Kartoffel als Hausmittel: Die Knolle für eure Gesundheit­

Zwei Hände halten ein Kartoffelherz

Für uns dreht sich tagtäglich alles um unsere liebste Knolle. Doch Kartoffeln sind nicht nur auf dem Teller sehr vielseitig und machen eine gute Figur. Wusstet ihr, dass Kartoffeln auch eine ganze Reihe gesundheitlicher Vorteile für euch bereithalten?

  1. Die Kartoffel – eine wahre Nährstoffbombe
  2. Kampf gegen Schmerzen mit Kartoffeln
  3. Kartoffel bei Sodbrennen
  4. Kartoffeln gegen Stiche und Wunden
  5. Gesunde Lebensweise mit der Kartoffel
  6. Die Stärke der Kartoffel – stark für den Darm
  7. Die Kartoffel als Beauty-Booster
  8. Weitere Anwendungsmöglichkeiten für die Kartoffel
  9. Kartoffeln immer im Haus

Tatsächlich lässt sich das Nachtschattengewächs als eine Art Allround-Heilpflanze betrachten. Unter anderem wirkt sie sich je nach Art der Anwendung positiv auf eure Knochen, euer Herz, eure Verdauung oder eure Haut aus. Bei der Zellregeneration kann die Kartoffel ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, was präventiv gegen die Bildung von Krebszellen wirken kann.

Wir zeigen euch, wie die Kartoffel als Hausmittel für eure Gesundheit eingesetzt werden kann!

Die Kartoffel – eine wahre Nährstoffbombe

Die Kartoffel sehen wir heute als selbstverständlichen Bestandteil unseres Speiseplans an. Wir kannten nie eine Zeit ohne sie. Dabei gibt es die Kartoffel hierzulande noch gar nicht so lange. Die Knolle stammt aus Südamerika und kam im Jahr 1526 durch den spanischen Entdecker Pizzaro nach Europa.

Bis sich die Kartoffel als festes Grundnahrungsmittel bei uns durchsetzen konnte, vergingen noch knapp 250 Jahre. Mittlerweile sind wir in Deutschland längst an die Knolle gewöhnt und lieben sie in allen möglichen Varianten. Kein Wunder, sie schmeckt nicht nur gut, sondern sie versorgt uns mit einer Vielzahl an wertvollen Nährstoffen und Vitaminen.

  • Vitamin C: Für die Stärkung der Abwehrkräfte ist unter anderem das Vitamin C wichtig. In etwa 100 g gekochten Kartoffeln sind rund 17 mg Vitamin C enthalten. Um das Ganze in Relation zu setzen: die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Dosis von 95 bis 110 mg Vitamin C. Das entspricht der Menge von etwa sechs geschälten Kartoffeln.
  • Weitere Vitamine: Neben Vitamin C enthalten Kartoffeln noch weitere Mikronährstoffe, wie zum Beispiel Vitamin A, verschiedene B-Vitamine sowie die Vitamine E und K, die bei nahezu allen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt sind.  
  • Mineralstoffe und Spurenelemente: Dazu zählen Fluorid, Kupfer, Kalium, Kobalt und Zink. Diese Stoffe sind für die Zellerneuerung und den Zellstoffwechsel wichtig.

Kampf gegen Schmerzen mit Kartoffeln

Die Knolle lässt sich gegen verschiedene Schmerzherde einsetzen. Gegen Muskel- und Knochenschmerzen könnt ihr gekochte Kartoffeln nutzen, indem ihr sie unmittelbar nach dem Kochen stampft und in ein Leinentuch wickelt. Die Packung legt ihr dann auf die betroffenen Stellen. Die feuchte Wärme entspannt die Muskulatur, was die Schmerzen lösen kann.

Wenn ihr noch ein Tuch oder eine Decke über den Wickel legt, kann die Wärme länger gespeichert werden. Ein solcher Kartoffelwickel hilft übrigens auch bei Halsschmerzen.

Ein echter Lifehack bei Kopfschmerzen ist dieser Tipp: Halbiert eine rohe Kartoffel und legt beide Hälften auf eure Schläfen, Stirn oder den Nacken. Fixiert die Knollenhälften mit einem Tuch oder Ähnlichem. Lasst die Kartoffeln für rund 30 Minuten einwirken und die Schmerzen sollten gemindert sein.

Das liegt einerseits an der unmittelbar kühlenden Wirkung und andererseits blockiert der austretende Saft der Kartoffel mit seinen Mineralstoffen Schmerzimpulse in den Nervenbahnen.

Kartoffel bei Sodbrennen

Kartoffeln können auch bei Problemen mit der Verdauung helfen. Vor allem Sodbrennen kann durch die Knolle gelindert werden. Dazu kaut ihr einfach ein Stück rohe Kartoffel, sobald ihr das Brennen in der Speiseröhre spürt. Es sollte sofort eine Besserung eintreten.  Grund hierfür ist der stärkehaltige Saft der Kartoffel, der die Magensäure neutralisiert.

Die Kartoffel hilft auch bei weiteren Beschwerden rund um die Verdauung – etwa bei Blähungen, Darmentzündung oder Verstopfung. Die enthaltenen Ballaststoffe lassen den Magen mehr arbeiten. Außerdem bringen sie den Darm auf Trab.

Die Kartoffel kann aber noch mehr:

Kartoffeln gegen Stiche und Wunden

Die Heilung von Verletzungen kann durch Kartoffeln beschleunigt werden. Reibt ihr bei Wunden oder Insektenstichen eine rohe Kartoffelscheibe über die betroffenen Stellen, kann die Knolle ihre entzündungshemmende Wirkung entfalten und gleichzeitig Schmerzen lindern. Dieser Tipp eignet sich auch für kleinere Brandwunden. Hier kühlt die Kartoffel die betroffenen Stellen und sorgt für eine schnellere Heilung.  

Gesunde Lebensweise mit der Kartoffel

Rund 40 Prozent aller Krebserkrankungen können durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden. Die Kartoffel kann hier einen positiven Beitrag leisten. Sie liefert unter anderem viel Folsäure. Pro 100 Gramm Kartoffeln sind etwa 20 Mikrogramm enthalten.

Für die körperliche Gesundheit des Menschen ist eine ausreichende Zufuhr von Folsäure wichtig. Sie spielt eine bedeutende Rolle bei der Zellreparatur und dem Zellstoffwechsel, also der Neubildung und der Teilung von Zellen. Folsäure unterbindet beispielsweise das Entstehen geschädigten Erbguts in den Zellen, was der Prävention verschiedener Krebskrankheiten zugutekommt.

Zusätzlich wertvoll sind besonders gesunde Ballaststoffe:

Die Stärke der Kartoffel – stark für den Darm

Kartoffeln enthalten je nach Sorte zwischen 14 und 16,5 Prozent Stärke. Laut einer aktuellen Studie soll sie sogar das Darmkrebsrisiko senken können. Konkret geht es hierbei um die „resistente Stärke“. Die entsteht, wenn ihr gekochte Kartoffeln mindestens zwölf Stunden erkalten lasst. Durch das Abkühlen verändert sich die chemische Struktur der Stärke. Sie wandert nun unverdaulich in den Darm und verhält sich genauso wie Ballaststoffe.

Ballaststoffe sind unverdauliche Pflanzenfasern, die den Darm “putzen”, das Risiko für chronische Krankheiten und Diabetes senken sowie die Entgiftung unterstützen. In einer gekochten und abgekühlten Kartoffel sind etwas mehr als 3 Gramm resistente Stärke enthalten. Diese Menge kann auf den Tagesbedarf von 30 Gramm Ballaststoffen angerechnet werden.

Übrigens wird die resistente Stärke selbst durch erneutes Erhitzen nicht zerstört.

Die Kartoffel als Beauty-Booster

Neben den gesundheitlichen Vorteilen können Kartoffeln auch einen Beitrag zu schöner Haut leisten. Schüttet das Kochwasser von Kartoffeln auf keinen Fall weg! Habt ihr unreine Haut, kann es euch bei der Reinigung helfen. Am wirksamsten ist es, wenn das Wasser noch lauwarm ist. Das Kochwasser der Kartoffel kann auch für ein Handbad genutzt werden. Der Sud beruhigt gereizte oder trockene Haut und sorgt so für geschmeidige Hände.

Geriebene Kartoffeln können zu einer pflegenden Gesichtsmaske werden: Tragt die Masse gleichmäßig auf das Gesicht auf und lasst die Maske zehn Minuten einwirken. Die Nährstoffe sowie die Stärke beruhigen die Haut und sorgen für einen ebenmäßigen Teint. Wichtig: Bevor ihr die Kartoffeln auf die Haut auftragt, solltet ihr prüfen, dass sie nicht zu heiß sind.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten für die Kartoffel

Nicht nur eure Gesundheit profitiert von der Superknolle. Die Kartoffel als Hausmittel ist ein echter Allrounder und kann euch sogar im Haushalt unterstützen. Mit der Kartoffel lassen sich unter anderem Rostflecken entfernen, Fettflecken beseitigen oder glänzende Oberflächen reinigen.

Kartoffeln immer im Haus

Die Kartoffel sollte also zur Grundausstattung in eurem Haushalt gehören, denn sie findet nicht nur Platz in euren Töpfen und auf euren Tellern. Richtig angewendet, kann sie euch als Hausmittel so manchen gesundheitlichen Vorteil bringen.