalls ein Dorn im Künstlerauge.

Knollige Muse

Und so tobte sich Polke in sämtlichen Sparten aus, die man sich so vorstellen kann: Malerei, Film, Musik, Bildhauerei … vor seiner unbändigen Kreativität war nichts sicher. Schon gar nicht die Kartoffel, denn die hatte es dem unangepassten Herren ganz besonders angetan: „Ja, wenn es überhaupt etwas gibt, auf das all jenes zutrifft, was immer wieder am Künstler diskutiert wird: Innovationsfreude, Kreativität, Spontaneität, Produktivität, das Schaffen ganz aus sich heraus und so weiter – dann ist es die Kartoffel“, erklärte Polke mal. Manchmal kommt die Muse halt in Knollenform.

Und da diese Polke immer wieder knutschte, enthält sein Werk unter anderem auch ein Kartoffelhaus, bestehend aus einem Holzgitter und 333 Knollen. Die müssen bei Ausstellungen natürlich regelmäßig ausgetauscht werden. Die der Kartoffelmaschine natürlich auch, von der 1969 übrigens 30 Stück à 290 DM hergestellt wurden. 2009 ging eine davon für 74.000 Euro über den Auktionstisch. So viel zum Mehrwert der Kartoffel!

Bild:
Sigmar Polke
Apparat, mit dem eine Kartoffel eine andere umkreisen kann, 1969
Holz, Batterie, Draht, Kartoffel, Gummi, Motor
80 x 41,3 x 41,3 cm
© The Estate of Sigmar Polke / VG Bild-Kunst, Bonn

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Elektrokartoffel

Die Robocop-Kartoffel

Spätestens seit der Erfindung der Staubsaugerroboter, wahlweise als einfaches Modell oder mit darauf sitzender Katze erhältlich, ist klar: Wir sind in der Zukunft angekommen. Natürlich ist fortgeschrittene Technik auch in der Landwirtschaft nichts Neues und erleichtert Abläufe, die früher noch von Menschen erledigt wurden. Dazu zählen unter anderem selbstfahrende Traktoren oder Sensoren, die Futter für die Tiere nachbestellen, sobald das Lager gefährlich leer wird.

Auch in der Kartoffelbranche hat sich mittlerweile einiges getan: Eine sehr hilfreiche Erfindung ist zum Beispiel der Kartoffel-Dummy, auch bekannt als „TuberLog“. Die elektronische Knolle, die je nach Modell eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Football oder einem Pupskissen aufweist, soll helfen, den Ablauf von Ernte, Verpackung und Lieferung zu optimieren.

VSD elektro Knolle 1603 Kartoffel

TuberLog, die Qualitätspolizei

Dafür wird TuberLog unter eine Kartoffelernte gemischt und macht mit den restlichen Knollen die komplette Erntetour durch. Dabei passiert im Inneren der Roboterkartoffel einiges: Mit neuester Technik ausgerüstet, zum Beispiel integrierten Schock- und Beschleunigungssensoren, protokolliert das Gadget alle Erschütterungen im Millisekunden-Takt. Nach dem wilden Ritt werden die Daten per USB-Kabel am PC ausgewertet, und man weiß direkt Bescheid, an welcher Stelle die Kartoffeln zu sehr durch die Maschinen poltern. Problembereiche können so ausgebessert werden, und es wird verhindert, dass Knollen beschädigt werden und deshalb aussortiert werden müssen.

VSD elektro Knolle 1601

VSD elektro Knolle 1602

Bilder: VSD Dethlingen

Die Elektroknolle hilft also Landwirten und Verpackern, die Ernte zu schützen und die Qualität der Kartoffeln allgemein zu verbessern. Finden wir gut! Und was würdet Ihr in Eurem Leben gerne so automatisieren ;)?

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artoffel Kartoffel

Tausche Kohle gegen Knolle

Oft hört man die Frage: „Wenn Ihr eine Million Euro hättet, was würdet Ihr davon kaufen?“. Nicht ganz so oft hört man darauf die Antwort: „Ein Foto von einer Kartoffel“. Doch genau das ist neulich passiert. Wir haben die Hintergründe!

Der irische Fotograf Kevin Abosch hatte schon Berühmtheiten wie Bob Geldof, Steven Spielberg, Yoko Ono oder Johnny Depp vor der Linse. Zwar kosten seine Porträtfotos in der Regel bereits stolze 250.000 Euro, doch mit seinem neuesten Verkauf hat er sich nochmals selbst übertroffen.

Sein Foto von einer Bio-Kartoffel hört auf den Namen „Potato #345“ und zeigt eine schlichte, etwas erdige Kartoffel vor dem für den Fotografen so typischen schwarzen Hintergrund. Abosch betrachtete das knollige Porträt gemeinsam mit einem europäischen Geschäftsmann, der seine Identität aus unerklärlichen Gründen nicht preisgeben möchte, bei einigen Gläsern guten Weins. Schließlich sprach aus diesem nicht etwa der Alkohol, sondern der gute Geschmack – er äußerte den Wunsch, das Bild zu kaufen.

Der Geschäftsmann bezahlte insgesamt über eine Million Euro. Eine unfassbare Summe, aber natürlich können wir es als Kartoffelfans nachvollziehen. Nicht falsch verstehen: Der Kauf des Bildes war keineswegs eine spontane Idee im Rausche des Alkohols. Die Preisverhandlungen dauerten noch mehrere Wochen, und wer nach so langer Zeit immer noch denkt, dass es eine gute Idee sei, das Foto einer Kartoffel für eine Millionen Euro zu kaufen, der hat vielleicht zu viel Geld übrig – zumindest aber einen wirklich erlesenen Geschmack.

Ach, übrigens: Hier ist das umwerfende Foto. Ist es nicht eine Augenweide?

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Joggerin

Ganz schön sportlich!

Von wegen Couch-Potato! Wir werden nicht müde, es zu betonen: Die Kartoffel ist besser als ihr Ruf. Gerade für Ausdauersportler ist sie eine super Option! Wir erklären euch, warum die Kartoffel Euch nicht ans Sofa fesselt, sondern für die Extraportion Energie sorgt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, kurz DGE, empfiehlt, für eine vollwertige Mischkost rund 50 Prozent des täglichen Kalorienbedarfs mit Kohlenhydraten zu decken. Vor allem für Sportler, die auf einen optimalen Energiehaushalt angewiesen sind, spielen diese eine besonders wichtige Rolle ­– vor allem, wenn es um Ausdauer geht, wie zum Beispiel beim Joggen. Der Grund: Kohlenhydrate werden in den Muskel- und Leberdepots des Körpers in Form von Glykogen gespeichert. Beim sogenannten Carboloading werden diese mit einer kohlenhydratlastigen Ernährungsweise gezielt „gefüttert“ – denn je besser die Speicher gefüllt sind, desto mehr Energie steht dem Sportler bei langfristigen Belastungen zur Verfügung.

Marathonmaterial

Vor allem in der Phase vor einem Marathon oder ähnlich kräftezehrenden Wettkampf dient ein ausgiebiges Carboloading vielen als Vorbereitung. Und hier kommt die Kartoffel ins Spiel: Sie liefert nicht nur reichlich Kohlenhydrate, sondern auch Vitamin C und andere wichtige Nährstoffe – bei einem Fettgehalt von nur rund 0,1 Prozent! Gerade für Leute, die regelmäßig intensive Trainings absolvieren, bietet sie somit eine 1-a-Grundlage. Natürlich sollte sie dafür allerdings möglich fettfrei auf den Tisch kommen: Pell-, Salz- oder Ofenkartoffeln sind hier besonders gefragt.

Nach dem Wettkampf sind die Glykogenreserven bei den meisten Menschen weitestgehend aufgebraucht. Danach ist es deshalb nicht nur wichtig, genug zu trinken, sondern auch, dem Körper die verlorengegangene Energie wieder zurückzugeben. In dieser Regenerationsphase braucht er schnell verwertbare Kohlenhydrate – und auch hier ist die Kartoffel wieder am Start. Zusammen mit leckerem Kräuterquark, der reichlich Proteine liefert, kann sie hervorragend als Regenerationsmahlzeit eingesetzt werden. Von daher: ran an die Kartoffeln und rein in die Laufschuhe :)!

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Fotolia 25155218 Subscription Monthly M Kartoffel

Kartoffeln zu Hause anpflanzen

Hallo, Ihr Lieben!

Endlich ist es soweit: Der Frühling ist da! Naja, zumindest der meteorologische. Und das bedeutet, dass die Pflanzzeit der Kartoffel bald beginnt. Das nehmen wir heute zum Anlass, euch zu erklären, wie ihr auch ohne Garten in den Genuss von selbst angebauten Kartoffeln kommt! Auch Kinder können bei der Vorbereitung und Pflege der Pflanze helfen – perfekt, um unseren jüngeren Mitmenschen spielerisch zu zeigen, wo ihre Bratkartoffeln oder Pommes herkommen.

Ihr braucht folgende Dinge:

1 – 2
mittelgroße Pflanzkartoffeln
1
großen, hohen, standfesten Eimer oder Kübel, mindestens 10 l Fassungsvermögen
Garten- oder Blumenerde
etwas Kies oder Sand

Anleitung

Als erstes besorgt ihr ein bis zwei mittelgroße Pflanzkartoffeln, am besten aus dem Gartencenter. Diese lasst ihr dann vorkeimen. Dafür legt ihr sie einfach an einen hellen Ort, zum Beispiel auf die Fensterbank. Ein Eierkarton ist hier ganz praktisch. Lasst die Kartoffeln liegen, bis sich etwa zwei Zentimeter lange Triebe entwickelt haben.

Euer Pflanzkübel sollte auf jeden Fall ein Ablaufloch im Boden haben, um Staunässe zu vermeiden. Damit euer Pflanzgut sich so richtig wohl fühlt, füllt ihr zunächst eine Schicht Kies in das Gefäß. Dieser wirkt einem Faulen der Knollen bei zu nasser Erde entgegen. Nun vermischt ihr die Blumenerde mit etwas Sand und gebt davon eine etwa 15 Zentimeter hohe Schicht in den Topf, auf die ihr eure vorgekeimten Kartoffeln legt. Achtet gut auf die Triebe, damit sie nicht abbrechen. Nun bedeckt ihr das Ganze vollständig mit dem Erde-Sand-Gemisch. Den Topf stellt ihr anschließend an einen halbschattigen Platz. Vergesst nicht, die Kartoffeln regelmäßig zu gießen, etwa einmal pro Woche. Im Idealfall ist der Topf immer gleichmäßig feucht. Steht eine besonders kalte Nacht bevor, deckt ihr ihn zum Schutz vor Frost mit einer Decke ab.

Nun heißt es erst mal abwarten: Je nach Wetter kommen die Kartoffeltriebe erst nach mehreren Wochen aus dem Boden. Wenn die Triebe etwa 15 Zentimeter lang sind, kippt ihr erneut so viel Erde nach, bis nur noch die Blattspitzen zu sehen sind. Dies wiederholt ihr im Laufe der Zeit so oft, bis der Topf bis zum Rand mit Erde gefüllt ist.

Bis die Knollen erntereif sind, verschönert die Pflanze Euren Balkon mit ihren Blüten. (Wusstet ihr, dass die Kartoffel früher ausschließlich zur Zierde angebaut wurde, bevor sie als Nahrungsmittel entdeckt wurde?) Zu guter Letzt, nach etwa 100 Tagen, wird das grüne Kraut beginnen zu welken. Sobald es abgestorben ist, könnt ihr die Kartoffeln ernten.

Herzlichen Glückwunsch zur eigenen Kartoffelernte! 

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Barbara Schroeder 1

Faszination Kartoffel: Kunst trifft auf Knolle

Hallo Ihr Lieben!

Wie groß ist Eure Liebe zur Kartoffel? So groß, dass Ihr Euch ein ganzes Jahr lang mit nichts anderem beschäftigen würdet? Die Künstlerin Barbara Schroeder hat genau das gemacht, und heraus kamen exakt 365 großartig kartoffelige Kunstwerke. Klar, dass wir uns diese Geschichte nicht entgehen lassen können!

„365 – Tales from the Niederrhein“ lautet der Titel der Serie, die 2015 in Barbara Schroeders Atelier in Bordeaux entstanden ist. In dieser feiert die gebürtige Deutsche die Kartoffel nicht nur als eins der leckersten und tollsten Lebensmittel überhaupt, sondern auch als nichts weniger als „ein Sinnbild für unsere Verbindung zur Erde“. Hat Sinn, oder?

Vom Sattmacher zur Inspiration

Barbara Schroeder Copyright Claude Prigent Kartoffel
Bild: © Claude Prigent

Als Nachkriegskind konnte Barbara mit den Knollen nicht viel anfangen. „Die kamen auf den Tisch, damit alle satt wurden“, erinnert sie sich. In ihrem späteren Leben als Künstlerin entdeckte sie in ihnen aber eine schier unerschöpfliche Quelle der Inspiration. So auch für ihr Mammutprojekt „365“, bei dem der Name Programm ist. Gemälde, Fotos, Skulpturen aus Porzellan, Kreationen von französischen Gourmetköchen – im Werk von Barbara bekommt die Kartoffel gleich mehrere hundert Gesichter. Und jetzt sag uns bitte noch mal jemand, unsere Lieblingsknolle sei langweilig! „Mir war es wichtig, ganz viele verschiedene Arten von Kunst in das Projekt zu involvieren“, erklärt die gebürtige Kleverin. „und natürlich durfte auch der Humor bei der ganzen Sache nicht zu kurz kommen“.

10porcelaines365 Kartoffel

DSCF9179 Kartoffel

Schön und gut, denkt sich jetzt vielleicht so mancher, aber ein ganzes Jahr lang? Was bringt einen dazu, sich derart intensiv mit einem Lebensmittel zu beschäftigen? „An der Kartoffel faszinieren mich vor allem die Gegensätze: Sichtbar und unsichtbar; über der Erde ungenießbares Kraut, unterirdisch die wertvolle Knolle, die schon ganze Hungersnöte verhindern konnte. In gewisser Hinsicht möchte ich der Kartoffel mit meiner Arbeit den Adelstitel zurückgeben, den sie verdient hat.“

Liebe Barbara, das geht runter wie Öl. Vielen Dank für diese tolle Serie und Chapeau!

 

Bild 1, 3 und 4: Barbara Schroeder

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