Pommes frites selber machen

25. August 2021

“Einmal Pommes Schranke, bitte.” Was sich zunächst kryptisch anhört, ist für jeden Imbissbudenbesitzer in Deutschland der Code, für die wohl beliebteste Bestellung aus Kartoffeln: Pommes frites. Ob die Fritten nun tatsächlich „Schranke“ oder „rot-weiß“ daherkommen, also mit Ketchup und Mayo, nur mit einem von beiden oder ganz ohne Dips, ist dabei nebensächlich, sie schmecken in jeder Kombi.

Unsere Pommesliebe ist so groß, dass wir Fritten zu jeder Tages- und Nachtzeit, zu jeder Saison und eigentlich auch zu jedem Gericht essen könnten. Deswegen schauen wir uns an, wie man die leckeren Pommes frites selber machen kann, ergänzen das mit Wissenswertem wie unserem Pommes-ABC und vor allem mit leckeren Rezepten.

  1. Pommes frites selber machen
  2. Welche Kartoffeln für Pommes frites?
  3. Wie werden Pommes knusprig?
  4. Pommes würzen: selbst gemachtes Pommesgewürz
  5. Pommes aus dem Backofen
  6. Pommes aus der Fritteuse
  7. Warum soll man Pommes doppelt frittieren?
  8. Fett oder Öl zum Frittieren verwenden?
  9. Sind Pommes ungesund?
  10. Wer hat Pommes frites erfunden?
  11. Pommes weltweit und leckere Rezepte

1. Pommes frites selber machen 

Pommes kommen in den meisten Fällen aus der Fritteuse, Stichwort: heiß und fettig! Sie können aber auch im Ofen oder in der Heißluftfritteuse (Airfryer) zubereitet werden. Und anscheinend – ja, wir können es auch kaum glauben – in der Mikrowelle.

Wir schauen uns die Zubereitung in der Fritteuse, aber vor allem die im Ofen genauer an, denn einen Ofen haben schließlich die meisten zu Hause. Auf was es beim Pommes machen noch ankommt, welche Kartoffeln ihr am besten verwendet und ob mehrfaches Frittieren doppelte Knusprigkeit bedeutet, ergründen wir weiter unten in dieser Warenkunde.

2. Welche Kartoffeln für Pommes frites?

Die perfekte Portion Pommes frites – und da sind wir uns hoffentlich alle einig – besteht aus langen, knusprigen Kartoffelstäbchen, die nicht zu dünn oder zu dick, von goldgelber Farbe und innen schön weich sind. Um das zu erreichen, brauchen wir festkochende Kartoffeln.

Festkochende Sorten unserer Lieblingsknolle enthalten nämlich am wenigsten Stärke (ca. 14 Prozent). Je weniger Stärke, umso mehr Knusprigkeit ist möglich, denn Stärke bindet Wasser und das können wir bei Pommes nun gar nicht gebrauchen. Ihr könnt auch vorwiegend festkochende Kartoffeln verwenden. Bei ihnen liegt der Stärkegehalt bei ca. 15 Prozent.

Funfact: Belgier verwenden für ihre etwas dickeren belgischen Pommes frites übrigens mehligkochende Kartoffeln mit einem Stärkegehalt von mehr als 16 Prozent. Ihr seht, irgendwie schafft es doch jede Kartoffel, zu einer leckeren Fritte zu werden.

Lest euch unseren Artikel „Welche Kartoffel, für welches Gericht“ durch und ihr seht, was ihr noch alles mit Kartoffeln anstellen könnt.

3. Wie werden Pommes knusprig?

Für die Zubereitung im Ofen müssen wir uns etwas einfallen lassen, um die bestmögliche Knusprigkeit zu erhalten. Die Lösung lautet: Wasser. Wie jetzt? Oben schreibt ihr, Wasser ist schlecht und jetzt? Tja ja, wie das Leben so spielt, ist Wasser in diesem Fall tatsächlich das Mittel der Wahl.

Mit kaltem Wasser waschen wir die geschnittenen Kartoffelstäbchen vor dem Backen ab, um so die überschüssige Stärke zu entfernen. Ihr braucht womöglich mehrere Waschgänge dafür. Perfekt ist es, wenn nur noch klares Wasser zurückbleibt. DER ultimative Knusper-Tipp: Legt die Stäbchen 30 Minuten in Wasser ein! Danach ordentlich abtupfen und schon geht es weiter mit dem nächsten Schritt in der Zubereitung. Der Tipp gilt für alle Zubereitungsformen. Das Einweichen in Wasser macht auch beim Frittieren einen Unterschied, probiert’s aus.

4. Pommes würzen: selbst gemachtes Pommesgewürz

Das Schöne an Pommes ist, sie schmecken bereits mit nur einer Sache ausgezeichnet: etwas Salz. Die Dips sind häufig das, was den Pommes Geschmack verleiht und davon leben Fritten auch. Gedippt werden sie in Mayo, Ketchup, Senf oder andere Würzsaucen. In England werden Pommes frites übrigens mit Salz und (Malz-)Essig serviert. Das müsst ihr unbedingt mal ausprobieren bei eurer nächsten Portion Fish & Chips!

Zurück zum Würzen: Wenn euch Salz zu wenig ist, dann macht euch doch euer eigenes Pommesgewürz. Das geht ganz einfach und ihr könnt es außerdem wunderbar aufbewahren. Zu Pommes passen rauchige Gewürze sensationell, aber auch orientalische und pikante Gewürze.

Diese Gewürze könnt ihr für Pommes verwenden:

  • Zwiebelpulver
  • Knoblauchpulver
  • Paprikapulver, zum Beispiel geräuchert oder edelsüß
  • Kreuzkümmel
  • Muskat
  • Currypulver
  • Piment
  • Zimt – für Mutige

Ganz nach eurem Geschmack mischt ihr je 1–2 Teelöffel der Gewürze in einer Schüssel (außer von Muskat und Zimt, davon nur kleine Prisen verwenden). Dann noch Salz und Pfeffer dazu und fertig ist euer eigenes Pommesgewürz. In einem Gläschen luftdicht aufbewahren.

5. Pommes aus dem Backofen

So, dann mal ran an die Zubereitung im Ofen.

Zutaten für 2 Portionen:

500 g festkochende Kartoffeln

5 EL Pflanzenöl

Salz

Pfeffer

oder nach Belieben das eigene Pommesgewürz verwenden

  • Kartoffeln schälen, waschen, in Stifte schneiden und 30 Minuten in Wasser legen.
  • Backofen auf 180 °C Umluft vorheizen.
  • Kartoffeln in einer Schüssel mit Öl, Salz und Pfeffer oder mit Pommesgewürz würzen und gut vermengen. Anschließen auf ein Backblech mit Backpapier geben und etwas verteilen.
  • Pommes auf mittlerer Schiene 20 Minuten backen. Nach 15 Minuten die Pommes einmal wenden.

Danach genießen!

6. Pommes aus der Fritteuse

Das war also die Ofenpommes. Kommen wir zu Pommes frites aus der Fritteuse. Die sind noch viel knuspriger als Pommes aus dem Ofen – das liegt am Fett und an der besonderen Zubereitung. Dazu gleich mehr. Fettsparender könnt ihr Pommes in der Heißluftfritteuse (Airfryer) zubereiten, aber mal ehrlich, wer hat so eine schon zu Hause? Und selbst wenn, Fett ist irgendwo auch Geschmacksträger, oder?

7. Warum soll man Pommes doppelt frittieren?

Die Glücksformel für knusprige Pommes aus der Fritteuse (und auch aus dem Topf) lautet: doppeltes Frittieren. Tatsächlich bereiten die Belgier ihre Pommes immer so zu: Im ersten Durchgang frittieren sie die Pommes auf ca. 160 °C, damit sie durchgaren. Nach ca. 5 Minuten herausnehmen und auskühlen lassen. Im zweiten Durchgang werden sie sodann bei ca. 175 °C frittiert, damit die Pommes ihre gewünschte goldene Farbe erhalten und damit fertig sind.

8. Fett oder Öl zum Frittieren verwenden?

Jedes Öl, das sehr stark erhitzt werden kann und geschmacksneutral ist, kann zum Frittieren von Pommes verwendet werden. In jedem Fall kann es ein Pflanzenöl sein. Belgier schwören jedoch auf Rindernierenfett. Daher sollten Vegetarier lieber nachfragen, in welchem Fett die Pommes ausgebacken werden, bevor sie sich genüsslich auf sie stürzen.

9. Sind Pommes ungesund?

Wo wir schon bei den fettigeren Zubereitungsmethoden sind, kommt bei Pommes natürlich häufig die Frage auf, wie ungesund sie sind und wie viele Kalorien sie haben? Die Kartoffel selbst ist überhaupt nicht ungesund: sie enthält kaum Fett, dafür hochwertiges Eiweiß und besteht aus 80 Prozent Wasser. Noch dazu kann sie mit hochwertigen Mineralstoffen punkten. Die Zubereitung ist entscheidend.

Frittiert man Kartoffeln, werden die Vitamine und Mineralstoffe durch die starke Hitze leider zerstört. Pommes haben knapp das doppelte an Kalorien (290 kcal/ 100 g), wenn sie in der Fritteuse zubereitet worden sind als Pommes aus dem Ofen (150 kcal/ 100 g). Die Dosis mach hier jedoch das Gift: Solange sich der Pommesverzehr im Rahmen hält, kann man ohne schlechtes Gewissen seine Portion Pommes – auch einmal die Woche – genießen.

10. Wer hat Pommes frites erfunden?

Schaut man sich den Namen der beliebten Kartoffelstäbchen an, „Pommes frites“, so tippt man schnell auf die Franzosen als Erfinder. Denn „pommes de terre“ steht für Kartoffeln und „frites“ für frittiert von dem Verb „frire“. Die Zubereitungsform, etwas in Fett oder Öl auszubacken, sollen die Franzosen schon vor der Französischen Revolution um 1789 praktiziert haben. Es heißt, sie hätten gerne Kastanien in Fett ausgebacken.

Diese Art der Zubereitung ist auch der Grund, weshalb die Belgier Einspruch erheben und sich als rechtmäßige Erfinder der Pommes frites ansehen. Denn auch in Belgien hat man Lebensmittel in Öl ausgebacken. Im Sommer Fische und im Winter Kartoffeln, wenn keine Fische mehr geangelt werden konnten. Es heißt, die Belgier hätten die Kartoffeln dazu in kleine Stäbchen geschnitten. Welche Geschichte ihr nun für wahr nehmt, bleibt wohl euch selbst überlassen.

Weitere interessante Fakten rund um Pommes, erfahrt ihr in unserem Pommes-ABC.

11. Pommes weltweit und leckere Rezepte

Dass Pommes weltweit beliebt sind, sieht man allein daran, dass sie in zahlreichen Ländern serviert und gegessen werden. Dabei haben sich teils kuriose, aber schmackhafte Zusammenstellungen entwickelt. Wie das aussehen kann, lest ihr in unserer Rezeptsammlung nach.

Fish and Chips

Das inoffizielle Nationalgericht der Engländer sind Fish & Chips. Die Pommes sind dabei ähnlich dick wie belgische Pommes. Sie setzen dabei weniger auf Knusprigkeit, denn Engländer lieben es, ihre Pommes mit Essig abzuschmecken. Der Fisch wird in Bierteig ausgebacken und mancherorts wird leuchtend grünes Erbsenpüree dazu serviert. Das möchtet ihr ausprobieren? Dann schaut euch unsere Variante Fish & Chips vom Blech an.

Zum Rezept: Fish and Chips vom Blech

Fish ’n Chips mögt ihr lieber aus der Fritteuse? Können wir auch. Schaut mal hier.

Zum Rezept: Fish’n Chips aus der Fritteuse

Kanadische Poutine

Was aussieht wie bei Hempels unterm Sofa – sorry Familie Hempel – ist das wohl leckerste Allerlei auf einem Teller: Pommes mit Bratensauce und Käsestückchen. Was kann es Besseres geben? NICHTS. Ein Traum für wahre Genießer. Die kanadische Spezialität Poutine erblickte in Quebec das Licht der Welt und ist einen Versuch auf jeden Fall wert.

Wir haben die Poutine in einer vegetarischen Version für euch, die der klassischen Variante geschmacklich in nichts nachsteht. Bitteschön!

Zum Rezept: Kanadische Poutine Veggie-Style

Moules frites

Wer von euch liebt Muscheln? Wer liebt Pommes? Na dann, herzlich willkommen in Frankreich, hier bekommt ihr beides in einem superleckeren Gericht serviert: Moules frites. Die Miesmuscheln werden in einer Weißweinsauce gegart und mit leckeren Pommes serviert. Ein unschlagbares Team. Testet das mal!

Pommes frites mit Sauce Tartare

Da wir nun schon einmal bei unseren Nachbarn, den Franzosen sind, wie wäre es mit Pommes und feinster Sauce Tartare. Die Kombination von knusprigen „frites“ mit dieser wunderbar würzigen Sauce aus gekochtem Ei und Kräutern wie Petersilie und Kapern ist eine Geschmacksexplosion. Dafür sorgen in unserem Rezept vor allem die Sardellen in der typisch französischen Sauce.  

Zum Rezept: Pommes frites mit Sauce Tartare

Taco-Salat mit Tex-Mex-Pommes

Pommes sind in euren Augen langweilig? Ach iwo! Schaut euch diesen prachtvollen Taco-Salat an. Wir schichten einfach eine leckere Zutat nach der anderen und toppen all das mit – Pommes natürlich! Köstliche Schichten aus Salat, Bohnen, Gemüse, Hackfleisch und Käse mit würzigen Pommes. Das ist eine Liebeserklärung an Fritten im Tex-Mex-Style!

Zum Rezept: Taco-Salat mit Tex-Mex-Pommes

Ofenpommes mit Curryketchup

Wie ihr Pommes im Ofen zubereiten könnt, wisst ihr spätestens seit der Lektüre dieses Artikels. In diesem Rezept verraten wir euch zusätzlich, wie ihr euch euren eigenen Curryketchup dazu zaubern könnt. Superfruchtig und herrlich süß.

Zum Rezept: Ofenpommes mit Curryketchup

Pommes mit scharfem Käse-Dip

Fritten mit ultrakäsiger Chili-Käse-Sauce sind ein Muss für euren nächsten Filmabend mit Freunden. Unseren Käse-Dip verfeinern wir nicht nur mit Chili, sondern auch mit Jalapeños, um euch gleich doppelt einzuheizen. Die Temperaturen gehen ja im Moment auch schon wieder etwas runter, da kommt euch das bestimmt gelegen, oder?

Zum Rezept: Pommes mit scharfem Käse-Dip

Pommes à la Banana Split

Festhalten, das ist nichts für schwache Nerven. Wer glaubt, schon alles gesehen zu haben, der kennt diese krasse Kombi noch nicht: Banana Split mit Erdbeeren, dreierlei Eis, Sahne und frisch gebackenen, heißen, knusprigen, wunderbaren Pommes! Heißt trifft auf kalt oder umgekehrt. Egal wie, ein wahrer Genuss für Freunde von ausgefallenen Gerichten.

Zum Rezept: Pommes à la Banana Split

Ihr seid überrascht, wie wagemutig wir mit dieser Kombination sind? Müsst ihr nicht sein. In anderen Ländern werden Pommes genauso gegessen: als Dessert. Lest mal in unseren Artikel „Pommes mit Eiscreme – kann das schmecken?“ hinein, ihr werdet staunen, was sich Feinschmecker in Japan so alles einfallen lassen. Viel Spaß beim Lesen!